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Facebook beliebteste Website bei Kindern

Kinder zwischen sechs und dreizehn Jahren nutzen immer mehr und früher das Internet, dennoch bleibt das Fernsehen klares Leitmedium in dieser Altersgruppe. Dies belegt die aktuell veröffentlichte KIM-Studie 2012. SCHAU HIN! fasst die Ergebnisse kurz zusammen.

© [OJO Images] / Getty Images

Kinder wachsen heute immer früher mit digitalen Medien auf und nutzen diese immer umfassender. Jeweils zwei Drittel der befragten Kinder interessieren sich für Computerspiele sowie das Internet. Fast alle Haushalte, in denen Kinder im Alter von sechs bis 13 Jahren leben, verfügen über Handy, Fernseher, Radio, CD- und DVD-Player sowie Computer und Internetzugang. Tablet-PCs waren zum Zeitpunkt der Befragung mit 12 Prozent noch vergleichbar wenig verbreitet. Spielkonsolen stehen in drei von vier Familien zur Verfügung. Im Kinderzimmer selbst befinden sich häufig ein CD-Player (58 %). Jeweils jedes zweite Kind besitzt eine Spielkonsole (51 %), ein Handy (49 %) oder einen MP3-Player (45 %); gut jedes dritte Kind (36 %) hat einen eigenen Fernseher, ein eigenes Radio (32 %) oder einen Kassettenrekorder (30 %).

Fernsehen bleibt Leitmedium

Das Fernsehen ist nach wie vor das dominante Medium bei Kindern. 79 Prozent sehen jeden oder fast jeden Tag fern, für 57 Prozent ist das Fernsehen das Medium, auf das sie am wenigsten verzichten könnten. Nach Angaben der befragten Eltern fangen die Kinder mit durchschnittlich drei Jahren an fernzusehen. Bei den liebsten Fernsehsendungen zeigt sich eine breite Mischung aus Kinder- und Erwachsenenprogramm. Am häufigsten werden "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" (5 %), "Die Simpsons" (4 %), "Deutschland sucht den Superstar", "Hannah Montana" oder "SpongeBob" (je 3 %) genannt.

Trotz des wachsenden Medienangebots und der stärkeren Verbreitung des Internets bei Kindern hat das Lesen von Büchern noch immer einen festen Stellenwert im Alltag der Kinder. So lesen 14 Prozent der Kinder jeden oder fast jeden Tag, ein weiteres Drittel ein- oder mehrmals pro Woche, 29 Prozent seltener und 23 Prozent zählen zu den Nicht-Lesern. Besonders Mädchen sind begeisterte Leserinnen: 58 Prozent der Mädchen lesen mindestens einmal die Woche, bei Jungen sind es deutlicher weniger (39 %).

Die Nutzung von Computern spielt mittlerweile auch im Alltag von Kindern eine beachtliche Rolle. In 95 Prozent der Haushalte, in denen die Sechs- bis 13-Jährigen leben, gibt es (mindestens) einen Computer oder Laptop. Ein Fünftel (21 %) der Kinder besitzt ein eigenes Gerät. Jungen (23 %) haben etwas häufiger einen eigenen Computer als Mädchen (19 %). Etwa drei Viertel der befragten Kinder nutzen zumindest selten einen Computer.

Internetnutzung nimmt zu

Aktuell surfen 62 Prozent der Kinder zwischen sechs und 13 Jahren zumindest selten (Jungen: 64 %, Mädchen: 58 %). Der Einstieg in die Internetnutzung findet nach Elternangaben mit durchschnittlich acht Jahren statt. Für 36 Prozent gehört das Surfen zum Alltag, sie gehen (fast) jeden Tag ins Internet - ein Anstieg um zehn Prozentpunkte im Vergleich zur letzten Erhebung. Bei der täglichen Nutzung sind Suchmaschinen und soziale Netzwerke führend. Insgesamt sind 44 Prozent der Internetnutzer im Alter zwischen sechs und 13 Jahren in einer Community angemeldet. Mittlerweile steht auch bei den Kindern Facebook an erster Stelle (55 %). Diese Konzentration bewertet der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest durchaus kritisch. Nach den Nutzungsbedingungen des Unternehmens ist die Anmeldung prinzipiell erst ab 13 Jahren erlaubt. Zudem steht Facebook seit einiger Zeit hinsichtlich des Umgangs mit den persönlichen Daten der Nutzer stark in der Kritik.

Derzeit nutzen zwei Drittel der Sechs- bis 13-Jährigen mindestens einmal pro Woche Games am Computer oder an der Konsole, 22 Prozent sogar täglich, darunter besonders viele Jungen. Die Liste der beliebtesten Spiele wird von "Super Mario" angeführt (12 %). Mit neun Prozent folgt das Fußballspiel "FIFA", sieben Prozent entfallen auf das Rennspiel "Mariokart". Ebenfalls sieben Prozent sprechen sich für "Die Sims" bzw. den neuen Ableger "Die Urbz" aus.

Nach Angaben der Kinder hat bereits jedes zehnte Kind im Alter von sechs bis sieben Jahren ein eigenes Handy, bei den Acht- und Neunjährigen besitzt jeder Dritte ein Handy. Zwei Drittel sind es bei den Zehn- und Elfjährigen und bei den Zwölf- und 13-Jährigen ist ein eigenes Handys quasi obligatorisch (91 %). Wenn es sich bei Handys auch um multifunktionale und multimediale Geräte handelt, so sind die am meisten genutzten Funktionen weiterhin das Telefonieren und das Versenden von SMS. Die Nutzung von Apps spielt derzeit (noch) kaum eine Rolle - angesichts der noch relativ geringen Verbreitung von Smartphones: Sieben Prozent der befragten Kinder verfügen über ein solches Gerät.

Über zwei Stunden vor dem Bildschirm

Die Angaben der Haupterzieher zur Mediennutzungszeit der Kinder zeigen erneut die Dominanz des Fernsehens. Die Sechs- bis 13-Jährigen nutzen das Fernsehen 95 Minuten am Tag, 42 Minuten verbringen sie mit dem Computer, je etwa eine halbe Stunde entfallen auf Computer-/Konsolen-/Onlinespiele oder Radio hören. Für das Lesen von Büchern werden 22 Minuten aufgewendet.

Insgesamt zeigt die KIM-Studie 2012, dass das Internet sich auch bei Kindern zunehmend alltäglich wird. Dabei ist einerseits erfreulich, dass Kinder häufig spezielle Kinderangebote nutzen und auch Kindersuchmaschinen kennen. Problematisch ist allerdings, dass mit Facebook ein Angebot die Hitliste der liebsten Internetangebote anführt, das nicht für Kinder gedacht ist und auch laut den AGBs erst ab 13 Jahren genutzt werden darf. Die Komplexität des Internets zeigt, dass Eltern gerade hier Unterstützung benötigen.

Der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest ist eine Kooperation der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK) und der Landeszentrale für Medien und Kommunikation Rheinland-Pfalz (LMK). Die Durchführung der Studie erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Südwestrundfunk (SWR). Die komplette KIM-Studie erhalten Eltern und andere Interessierte hier.

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