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Datenschutz in sozialen Netzwerken – Nutzer bleiben nur selten anonym

„Sicherheit im Netz“ ist das Thema des diesjährigen Safer Internet Day (SID). SCHAU HIN! nimmt diesen Aktionstag zum Anlass, um Eltern für den Datenschutz in sozialen Netzwerken zu sensibilisieren.

© David Sucsy / iStock

Persönliche Nachrichten austauschen, Fotos hochladen und erfahren was Freunde und Bekannte gerade machen - soziale Netzwerke üben oft einen besonderen Reiz für Kinder und Jugendliche aus. Oft ist den jungen Nutzern aber nicht bewusst, dass Anbieter wie Facebook, Twitter und Co. zahllose persönliche Daten wie Geburtsdatum, Anschrift und Interessen, aber auch Bilder und Kommentare der Nutzer sammeln und für Werbezwecke an Dritte weitergeben. Auch das Thema Cybermobbing ist ein großes Problem in sozialen Netzwerken, da hier Nutzer andere durch Kommentare, Nachrichten oder verunglimpfende Bilder beleidigen oder demütigen können. Diese Inhalte verbreiten sich schnell und lassen sich nur schwer entfernen.

Die sichere Alternative: Kindgerechte soziale Netzwerke

Generelle Verbote aber bringen nichts. „Eltern sollten ihren Kindern nicht grundsätzlich verbieten, sich bei sozialen Netzwerken anzumelden, sondern mit ihren Kindern ein soziales Netzwerk aussuchen, das deren Alter und Interessen entspricht“, empfiehlt Susanne Rieschel, Sprecherin der Initiative „SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht.“ Kindgerechte soziale Netzwerke sind leicht zu bedienen und altersgerecht gestaltet. Die Anmeldung erfordert die Erlaubnis der Eltern und verzichtet auf sensible Daten wie Adresse, Telefonnummer oder Geburtstag. Die Community wird von Moderatoren begleitet. Pädagogen betreuen die Chaträume und können notfalls in die Diskussion eingreifen.

Umgang mit sozialen Netzwerken lernen

„SCHAU HIN!“ rät dazu, dass Eltern zusammen mit ihren Kindern das Profil einrichten und dabei auf die richtigen Sicherheitseinstellungen achten. „Damit tragen sie besonders zum Schutz ihrer Kinder bei, auch vor Kontakten mit Personen, die Kinder z.B. belästigen“, erklärt SCHAU HIN! Mediencoach Kristin Langer. So sollten Informationen nur „Freunden“ zugänglich sein. Grundsätzlich sollte man möglichst wenig private Details preisgeben und aufpassen, wen man in seine Kontaktliste aufnimmt, denn diese „Freunde“ haben automatisch Zugang zu den Informationen, die Kinder online stellen.

Webtipps für Kinder, Jugendliche und Eltern

Kindgerechte und sichere soziale Netzwerke sind beispielsweise www.seitenstark.de (ab 8 Jahren), www.tivi.de (ab 8 Jahren), www.kindernetz.de (ab 8 Jahren) oder www.mein-kika.de (ab 10 Jahren). SCHAU HIN! bietet dazu die „Goldene Regeln für die kindgerechte Nutzung sozialer Netzwerke“. Bei Problemen mit anderen Nutzern erhalten Betroffene Rat bei Angeboten wie der Plattform www.juuuport.de. Jugendliche und junge Erwachsene zwischen zwölf und 21 Jahren können hier Probleme im Web miteinander besprechen. Weitere Tipps erhalten Eltern auf Portalen wie www.klicksafe.de sowie www.chatten-ohne-risiko.net. Zum Safer Internet Day bietet das Deutsche Kinderhilfswerk auf seiner Kinderseite www.kindersache.de einen Themen-Chat zu Fragen rund um sicheres Chatten, zu Cybermobbing und zur Handhabung persönlicher Daten im Internet an. Welchen Stellenwert Facebook & Co. im Leben Jugendlicher einnehmen, zeigt die Langzeitstudie "Teilen, vernetzen, liken. Jugend zwischen Eigensinn und Anpassung im Social Web", die das JFF – Institut für Medienpädagogik im Auftrag der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) durchgeführt hat: www.jff.de.

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