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Eltern auf Facebook: Privatsphäre der Kinder respektieren

Viele Eltern sind mit ihrem Kind auf sozialen Netzwerken wie Facebook befreundet. Doch auch online brauchen Kinder ihren Freiraum. Eltern können diesen umso entspannter gewähren, wenn sie mit ihrem Kind regelmäßig Sicherheitseinstellungen checken und gemeinsame Absprachen treffen.

Facebook hat rund 24 Millionen aktive Mitglieder in Deutschland, darunter auch viele Eltern. Diese möchten oft gern mit ihrem Kind „befreundet“ sein. Freundschaften zwischen Eltern und Kindern in sozialen Netzwerken sind okay, wenn sich beide Seiten fair verhalten. Wichtig ist, dass Eltern die Privatsphäre ihres Kindes auch online beachten. Schließlich würden sie ja auch nicht einfach das Tagebuch ihres Kindes lesen. Das schadet dem Vertrauen und behindert Gespräche und Vereinbarungen zur Mediennutzung.

Wenig einmischen

Auch wenn es verlockend sein kann, über Facebook mehr über die Interessen und Beziehungen des Kindes zu erfahren, eignet sich dazu ein gemeinsames Gespräch viel besser. Wenn Eltern die Statusmeldungen ihres Kindes öffentlich kommentieren, die Freunde des Kindes anschreiben oder ihnen Freundschaftsanfragen schicken, kann für ihr Kind peinlich sein und Vertrauen zerstören. Gerade in der Pubertät regieren Kinder darauf sensibel, auch um ein gewisses Image zu wahren, dass man sich in sozialen Netzwerken aufbaut. Mischen sich Eltern zu sehr ein, können ihre Kinder sie leicht aus der Freundesliste entfernen oder auf andere Netzwerke wie Instagram wechseln. Möchten Eltern mit ihren Kindern online kommunizieren, dann besser über persönliche Nachrichten.

Nicht bestrafen

Noch schlimmer ist es, Facebook als Bestrafung einzusetzen, wie Fälle aus den USA deutlich machen, bei denen Eltern ihrem Kind als Strafe für schlechte Noten ein schlechte Friseur schneiden und dies auf Facebook stellen. Das stellt Kinder nicht nur bloß, sondern kann sie pychisch sehr schwer belasten. In den sozialen Medien hat sich dagegen eine Gegenbewegung gebildet, wie dieses Video zeigt, das bsiher über 21 Millionen Mal gespielt wurde. Darin meint der Vater Wayman Greshman: "Wenn man sein Kind bestrafen muss, dann sollte man das nicht in der Öffentlichkeit tun."

Auf Risiken hinweisen

Eltern können ihre Erfahrungen auf Facebook nutzen, um Kinder auf Augenhöhe auf mögliche  Risiken bei Online-Communities hinzuweisen, wie etwa Störer und unpassende Inhalte, oder für Urheber- und Persönlichkeitsrechte zu sensibilisieren. Zudem können sie vereinbaren, dass Kinder genau darauf achten, wem sie was mitteilen und regelmäßig zusammen die Einstellungen zu Privatsphäre und Datenschutz überprüfen. Dabei ist zu beachten, dass für die Accounts Minderjähriger prinzipiell andere Voreinstellungen gelten und Möglichkeiten bestehen. Erfahren sie durch ein Statusupdate, dass ihr Kind zu viel von sich preisgibt oder Unpassendes teilt, sollten sie lieber das direkte Gespräch suchen.

Selbst Vorbild sein

Am besten gehen Eltern mit gutem Beispiel voran und achten selbst darauf, wem sie was über soziale Netzwerke mitteilen. Vielleicht gibt es Beiträge, die ihre Kinder nichts angehen oder diesen peinlich sein könnten. Dazu können sie bei jedem Post einstellen, wer diesen lesen darf und User in bestimmten Listen anlegen. Zudem sollten Eltern keine Informationen zu ihrem Kind veröffentlichen und das Profil des Kindes in keinen Beiträgen verlinken. Gerade Kinderbilder haben in sozialen Netzwerken oder Blogs nichts verloren, da sie schnell an Unbefugte geraten können. Hier sind Eltern in der Pflicht, mit gutem Beispiel voranzugehen und ihr Kind auch online zu schützen.  

5 Tipps für mehr Familienfrieden auf Facebook & Co.

1.    Privatsphäre beachten: Kindern Freiräume lassen, auch online.

2.    Behutsam beraten: Kinder nicht öffentlich zurechtweisen.

3.    Risiken besprechen: Profil zusammen einrichten, Sicherheitseinstellungen nutzen.

4.    Kinder schützen: Keine Informationen über das Kind veröffentlichen.

5.    Vorbild sein: Absprachen treffen und sich selbst daran halten.

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