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Einkaufen im Internet: Was Eltern beachten sollten

Wir zeigen, was sich beim Onlinekauf mit der Umsetzung des EU-Rechts geändert hat und wie Eltern ihre Kinder vor Kostenfallen im Netz schützen können.

Abwicklung des Online-Kaufes

Künftig muss mindestens eine Zahlungsweise auszuwählen sein, die Kunden nichts kostet, beispielsweise der Einzug vom Konto. Etwaige Gebühren dürfen nur so hoch sein wie die Kosten, die Anbietern für die Zahlungsabwicklung entstehen. Auch bei Service-Hotlines für Infos zu abgeschlossenen Verträgen dürfen anrufende Kunden nur so viel zahlen müssen, wie die eigentliche Telefonverbindung kostet. Der zentrale Anbieter ist beim Bestellen von Apps der App-Store-Betreiber, da Bestellung, Download und Kauf darüber erfolgen. Anders sieht das bei sogenannten In-App-Käufen aus. Hier wird die Zahlung zwar auch über den Account des App-Stores abgewickelt, wird aber direkt über die App getätigt. Die Informationspflicht liegt daher beim App-Entwickler.

Widerruf von Bestellungen

Für digitale Güter wie Apps, Computerprogramme oder Musik, Bücher und Filme oder Texte oder andere Waren, die online bestellt werden, gilt eine 14-tägige Widerrufsfrist. Dieses Widerrufsrecht für digitale Inhalte kann jedoch kann jedoch ausgeschlossen werden, wenn Verbraucher vor dem Bestellen mit einem Klick bestätigen, dass sie ihre ausdrückliche Zustimmung zur Ausführung geben und dass sie damit ihr Widerrufsrecht verlieren. Anbieter müssen zudem auch klar und verständlich darüber informieren, wie digitale Inhalte funktionieren, welche Systemvoraussetzungen sie benötigen und welchen Beschränkungen sie unterliegen. Gefällt die Ware nicht, hat grundsätzlich der Kunde die Kosten für den Rückversand zu tragen. Große Versandhändler wie Amazon, Zalando oder Otto Versand haben bereits angekündigt, dass Rücksendungen weiterhin kostenfrei sind, kleinere Händler können jedoch die Kosten auf Verbraucher abwälzen. Wichtig ist daher, die Allgemeinen Geschäftsbedingungen vor dem Bestellen genau zu lesen.

Was Eltern tun können

Eltern können übrigens jederzeit Bestellungen widerrufen, die ihr Kind ohne ihr Wissen getätigt hat, und deren Kosten das übliche Taschengeld übersteigen. Teure Überraschungen vermeiden Eltern, wenn sie geschützte Surfräume für ihr Kind nutzen, gerade am Anfang gemeinsam mit ihm surfen und ihm zeigen, wie es Kaufvorgänge im Internet erkennt, und vereinbaren, dass das Bestellen oder Herunterladen im Internet ihre Aufgabe ist. Die Bezahldaten und eigene Nutzerkonten sollten daher stets durch sichere Passwörter geschützt sein. Dies besteht aus einem Mix aus Klein- und Großbuchstaben sowie aus Zahlen. Wichtig ist, Passwörter nie im Browser zu speichern und sich nach einem Einkauf immer auszuloggen. Zudem sollten Eltern ihre Geräte und Betriebsysteme über Sicherheitseinstellungen oder Jugendschutzsoftware kindgerecht einrichten.

Weitere Informationen

Bei unseriösen Angeboten können sich Eltern an die Verbraucherzentrale vor Ort wenden oder über das Portal der Verbraucherzentrale Bundesverband informieren. Den Umgang mit Werbung lernen Kinder spielerisch bei der Initiative "Mediasmart". Die Problematik veranschaulicht der Animationsfilm "Mamas Passwort" mit der Familie Schaumann.

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