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Facebook-Hoax: Widerspruch zwecklos

Sie kursieren immer wieder: Posts auf Facebook gegen die Nutzung privater Daten. Was dahinter steckt und warum der Widerspruch zwecklos ist.

Immer wieder kursieren auf Facebook Statusmeldungen, mit denen Nutzer versuchen, sich vor der Datenkrake Facebook zu schützen. Derzeit kursiert eine neue Version davon, mit der die Nutzer versuchen, sich gegen die angeblich neuen Facebook-Richtlinien abzusichern.

Der Text

"Ich erkläre hiermit folgendes: heute, in Reaktion auf die neuen Facebook Richtlinien. Gemäß den Artikeln l. 111, 112 und 113 des Strafgesetzbuchs, geistiges Eigentum, erkläre ich, dass meine Rechte sind an alle meine persönlichen Daten, Zeichnungen, Bilder, Bilder, Texte etc… Veröffentlicht auf meinem Profil ab dem Tag, an dem ich mein Konto erstellt habe. Für kommerzielle Nutzung von früheren… Zu allen Zeiten wird zuerst meine schriftliche Genehmigung erforderlich sein.

Jeder kann diesen Text kopieren und einfügen in Ihrem persönlichen Facebook-Seite. Damit bist du unter dem Urheberrecht. Mit diesem Post lässt du Facebook wissen, dass das veröffentlichen, vervielfältigen, verbreiten, senden, oder auf irgendeine andere Weise Content aus meinem Profil streng verboten ist. Die oben genannten Artikel sind auch für Arbeitnehmer, Studenten, Agenten und / oder — Anderes Personal im Dienst von Facebook.

Der Inhalt von meinem Profil enthält private Informationen. Die Verletzung von meinem Privatleben bestraft wird unter Berücksichtigung des Gesetzes (UCC 1-308 1-308 1-103 und das Statut von Rom). Alle Mitglieder sind eingeladen, einen ähnlichen Beitrag zu setzen, oder wenn du willst, kannst du diese Nachricht kopieren und einfügen. Wenn sie diese Erklärung nicht mindestens einmal veröffentlicht, wirst du stillschweigend zulassen, dass deine Fotos, sowie die Informationen in ihrem Profil verwendet werden dürfen."

Die Fakten

Der Haken an der Sache: Zuletzt wurden die Facebook-Richtlinien Ende Januar 2015 verändert. Wie man bei den Facebook-AGB unter Punkt 14.6 nachlesen kann, stimmen Nutzer diesen AGB mit der weiteren Nutzung automatisch zu: "Deine weitere Nutzung von Facebook nach Änderungen an unseren Bedingungen bedeutet gleichzeitig dein Akzeptieren unserer geänderten Bedingungen."

Im Strafgesetzbuch gibt es kein "Artikel 111, 112 und 113", sondern Paragrapfen. In diesen geht es nicht um geistiges Eigentum, sondern um "Öffentliche Aufforderung zu Straftaten" (§ 111 StGB) und "Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte" (§ 113 StGB). Paragraph 112 ist ganz weggefallen.

Beim "Gesetz UCC 1-308 1-308 1-103", das ebenfalls erwähnt wird, handelt es sich um den Uniform Commercial Code - das US-amerikanische Handelsrecht. Das "Statut von Rom" ist die vertragliche Grundlage des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag. Das alles hat mit Facebook und dessen Datenschutz überhaupt nichts zu tun.

Dieser Post ist bereits seit Dezember 2015 im Umlauf, hierbei handelt es sich um einen Kettenbrief, oder auch Hoax, wie Mimikama klarstellt. Auch chatten-ohne-risiko beschäftigt sich mit dem Thema.

Die Möglichkeiten

Bereits mit dem Einrichten eines Facebook-Kontos stimmen die Nutzer den Facebook-Bedingungen zu und treten bestimmte Rechte an Facebook ab. Rechte, die das Unternehmen schon alleine aus dem Grund benötigt, um die Inhalte der Nutzer überhaupt anzeigen zu dürfen. Nutzer können nur über Sicherheitseinstellungen in der Privatsphäre den zugriff auf private Daten durch andere Nutzer einschränken, nicht aber gegenüber Facebook. Die einzige Alternative ist und bleibt: Profil löschen.

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