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DsiN-Sicherheitsindex 2015: Jugendliche für Datenschutz sensibilisieren

Jugendliche sind was den Datenschutz im Netz betrifft besonders gefährdet – dies zeigt der Sicherheitsindex 2015 von Deutschland sicher im Netz. Wir stellen die zentralen Ergebnisse vor und geben Empfehlungen, wie Eltern ihr Kind zum sorgsamen Umgang mit eigenen Daten anhalten können.

© SCHAU HIN!

Jugendliche sind die gefährdetste Gruppe im Netz – dies zeigt der aktuelle DsiN-Sicherheitsindex 2015. Bei keiner anderen Altersgruppe häufen sich Sicherheitsvorfälle so wie bei den 16- bis 19-Jährigen: Fast 83 Prozent waren in den letzten 12 Monaten von mindestens einem Sicherheitsvorfall betroffen.

Besonders betroffen sind junge Onliner von Identitäts- und Datenklau: So wurden bereits bei jedem Fünften unerwünschte E-Mails im eigenen Namen versandt; das sind fast 10 Prozentpunkte über dem Durchschnitt. Über falsche Identitäten im eigenen Namen etwa in sozialen Netzwerken berichten 17 Prozent. Dies betrifft jugendliche Onliner damit dreimal so oft wie andere Nutzer (5,1 Prozent).

40 Prozent loggen sich nicht aus

Der DsiN-Index zeigt, dass nachlässiges Verhalten Jugendlicher ein Grund für ihr hohes Gefährdungspotential sein kann. So verzichtet knapp die Hälfte auf einen regelmäßigen Passwort-Wechsel (47 Prozent). 40 Prozent benutzen keine Logout-Funktion und verzichten damit auf einen wirksamen Schutz gegen Angriffe. Ein weiterer Risikofaktor sind Vorsichtsmaßnahmen zum Schutz vor Schadbefall: 30 Prozent überprüfen weder Links noch Anhänge in E-Mails vor dem Öffnen; 28,6 Prozent surfen ohne Firewall-Schutz.

Was Eltern raten können

Generell gilt bei persönlichen Daten im Netz: Weniger ist mehr! Sonst können Daten endlos im Internet kursieren und durch Dritte verbreitet werden. Ratsam ist, schon Surfanfänger für einen sorgsamen Umgang mit eigenen Daten zu sensibilisieren.

5 Tipps für mehr Datenschutz

1. Privatsphäreeinstellungen regelmäßig überprüfen und auf Spuren im Netz achten.
2. Konten und Profile gemeinsam einrichten und so wenig Angaben wie möglich machen.
3. Passwörter aus Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen wählen sowie oft ändern.
4. Keine persönlichen Daten wie Name, Adresse, Alter, Bilder und Videos weitergeben.
5. Anschauliche Vergleiche wählen, um Kindern das Thema zu erklären.

Angebote prüfen

Die Registrierung bei Diensten und das Einrichten von Konten ist bei Surfanfängern Elternsache.
Vorsicht gilt gerade bei Suchmaschinen, sozialen Netzwerken und Apps, die häufig Daten speichern
und weitergeben. Die AGB sind genau zu prüfen, denn oft stimmen Nutzer dem damit zu. Vor der
Installation und bei jedem Update einer App ist darauf zu achten, welche Zugriffsrechte die Dienste
auf Adressbuch oder private Daten anfordert. Um Spuren im Netz zu verwischen, kann man im
Browser einen sicheren Modus einstellen, die Suchchronik löschen und „Cookies“ ausschalten. Gute
Kinderseiten und Kindersuchmaschinen sammeln keine bis wenige nutzerbezogene Daten.

Nutzer können zwar bei Anbietern Auskunft über ihre gespeicherten Daten verlangen, deren
Nutzung widersprechen und deren Sperrung oder Löschung fordern, jedoch gerade bei ausländischen
Diensten nicht sichergehen, dass diese auch vollständig gelöscht werden. Wichtig ist, sich bei
schweren Fällen von Datenmissbrauch wie die unerlaubte Weitergabe oder das gezielte
Ausspionieren von Daten an die Verbraucherzentrale zu wenden.

Konten gemeinsam einrichten und Einstellungen aktivieren

In den Einstellungen des mobilen Geräts können Eltern verhindern, dass Apps automatisch Daten
synchronisieren, empfangen und versenden. SCHAU HIN! empfiehlt Eltern, geeignete Angebote zu
wählen, die keine sensiblen Daten abfragen, die Nutzungsbedingungen zu lesen, Profile gemeinsam
mit ihrem Kind einzurichten und dabei möglichst wenig persönliche Angaben machen. So sollte der
Nutzername keinen Bezug zum tatsächlichen Namen oder Alter haben. Wichtig ist auch ein Blick in
die Privatsphäreeinstellungen, um zu prüfen, wer welche Angaben sehen kann.

Sicheres Passwort wählen

Ein sicheres Passwort sollte keine persönlichen Daten enthalten und aus einem Mix aus Klein- und
Großbuchstaben, Zahlen sowie im besten Fall Sonderzeichen bestehen. Damit man sich das Passwort
gut merken kann, ist es hilfreich, es aus einem Satz abzuleiten: Aus "99 Luftballons auf ihrem Weg
zum Horizont" wird so etwa "99LaiWzH". Passwörter sind nirgends zu speichern und oft zu ändern.

Daten schützen und nicht weitergeben

Wichtig ist, dass Eltern mit ihren Kindern über den Schutz persönlicher Daten sprechen und auf
mögliche Risiken bei der Weitergabe hinweisen. Hierzu zählen Name, Telefonnummer, Adresse,
Geburtsdatum, aber auch Bilder und Videos sowie Passwörter. Besonders Bilder des Kindes oder
dessen Freunde sind schutzbedürftig. Hier sind gerade auch die Eltern gefragt.

Thema kindgerecht erklären

Datenschutz klingt für Kinder trocken. Da helfen anschauliche Vergleiche: So hängt niemand Plakate
mit privaten Bildern oder Briefe an öffentliche Plätze und bespricht Vertrauliches vor Fremden.
Oder man gestaltet das Vermeiden und Verwischen von Datenspuren als Detektivspiel.

Die Studie ist hier zum Download. Mehr zum Thema in unserem Extrathema Datenschutz.

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