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Fortschritte im Jugendschutz noch ausbaufähig

Die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) hat in ihrem fünften Bericht ermittelt, dass die Internetnutzer immer jünger werden und jugendgefährdende Inhalte vor allem in sozialen Netzen und Apps zunehmen.

© Juice Images / Fotolia

Social-Media-Angebote setzten demnach Kinder und Jugendliche oft einem „unerwünschten Konfrontationsrisiko“ aus. Die Nutzer werden nicht nur innerhalb der Netzwerke mit problematischen Inhalten konfrontiert, sondern auch bei Meldungen aus dem unmittelbaren Umfeld der Nutzer, etwa durch Beleidigungen oder Lästereien.

Gespräche über internationale Jugendschutzstandards

Ein zeitgemäßer Jugendschutz muss mit der Entwicklung des Internets mithalten. Web 2.0 und mobile Plattformen wie Smartphones, Tablets oder Spielekonsolen verzeichnen hohe Wachstumsraten und erleichtern den Zugang zu jugendschutzrelevanten Inhalten im Netz. Es gibt einen Konzentrationsprozess auf wenige globale Player wie Google, Facebook oder Amazon. Dies mache internationale Jugendschutzstandards wichtiger denn je. Die KJM fordert, die originäre Verantwortung nicht ausschließlich auf die Eltern zu übertragen und will sich verstärkt mit den großen Anbietern über solche Standards verständigen. Dies sei ein erster Schritt, um Selbstverpflichtungen zu erwirken.

Anzahl der Verstöße im privaten Rundfunk gestiegen

Im Berichtszeitraum zwischen März 2011 und Februar 2013 befasste sich die KJM mit rund 150 Aufsichtsfällen aus dem Rundfunk, mehr als 90 davon stufte sie als Verstoß gegen die Bestimmungen des Jugendmedienschutz-Staatsvertrags ein. An der Spitze standen dabei zahlenmäßig die Scripted-Reality-Formate, gefolgt von Werbespots, Spielfilmen und Serien. Im Bereich Telemedien liegt der Schwerpunkt der Verstöße nach wie vor auf pornografischen Inhalten.

Verbreitung von Jugendschutzprogrammen

Die KJM bewertet die Anerkennung der beiden Jugendschutzprogramme von JusProg und der Deutschen Telekom im Februar 2012 als einen wesentlichen Fortschritt. Dies habe die Etablierung eines freiwilligen Kennzeichnungssystems in den Telemedien bzw. für Internetinhalte ermöglicht. Dieses System soll Bestandteil der Novelle des Jugendmedienschutz-Stattsvertrages sein, die im Herbst 2013 vorliegen soll. Wünschenswert wäre hierfür laut KJM die Erweiterung der Jugendschutzprogramme auf mobile Plattformen und die Förderung ihrer Verbreitung, um möglichst viele Eltern und Erziehende zu erreichen.
Ein geeignetes Jugendschutzprogramm ist beispielsweise die Kinderschutz-App von fragFINN.

Die KJM-Studie finden Interessierte hier.
Die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) hat sich am 2. April 2003 konstituiert. Sie nimmt gemäß dem Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV) die Aufsicht über Rundfunk und Telemedien (Internet) wahr. Im Rahmen ihrer Aufsichtstätigkeit veröffentlicht die KJM regelmäßig Berichte, die die Fortschritte im Jugendmedienschutz dokumentieren.

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