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Gundula Gause: News mit Kindern checken

In Deutschland und Europa stehen wichtige Wahlen an. Die nächste am Sonntag in Schleswig-Holstein, bei der Jugendliche ab 16 Jahren wählen dürfen. Kinder und Jugendliche informieren sich dazu häufig im Internet. SCHAU HIN!-Botschafterin Gundula Gause empfiehlt Eltern, mit ihrem Kind Nachrichten und Meinungen zu hinterfragen, um Fake News besser zu erkennen.

Die Landtagswahlen in Schleswig-Holstein (7.5.) und in Nordrhein-Westfalen (14.5.) oder die Präsidentschaftswahlen in Frankreich (7.5.) sind auch für ältere Kinder und Jugendliche ein wichtiges Thema, zumal in immer mehr Landtagen das aktive Wahlrecht ab 16 Jahren liegt. Viele Jugendliche informieren sich über Politik auch im Internet: Wichtige Quellen sind unter anderem Videos auf Youtube und jeder Dritte informiert sich zu aktuellen Nachrichten in sozialen Medien wie Facebook. Laut KIM-Studie 2016 nutzt ein Drittel der surfenden Kinder ab dem Schulalter das Internet, um sich über Nachrichten zu informieren, bei den 12- bis 13-Jährigen sind es die Hälfte.

 

„Auch vor Wahlen kursieren gerade online Falschmeldungen, die insbesondere für Kinder schwer als solche zu erkennen sind. Wichtig ist, dass Eltern ihrem Kind dabei helfen, ein Gefühl dafür zu entwickeln, welche Informationen aus dem Netz echt sein könnten und welche nicht. Das erreichen sie am besten, wenn sie schon früh mit ihrem Kind über das Weltgeschehen sprechen und gemeinsam mit ihnen Nachrichten und Meinungen hinterfragen und einordnen“, sagt SCHAU HIN!-Botschafterin und ZDF-Nachrichtensprecherin Gundula Gause.

 

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Aufklären und erklären

Eltern können mit ihrem Kind über Fake News sprechen, erklären wie diese funktionieren und warum sie kursieren: Falschmeldungen knüpfen oft an Aktuelles an, buhlen durch drastische Überschriften und Bilder um Aufmerksamkeit, schüren Emotionen wie Angst und Wut, suggerieren Glaubwürdigkeit und unterstellen, große Medien würden wegen angeblicher staatlicher Kontrolle  die News verschweigen („Lügenpresse“). Fake News werden bewusst gestreut, um Meinungen zu beeinflussen oder damit Geld zu verdienen.

Gemeinsam prüfen

Nur weil eine Nachricht in sozialen Netzwerken oft geteilt wurde, heißt das nicht, dass die Informationen auch wahr sind. Am besten prüfen Eltern mit ihrem Kind gemeinsam anhand eines Beispiels: Ist der Beitrag besonders reißerisch und unseriös geschrieben, indem er bewusst gegen andere Stimmung macht? Werden stark emotionalisierende oder drastische Bilder verwendet? Sind Angaben etwa zu Ort und Zeit plausibel? Gib es andere Quellen, die Zitate oder Informationen bestätigen? Meist haben schon andere Nutzer den Beitrag als „Fake“ entlarvt und warnen davor. Das Online-Angebot www.mimikama.at klärt über Falschmeldungen auf und betreibt die Suchmaschine www.hoaxsearch.org. Die Website www.sogehtmedien.de von ARD und ZDF bietet für Jugendliche Tipps und Clips, wie man Fake News erkennt. Posten oder teilen Freunde Fake News, sollte man diese darauf hinweisen oder den Newsfeed so einstellen, dass man deren Beiträge nicht mehr sieht. Ungeeignete Beiträge können dem Betreiber gemeldet werden, aber auch mit einem Screenshot an Beschwerdestellen wie www.internet-beschwerdestelle.de oder www.jugendschutz.net weitergeleitet werden.

Alternativen anbieten

Kinder brauchen geeignete Informationen, die geprüft und altersgerecht aufbereitet sind. Diese helfen ihnen, die aktuellen Ereignisse richtig einzuordnen und können generell ihr Interesse für Politik wecken. Für Kinder eignen sich logo.de, neuneinhalb.de, der Kinderradiokanal, kindernetz.de/minitz, news4kids.de, sowieso.de, meine-startseite.de und hanisauland.de oder die Kindersuchmaschinen blinde-kuh.de, fragfinn.de und helles-koepfchen.de. Für Jugendliche bieten die Bundes- und Landeszentralen für politische Bildung gut verständliche und fundierte Informationen, etwa auf fluter.de, insbesondere auch zu Wahlen.  

Engagement fördern

Eltern können ihr Kind dabei unterstützen, sich und seine Umwelt zu erschließen, für seine Interessen einzutreten und sich auch für andere zu engagieren. Da, wo Kinder und Jugendliche ein Thema für sich entdeckt haben, wo sie Stellung beziehen und sich engagieren wollen, sind Medien zentrale Mittel, liefern Anlässe, Werkzeuge und Plattformen, das eigene Umfeld neu zu entdecken und die eigene Sichtweise zu zeigen. In vielen Kommunen gibt es zudem Kinder- und Jugendparlamente, -foren, -sprechstunden in den Rathäusern oder Kinderbeauftragte. Eltern können mit ihrem Kind herausfinden, welche Möglichkeiten es gibt. Dabei hilft etwa die Seite kinderrechte.de/kinderpolitische-landkarte.

Partizipation in der Familie leben

Demokratie wird überall gelernt, auch in der Familie. Es ist wichtig, dass Eltern ihre Kinder an Entscheidungen, die sie betreffen, beteiligen und ihre Ideen berücksichtigen, sowie mit passenden Angeboten über ihre Rechte aufklären. Hierzu gehört auch das Recht auf Freizeit, Spiel und Erholung, indem Kinder passende altersgerechte Unterhaltungsangebote nutzen, oder das Recht, sich zu informieren und sich mitzuteilen. Weitere Tipps in unserem Extrathema Partizipation.

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