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"Gemeinsames Entdecken altersgerechter Angebote ist die Lösung"

Die E-Commerce-Plattform Spreadshirt unterstützt den Medienratgeber SCHAU HIN!. Die Zusammenarbeit startete im September 2014 mit einer gemeinsamen Aktion anlässlich des Weltkindertags. Spreadshirt-CEO Philip Rooke äußerte sich im Interview über die Zusammenarbeit mit SCHAU HIN!, seinen Wunsch, mehr Medienkompetenz in die Familien zu tragen und den Umgang mit persönlichen Informationen im Internet.

© Philip Rooke, CEO Spreadshirt

SCHAU HIN!: Spreadshirt unterstützt den Medienratgeber SCHAU HIN! und fördert damit die Medienkompetenz bei Kindern. Was sind die Gründe dafür?

Philip Rooke: Die Unterstützung von SCHAU HIN! ist für mich eine Herzensangelegenheit. Spreadshirt ist eine Online-Plattform. Das Internet ist also unsere Heimat. Es entwickelt sich rasend schnell. So besitzen nach neuesten Zahlen 88 Prozent der Jugendlichen ein Smartphone, Instant-Messaging-Dienste und soziale Netzwerke sind für sie selbstverständlich. Aber ein sogenannter Digital Native wird man nicht nur durch sein Geburtsjahr. Dazu gehören Kompetenz und Erfahrung, die maßgeblich auch von Eltern und anderen Erziehenden kommen. Diesen fällt es aber oftmals schwer, mit der technischen Entwicklung, aber auch mit der Medienkompetenz ihrer Kinder Schritt zu halten. Pauschale Verbote und Ängste helfen aber nicht weiter. Vielmehr geht es um das gemeinsame Entdecken altersgerechter Angebote.

SH!: Sehen Sie die neuen Medienwelten eher als Chance oder als Herausforderung für Kinder?

P.R.: Definitiv als Chance - die nötige Kompetenz natürlich vorausgesetzt. Das Internet bietet zahllose Möglichkeiten, sich schnell Wissen anzueignen, mit der ganzen Welt in Kontakt zu treten und selbst kreativ zu werden. Wir sind nicht mehr auf gefilterte Informationen durch klassische Medien angewiesen, sondern können in sozialen Netzwerken, Blogs, Foren oder anderen Plattformen selbst zu Sendern werden. Aber darin, dass jeder zum aktiven Kommunikator werden kann, liegt unter Umständen die Gefahr, zu viel von sich preiszugeben. Ein Stichwort ist zum Beispiel Cybermobbing. Auch als ich Kind war, gab es Opfer und Täter - damals nur auf dem Schulhof, jetzt auch online. Kinder und Jugendliche müssen lernen, sich in Onlinewelten und im echten Leben entsprechend zu verhalten und diese Welten auch richtig gewichten.

SH!: Der sorgsame Umgang mit persönlichen Informationen ist ein wichtiges Thema. Wie können Eltern und Kinder ihre Daten schützen?

P.R.: Als Chef einer Plattform, die individuelle Kleidung bedruckt, ziehe ich immer wieder gern folgenden Vergleich: Veröffentliche im Internet nur das, was du dir auf ein T-Shirt drucken, anziehen und auf der Straße offen jedem zeigen würdest. Freizügige Bilder und Kreditkartennummern gehören bestimmt nicht dazu! Eltern sollten selbst Vorbilder sein und ihre Kinder sensibilisieren: Was sind überhaupt persönliche Daten? Was kann ich wo posten oder zeigen? Wie kann ich geschickt mit den Eigenheiten des jeweiligen Mediums umgehen und beispielsweise bei Facebook die richtigen Privatsphäre-Einstellungen vornehmen? Dazu gehört von Elternseite, schon im Baby- und Kleinkindalter sorgsam mit Fotos umzugehen. So wie man von sich selbst keine Bikini- oder Partyfotos zeigen sollte, die der zukünftige Chef sehen könnte, so muss man - um viele Jahre vorausschauend - auch die Privatsphäre des Kindes schützen. Zum Beispiel durch den völligen Verzicht auf Namensnennungen oder Fotos. Oder zumindest indem man Kinder auf Bildern mithilfe von Hüten oder Sonnenbrillen nur schwer erkennbar macht. Eltern und Erziehende sollten ihren Kinder beibringen, stets kritisch zu hinterfragen, was sie veröffentlichen - und nicht nur an jetzt, sondern auch an später denken. Denn das Internet vergisst nicht.

SH!: Beim Online-Shopping müssen bestimmte Daten angegeben werden. Was sollten Eltern beachten?

P.R.: Das fängt bei ganz einfachen Dingen an. So gehören wichtige Passwörter und Bankdaten wie Kreditkarteninformationen nicht in Kinderhände. Eltern sollten sich informieren und den Computer sowie mobile Geräte wie Tablets oder Smartphones kindersicher machen. Es gibt viele gute Apps, die einen sicheren Kindermodus ermöglichen. Vor allem bei älteren Kindern und Jugendlichen gilt: Vorleben, erklären, gemeinsam online shoppen und so wichtige Kompetenzen vermitteln.

SH!: Die Entwicklungen neuer Medien sind rasant. Wie könnte die Zukunft in fünf bis zehn Jahren aussehen?

P.R.: Ein Blick in meine Kristallkugel sagt mir, dass vor allem mobile Endgeräte und dafür angepasste Angebote weiter die Entwicklung dominieren werden. Ich kann mir gut vorstellen, dass auch die Schulen mehr Medienkompetenz vermitteln. Das kommt meiner Meinung nach derzeit noch zu kurz. Vor allem hoffe ich, dass Familien auch in 10 Jahren noch einfach so am Abendbrottisch sitzen und sich über den Tag unterhalten können - ganz ohne Technik. Inzwischen sind die ersten sogenannten Digital Natives selbst Eltern und wir werden sehen, ob diese ihrem Nachwuchs lockerer, natürlicher und angstfreier den Umgang mit neuer Technik und ihren Möglichkeiten beibringen, als es manchem Erziehenden heute gelingt. Ich persönlich freue mich jetzt schon auf die nächsten Entwicklungen - seien es in Kleidung oder gar den menschlichen Körper integrierte Gadgets oder superschnelles Internet auch im kleinsten Dorf.

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