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FSM-Bericht: Höchststand an Beschwerden

Die Beschwerdestelle der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter (FSM) verzeichnete 2015 einen erneuten Rekord an Beschwerden, vor allem bei volksverhetzenden und pornografischen Inhalten. Wir geben Eltern Tipps, wie sie ihr Kind davor schützen und diese melden.

© iStock.com/cpopik
© iStock.com/cpopik

Laut Mitteilung der FSM wurden in 1.542 Fällen kinder- (1.429) oder jugendpornografische (113) Inhalte festgestellt (28 % des Gesamtbeschwerdeaufkommens, 2014: 27 %). Damit erhöhte sich die Zahl dieser Meldungen um 13 %  (2014: 1.359 Fälle). Von allen deutschen Fällen konnten 98 % der Inhalte innerhalb einer Woche gelöscht werden. Im Ausland waren nach 4 Wochen 62 % der Inhalte gelöscht.

2015 wurde Erwachsenenpornografie mit 18 % des Gesamtbeschwerdeaufkommens nach Kinder- und Jugendpornografie am zweithäufigsten bearbeitet, dahinter liegen übrige jugendgefährdenden Inhalte wie extreme Gewalt oder Verharmlosungen von Essstörungen mit 8% (2014: 9 %).

Die Zahl der Beschwerden wegen Hetze im Netz hat sich von 2014 auf 2015 nahezu verdreifacht (2015: 139 Fälle/3 %, 2014: 50 Fälle/1 %). Noch deutlicher fällt der Anstieg bei rechtsradikalen Webinhalten aus: Hier haben sich die Meldungen sogar verachtfacht (2015: 256 Fälle/5 %, 2014: 32 Fälle/1 %). Darunter fallen vor allem die Holocaustleugnung (55 Fälle) und die Verbreitung verfassungsfeindlicher Kennzeichen/Propagandamittel (201 Fälle).

Die Beschwerden gegen sonstige Inhalte zeigen mit 32 % des Gesamtbeschwerdeaufkommens weiterhin den enormen Beratungsbedarf von Internetnutzern. Hierbei handelt es sich um Meldungen, für die die Beschwerdestelle sachlich nicht zuständig ist (z.B. Persönlichkeits- oder Datenrechtsverletzungen, Phishing, Betrug) oder bei deren Überprüfung kein Verstoß gegen eine jugendmedienschutzrechtliche Vorschrift festgestellt werden konnte (z.B. reine FKK-Seiten).

Geräte direkt sichern

Ob stationär oder mobil, bei jedem Mediengerät, ob Computer, Tablet, Smartphone oder Konsole, kann man Jugendschutzfunktionen einrichten. Die meisten Betriebssysteme bieten die Möglichkeit, in einem geschützten Bereich Angebote nach Altersangaben und gewisse Funktionen wie die Installation von Programmen einzuschränken. Dies sollte bei Kindern bis zwölf Jahren generell Aufgabe der Eltern sein. Die Zeitlimitierung ist nur zu nutzen, wenn Medienzeiten wiederholt nicht eingehalten werden und andere Lebensbereiche darunter leiden.

Technischen Schutz anpassen

Kinder brauchen je nach Alter und Reife unterschiedliche Bewegungsräume im Netz. Für jüngere Kinder sind geschützte Surfräume, für ältere Kinder ab etwa zwölf Jahren eher Jugendschutzprogramme. Eltern sind gut beraten, die Einstellungen regelmäßig zu überprüfen und den Zugang mit einem sicheren Passwort zu sperren. Geschützte Surfräume erleichtern einen kindgerechten Start ins Netz. Dieser umfasst die geprüften Seiten der Kindersuchmaschinen "fragFINN" und "Blinde Kuh" sowie alle Webseiten mit einer Anbieterkennzeichnung bis 12 Jahren. Als Programme geeignet sind von der Kommission für Jugendmedienschutz empfohlene Angebote wie "Jusprog" oder das Programm der Deutschen Telekom. Dabei werden ungeeignete Websites auf Basis bestimmter Schlagworte gefiltert. Weitere Informationen erhalten Eltern in den Sicherheitseinstellungen für Browser und Computer.

Auch mobil sicher surfen

Wichtig ist auch, den Schutz für mobile Geräte wie Smartphones oder Tablets zu aktivieren. Das Angebot reicht von Programmen, die den Zugriff auf eine vorgegebene Auswahl an Apps beschränken, speziellen Kinder-Browsern, die das Surfen auf vorab geprüfte Websites beschränken bis hin zu Jugendschutz-Apps.

Inhalte melden

Eltern können ihr Kind dafür sensibilisieren, sich mitzuteilen, wenn es auf unpassende Inhalte trifft. Diese sind per Screenshot zu sichern sowie dem Betreiber oder Stellen wie "I-Kiz", "jugendschutz.net", "Internetbeschwerdestelle" oder über die Website der FSM zu melden.

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