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Grimme-Preis 2014: Gewinner stehen fest

Das Grimme-Institut hat die Gewinner des diesjährigen 50. Grimme-Preises bekannt gegeben, darunter eine Folge der Dokumentationsreihe "stark!", die regelmäßig im Kinderkanal zu sehen ist.

Die Folge "Der Sommerclub" der Dokumentationsreihe "stark!"erhielt den Grimme Sonderpreis Kultur. In diesem Format erzählen Kinder aus verschiedenen Ländern ihre ganz besondere Geschichte, von einem außerordentlichen Erlebnis, wie sie etwa mit einem großen Problem fertig wurden oder ein hochgestecktes Ziel erreichten. In jeder 15-minütigen Folge steht ein Kind im Alter zwischen 10 und 13 Jahren im Mittelpunkt. Die Filme leben ausschließlich von den Erlebnissen und Aussagen des porträtierten Kindes. Es gibt keinen zusätzlichen Kommentar und keine Interviews mit Erwachsenen.

Hinweise, goldene Regeln und Elternfragen zum kindgerechten Fernsehen sowie TV-Tipps finden Nutzer im Themenbereich TV & Film.

Begründung der Jury zur Prämierung von "stark!"

Anna, April, Charlotte, Lotti, Paula und Sophie sind der Sommerclub. Sechs beste Freundinnen in Berlin, die zusammen Zeit verbringen, Pläne schmieden und in die Tat umsetzen: basteln, backen, gemeinsam verreisen. April ist anders als die anderen Mädchen. Sie ist geistig und körperlich behindert. Und doch: Sie alle gehen zur selben Schule. Um die Mitgliedschaft im Sommerclub hat sich April selbst beworben.

So respektvoll wie unempfindlich im offenen Umgang mit Aprils Behinderung zeigt diese dokumentarische Produktion, was Inklusion sein kann: Der verständige Umgang damit, dass Menschen unterschiedlich sind, aber auch, dass jeder ganz besondere Fähigkeiten einbringen kann, die der Gruppe zugute kommen. Ein oft beschworenes Miteinander, das die jungen Protagonistinnen nicht bloß behaupten, sondern leben. Unaufgeregt und selbstverständlich.

Konsequent verzichtet „Der Sommerclub“ auf Gesten des Abenteuers, des Wettbewerbs, der Challenge und ist schon allein deswegen ein erfrischendes Stück Fernsehen. Er setzt nicht auf das große Drama, sondern auf die Größe des Alltags, besticht mit dem vermeintlich unspektakulären Gelingen. Dank einer lebendigen Filmsprache und einer Kameraführung, die es versteht, Körperlichkeit unprätentiös ins Bild zu setzten, entfaltet er ein visuelles und emotionales Tableau jenseits von Voyeurismus und vorschnellem Mitleid.

Den Filmemachern Manuel und Antonia Fenn ist damit ein ausgesprochen liebevolles Portrait von sechs selbstbewussten Mädchen gelungen. Die Protagonistinnen dürfen selbst für sich sprechen – ohne erwachsenen Off-Kommentar. Und so ist auch die dokumentarische ZDF-Reihe „Stark!“, in deren Rahmen der Beitrag entstanden ist, angelegt: Sie stellt willensstarke Kinder bei der Bewältigung der für sie großen Herausforderungen ihres Alltags vor – die Sicht der Kinder zählt. Der Zuschnitt auf das junge Publikum regt an zur Identifikation, aber auch zum Nachdenken über eigene Erfahrungen.

Im zweiten Jahr in Folge zeichnet der Sonderpreis Kultur des Landes Nordrhein-Westfalen ein dokumentarisches Format aus. Der bislang nur vereinzelt auftretende Dokumentarfilm für Kinder und Jugendliche kann aus Sicht der Jury bei Heranwachsenden in besonderer Weise zum Verständnis kultureller, historischer, politischer und gesellschaftlicher Zusammenhänge beitragen – und regt im besten Fall an zur selbstständigen Lebensdeutung und Sinnfindung.

Diese und weitere Begründungen finden Interessierte unter www.grimme-institut.de.

Die nächsten Sendetermine

So 06.04.2014 08:35-08:50 Uhr KiKA Nina - Voll im Rampenlicht und dann?

So 13.04.2014 08:35-08:50 Uhr KiKA Elyia - Mein Traum vom besseren Leben

So 20.04.2014 08:35-08:50 Uhr KiKA Justus - Bauernhof ist cool

So 27.04.2014 08:35-08:50 Uhr KiKA Willeni - ich pfeif' euch was!

So 04.05.2014 08:35-08:50 Uhr KiKA Moritz - Meine Honigmacher

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