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Erstes Smartphone: Vereinbarungen schaffen Vertrauen

Ihr Kind hat zu Weihnachten ein Smartphone bekommen? Diese 5 Tipps helfen, gute Regeln zu finden.

1. Nutzungsregeln vereinbaren

Vereinbaren Sie gemeinsam Nutzungsregeln, die Sie auch schriftlich festhalten können. Das stärkt das Vertrauen und hilft Kindern mit dem Gerät verantwortungsbewusst umzugehen.

Die Vereinbarung umfasst Punkte zu Verhalten, Sicherheit, Datenschutz, Downloads und Kosten, aber auch mögliche Konsequenzen. Dazu gehört auch rücksichtsvoll zu sein und das Smartphone etwa im Schulunterricht auszuschalten oder auf lautlos zu stellen.Downloads und Anmeldungen anfangs nur nach Rücksprache vornehmen.

Vorlagen finden Eltern etwa bei mediennutzungsvertrag.de. Ebenfalls interessant: Die 18 Regeln für den Umgang mit dem Smartphone der Bloggerin Janell Burley.

Verbote hingegen helfen wenig. Wichtiger ist, dass sich Eltern dafür interessieren, wie ihr Kind das Smartphone nutzt und mit wem es in Kontakt ist sowie bei Problemen ansprechbar sind.

2. Auf laufende Kosten achten

Ein Laufzeitvertrag mit monatlicher Kostenbegrenzung ("Kosten-Airbag") oder ein spezieller Vertrag für Kinder und Jugendliche ist bei vielen Anbietern erhältlich. Besprechen Sie mit Ihrem Kind welche Kosten bei welcher Nutzung entstehen und erklären Sie Zusammenhänge verständlich. Richten Sie auch eine Erinnerung ein, wenn ein gewisses Datenvolumen erreicht ist. Beteiligen Sie Ihr Kind an den Kosten für die regelmäßige Nutzung. So lernt es nicht nur sein Smartphone zu schätzen sondern auch verantwortungsvoll damit umzugehen und es sinnvoll einzusetzen.

Auf In-App-Käufe achten und diese möglichst deaktivieren. Hat ihr Kind ohne ihr Wissen eine App gekauft oder ein Abo abgeschlossen, können Eltern dies direkt bei Apple oder im Play Store beim Entwickler widerrufen oder sich an die Verbraucherzentrale wenden.

Vorsicht bei Zusatzdiensten, Klingeltönen, Apps und Spielen fürs Handy! Diese Angebote sind häufig kostspielig. Lassen Sie daher Drittanbieter beim Netzbetreiber sperren: Bei der Telekom nutzen sie dazu die Servicenummer 2202, bei Vodafone 1212, bei Telefonica 55222.

3. Geräte sichern

Testen Sie mit Ihrem Kind einige Funktionen. So können sie erklären, wann GPS, W-LAN und Bluetooth besser ausgeschaltet bleiben und wie sie eine Antiviren-App nutzen.

Installieren Sie eine Jugendschutz-App, um die Nutzung einzuschränken und prüfen Sie hier regelmäßig die Filterfunktionen. Aktivieren Sie zudem Sicherheitseinstellungen.

Bei Android haben Eltern über die "Perfect App Lock" die Möglichkeit, Dienste individuell zu blockieren, um einzelne Applikationen freizuschalten oder zu blockieren. Bei Google Play können sie in den Einstellungen einen Code für die Installation von Apps einstellen. Alternativ können sie über den Menüpunkt "Filter für Inhalte" festlegen, welche Anwendungen und Spiele ihr Kind installieren darf. Diese Einstellungen lassen sich allerdings durch das Zurücksetzen der Play Store-App auch ohne Passwort wieder ausschalten.

Bei iOS von Apple können Eltern unter "Einstellungen" eine "Code-Sperre" einrichten und unter "Einschränkungen" den Punkt "App-Installation" abwählen, damit Kinder nicht mehr selbstständig Apps installieren können. So können Eltern auch sogenannte "In-App-Käufe" wie Spielgegenstände und -erweiterungen innerhalb einer Anwendung sperren. Wichtig ist, unter "Kennwort erforderlich" den Punkt "Sofort" auszuwählen, da der Sperrcode sonst immer erst 15 Minuten nach der letzten Installation benötigt wird. Auch der sogenannte „geführte Zugriff“ kann bei den Geräten als Kindersicherung genutzt werden, beispielsweise, um das Verlassen einer App zu verhindern oder automatische Zeitbegrenzungen einzurichten.

4. Daten schützen

Besprechen Sie mit Ihrem Kind, dass ein Smartphone eine Fülle von Daten speichert. Helfen Sie Ihrem Kind seine Privatsphäre zu schützen, indem es Zugriffe durch PIN-Nummer und sichere Passwörter, erschwert sowie den Stadnort deaktiviert.

Zum Datenschutz gehört auch, vor Downloads und Updates von Apps auf die Zugriffsrechte, bei Anmeldungen auf die Datenschutzbestimmungen achten.

5. Smartphone-Pausen einlegen

Vereinbaren Sie, wann das Smartphone Sendepause hat, etwa beim Essen, bei den Hausaufgaben oder vor dem Schlafengehen. Gehen Sie als Vorbild mit gutem Beispiel voran! Denn Forscher haben herausgefunden, dass das helle Licht der Bildschirme das Hormon Melatonin unterdrücken kann, das die Schlaf- und Wachphasen regelt. Mehr im Extrathema Medienzeiten. Das Smartphone kann Ihr Kind zumindest anfangs abends an einen festen Platz legen oder abgeben. 

Weitere Tipps, damit man sich nicht ständig ablenken lässt und Angst hat, etwas zu verpassen (Stichpunkt FOMO = fear of missing out): Vorher überlegen was man im Chat klärt und was lieber persönlich. Ein kurzer Anruf ist oft effektiver als ewig hin und her zu tippen. Das Handy nur in bestimmten Abständen checken, z.B. morgens, mittags und abends. Push-Nachrichten ausschalten, damit man nicht wegen jeder Kleinigkeit abgelenkt wird. Bei Messengern im Status anzeigen, dass man beschäftigt ist, damit andere Bescheid wissen. Ausstellen, dass andere sehen, wann man zuletzt online war oder eine Nachricht gelesen hat. Nachrichten in Gruppen-Chats auch zeitweise stummschalten. Bei Treffen das Smartphone weglegen und lautlos stellen.

Die kostenlose Android App Menthal, von Forschern der Uni Bonn, zeigt die tägliche Nutzungsdauer des Handys, die am häufigsten verwendeten Anwendungen und Informationen zum Telefonier-Verhalten an. Dreht sich bei Ihrem Kind nur noch alles ums Handy/Smartphone, führen Sie handyfreie Tage ein und suchen Sie mit Ihrem Kind nach Alternativen. Auch kann es hilfreich sein, eine Zeitbegrenzung im WLAN festzulegen.

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