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Faszination Onlinerollenspiele: Reale Welt nicht vernachlässigen

Online-Rollenspiele wie World of Warcraft sind gerade bei Jugendlichen sehr beliebt. SCHAU HIN! erklärt, was diese daran fasziniert, warum diese für Kinder nicht geeignet sind und was Eltern dabei beachten sollten.

© jeninagy / Fotolia

Figuren in Onlinerollenspielen sehen oft aus wie ungewöhnliche Launen der Natur: Monster mit Ziegenhörnern, grimmige Elfen und bullige Trolle treffen in fantasievollen Welten aufeinander. Spieler erschaffen sich hier einen eigenen Avatar, der ständig neue Fähigkeiten dazu gewinnt, und mit dem sie Aufgaben lösen oder gegen andere Spieler antreten. Viele Spiele bieten eine digitale Gemeinschaft in so genannten Gilden oder Clans, die online miteinander kommunizieren. Damit können Jugendliche zwar soziale Kompetenzen entwickeln, haben aber auch den Anreiz, länger zu spielen, um Anerkennung in der Gruppe zu erfahren. Dies kann dazu führen, dass sie regelrecht in virtuelle Welten abtauchen und andere Lebensbereichen vernachlässigen. „Eltern sollten solch persönliche und soziale Faktoren beachten und ihr Kind im Umgang mit Onlinespielen begleiten, damit es rechtzeitig lernt, sich die Zeit einzuteilen und andere Interessen zu pflegen. Statt genereller Verbote helfen klare Regeln und ein Interesse für die Spielewelt des Kindes. Gemeinsames Spielen macht nicht nur die Faszination verständlicher, sondern stärkt auch das Vertrauen.

Zeit als wichtigste Währung

Mit klaren Regeln helfen Eltern ihren Kindern, einen verantwortungsvollen Umgang mit Computer-und Videospielen zu erlernen. Wichtig ist zum einen, darauf zu achten, dass die Spiele kindgerecht sind und keine brutale Gewalt enthalten. Bei der wohlüberlegten Kaufentscheidung orientieren sich Eltern am besten an den Alterskennzeichnungen der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK), an Spielempfehlungen von Ratgeberportalen oder nutzen Beratungsgespräche mit Fachstellen.

Entscheidend ist aber das gemeinsame Ausprobieren, da jedes Kind unterschiedlich auf die Darstellungen oder die Anforderungen reagiert, die das Spiel stellt. Zudem sollten Eltern ihr Kind dafür sensibilisieren, dass es mit persönlichen Daten vorsichtig umgeht – etwa bei der Anmeldung zu Onlinegames oder in der Kommunikation mit Spielpartnern. Auch ist ein Gespräch über mögliche Kosten ratsam, die beim Kauf von Spielerweiterungen oder bei Abos anfallen können. Kleinere Kinder sollten keinen Zugang zum Bezahlsystem erhalten. Für Kinder ab zwölf Jahren eignet sich ein Prepaid-Betrag, der sich wie das eigene Taschengeld verwalten lässt.

Spielen mit Verantwortung

SCHAU HIN! bietet einen Schwerpunkt zu Games, eine Broschüre zum Thema sowie Hinweise zu Beratungsstellen wie „Lost in Space“, „ESCapade“ oder die Computersuchthilfe Hamburg. Passende Spiele finden Eltern z.B. über Webseiten wie www.spielbar.de, www.spieleratgeber-nrw.de, www.seitenstark.de oder www.klick-tipps.net sowie die Broschüre des Bundesfamilieministeriums „Spiel- und Lernsoftware pädagogisch beurteilt“. Den altersgerechten Umgang mit Computer, Konsole und Tablet unterstützen Sicherheitseinstellungen, Jugendschutzprogramme oder entsprechende Apps wie „Meine-Startseite“. Diese ersetzen jedoch nicht die aktive Begleitung durch die Eltern, um von Anfang an darauf zu achten, dass Computerspiele nicht das einzige Hobby ihres Kindes sind.

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