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Jugendliche drei Stunden online

90 Prozent der Jugendlichen zwischen zwölf und 19 Jahren haben ein Smartphone, sie surfen auch damit öfter als mit einem Laptop und sind durchschnittlich 192 Minuten online. Das sind Ergebnisse der JIM-Studie 2014.

Mädchen mit Smartphone
© coldwaterman / Fotolia

Jugendliche nutzen Medien besonders vielfältig. Mit 97 Prozent besitzt praktisch jeder Zwölf- bis 19-Jährige ein eigenes Mobiltelefon (Smartphone: 88 %), das im Schnitt 16 Monate alt ist. Neun von zehn Jugendlichen (92 %) können vom eigenen Zimmer aus auf das Internet zugreifen. Etwa drei Viertel besitzen einen eigenen Computer oder Laptop (76 %), ein eigener MP3-Player ist bei 66 Prozent vorhanden. Gut die Hälfte der Jugendlichen kann einen Fernseher (56 %), ein Radio (55 %) oder eine Digitalkamera (53 %) ihr Eigen nennen und jeder fünfte Zwölf- bis 19-Jährige besitzt inzwischen einen Tablet-PC (20 %). Jugendliche in Deutschland sind nach eigener Einschätzung an einem durchschnittlichen Wochentag 192 Minuten online. Kommunikation, Unterhaltung, Information und das Spielen im Netz nehmen damit etwas mehr Zeit im Alltag der Zwölf- bis 19-Jährigen ein als noch vor einem Jahr (179 Minuten).

Mobiles Kommunizieren und Spielen nimmt zu

Jugendliche nuzten verstärkt die diversen Funktionen des Smartphones wie Musikhören und Surfen, während das Telefonieren und SMS-Schreiben deutlich zurückgehen. Letztere Funktion wird von Messenger-Apps übernommen – 94 Prozent der Smartphone-Besitzer haben WhatsApp installiert. Insgesamt sind gerade einmal 19 Apps auf einem durchschnittlichen Gerät, neben Messenger-Apps Communities, Foto-Apps und Spiele.

69 Prozent spielen regelmäßig an Computer, Konsole, Tablet oder Handy. Die Hälfte nutzt Handyspiele, 45 Prozent klassische Spielmöglichkeiten über Computer oder Konsole, wobei hier die männlichen Spieler (70 %) gegenüber weiblichen (17 %) deutlich dominieren. Die durchschnittliche Spieldauer beträgt 77 Minuten an Wochentagen. Jungen spielen mit 105 Minuten mehr als doppelt so lange wie Mädchen mit 48 Minuten.

Risken sind vielen bekannt

Doch hat die Nutzung des mobilem Internet hat auch Schattenseiten: 29 Prozent der Jugendlichen haben schon einmal im Freundeskreis mitbekommen, dass pornografische oder brutale Filme über das Handy zugestellt wurden, 14 Prozent haben selbst schon ungefragt solche Inhalte bekommen. 39 Prozent haben schon einmal im Bekanntenkreis Formen von Cybermobbing erlebt. Auch Sexting ist ein relevantes Thema: 27 Prozent haben mitbekommen, dass im Bekanntenkreis erotische oder aufreizende Bilder oder Filme verschickt wurden.

Zudem bringt die ständige Erreichbarkeit Probleme mit sich: Mehr als die Hälfte der Handy-/Smartphonebesitzer stimmt der Aussage zu, dass sie zu viel Zeit damit verbringen. Zwei Drittel fühlen sich zeitweise genervt von der Flut eingehender Nachrichten. Dennoch befürchtet jeder Vierte, etwas zu verpassen, wenn das Handy/Smartphone ausgeschaltet ist. Tipps für den richtigen Umgang damit erhalten Sie hier.

Hobbys und Treffen weiter wichtig

Trotz aller digitalen Kommunikation vernachlässigen die meisten Jugendlichen nach ihrer Einschätzung nicht ihre realen Verpflichtungen und Kontakte: Persönliche Treffen sind mit 79 Prozent nach wie vor von zentraler Bedeutung. Sieben von zehn Jugendlichen treiben in ihrer Freizeit Sport, etwa ein Drittel unternimmt regelmäßig etwas mit der Familie, knapp jeder Vierte spielt selbst ein Instrument oder singt im Chor. Zusätzlich zu diesen Hobbies und Unternehmungen engagiert sich die Hälfte der Jugendlichen neben ihrem Schul- oder Ausbildungsalltag regelmäßig ehrenamtlich. Knapp ein Viertel betätigt sich beispielsweise als Trainer oder im Vorstand eines Sportvereins, 17 Prozent übernehmen ehrenamtlich Tutor- oder Mentorfunktionen in der Schule.

Zeitungen vertrauenswürdiger als das Internet

40 Prozent der befragten Zwölf- bis 19-Jährigen vertrauen vor allem der Berichterstattung der Tageszeitungen, gut ein Viertel die des Fernsehens (26 %). Radiomeldungen sind für 17 Prozent am vertrauenswürdigsten, während der Internetberichterstattung mit 14 Prozent am wenigsten Vertrauen entgegengebracht wird. Und dies, obwohl Jugendliche eine Tageszeitung deutlich weniger (32 %) nutzen als Radio (73 %), Fernsehen (83 %) oder das Internet (94 %). Diejenigen, die das Internet für das glaubwürdigste Informationsmedium halten, nennen als vertrauenswürdigste Internetseite mit jeweils 16 Prozent Spiegel Online und Google, Wikipedia (15 %) sowie Facebook und diverse E-Mail-Provider mit je elf Prozent.

1.200 Jugendliche befragt

Die Studienreihe JIM (Jugend, Information, (Multi-)Media) wird vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest seit 1998 jährlich in Zusammenarbeit mit dem Südwestrundfunk durchgeführt. Die repräsentative Studie bildet das Medienverhalten der Jugendlichen in Deutschland ab. Für die Befragung wurden 1.200 Jugendliche zwischen zwölf und 19 Jahren im Frühsommer 2014 telefonisch befragt.

Der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest ist eine Kooperation der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK) und der Landeszentrale für Medien und Kommunikation Rheinland-Pfalz (LMK). Die Durchführung der Studie erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Südwestrundfunk (SWR). Kooperationspartner bei der JIM-Studie ist die Zeitungs Marketing Gesellschaft (ZMG).

Die Studie ist hier abrufbar.

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