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Datenschutz bei Messengern: So schützen Eltern ihre Kinder

WhatsApp ist unter Kindern und Jugendlichen der am weitesten verbreitete Messenger – trotz erheblicher Mängel im Jugend- und Datenschutz. „SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht.“ empfiehlt Eltern, auch Alternativen zu prüfen, um die Daten ihrer Kinder besser zu schützen.

© Pixabay

Wie Anbieter persönliche Daten speichern und verwenden, ist vielen Nutzerinnen und Nutzern oft nicht bekannt. Dabei können besonders für Kinder Risiken entstehen, wenn Fremde Zugriff auf private Informationen erhalten. „WhatsApp wertet nicht nur Nutzerdaten zu Werbezwecken aus, sondern ermöglicht zum Beispiel allen Mitgliedern eines Gruppenchats den Zugriff auf Telefonnummern und Profilinformationen der Teilnehmer“, sagt Kristin Langer, Mediencoach bei SCHAU HIN!“. Das gelte auch, wenn man die anderen Chattenden selbst gar nicht kennt. „Nimmt ein Kind teil, können möglicherweise diese Fremden leichten Zugriff auf Informationen zu dessen Identität bekommen.“ Daher empfehlen sich gerade für junge Nutzerinnen und Nutzer Alternativen, die mehr Sicherheit bieten. Laut AGB dürfen Kinder unter 16 Jahren WhatsApp ohne Einwilligung der Eltern gar nicht mehr nutzen. Der Messengerdienst hatte das Mindestalter im Zuge der neuen EU-Datenschutzgrundverordnung angehoben. Eine Überprüfung des Alters findet jedoch nicht statt.

Sichere Messenger nutzen

„Eltern können sich vor der Installation eines Messengers über Verschlüsselung und Zugriffsrechte der App informieren und so verhindern, dass sie eine ‚Datenkrake‘ auf das Smartphone ihres Kindes laden“, erklärt Langer. Eine Verschlüsselung soll gewährleisten, dass nur Sender und Empfänger den Inhalt einer Nachricht lesen können. Ihre Zuverlässigkeit ist jedoch abhängig vom Anbieter. Die Verschlüsselungsmethoden von WhatsApp und Telegram wurden in der Vergangenheit von Fachleuten kritisiert, während Threema und Signal als sicher gelten. Hier stellen wir verschiedene Messenger vor.

Privatsphäre schützen

Bei Threema können Nutzer sich vollständig anonym anmelden. Die Gefahr, dass Kontaktinformationen des Kindes in falsche Hände geraten, wird so minimiert. „Muss ein Profil im Messenger eingerichtet werden, sollte es keine persönlichen Informationen enthalten“, rät Kristin Langer. Als Nutzername wird am besten ein Spitzname verwendet, der keine Rückschlüsse auf den Namen des Kindes zulässt, zum Beispiel angelehnt an eine Figur der Lieblingssendung. Für das Profilbild kann eine Aufnahme ausgewählt werden, die das Kind nicht deutlich zeigt.

Zugriff einschränken

Bei der Installation fordert WhatsApp viele Zugriffsrechte auf die Funktionen des Smartphones. Alle Kontakte im Adressbuch müssen synchronisiert werden, um WhatsApp zu nutzen. Bei dem Messenger Threema ist dieser Abgleich optional. Bei Signal und Wire werden die Kontakte nach Zustimmung anonymisiert mit der Datenbank abgeglichen. „Nach der Installation können bei vielen Messengern nachträglich Zugriffsrechte entzogen werden. Eltern können so auch bei WhatsApp beispielsweise die Ortung oder Kamerafunktion ausstellen“, sagt Kristin Langer.

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