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Jugendschutz im Netz: Verstöße gestiegen

Die länderübergreifende Stelle für Jugendschutz im Internet, jugendschutz.net, hat ihren Jahresbericht für 2012 vorgelegt. Demnach sind die registrierten Verstöße im Vergleich zum Vorjahr um sieben Prozent gestiegen. SCHAU HIN! fasst die Ergebnisse kurz zusammen.

© Kaesler Media / Fotolia
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Insgesamt wurden knapp 53.000 Webseiten und Einträge überprüft. Knapp 11.000 Fälle verstießen gegen Jugendschutzgesetze. Vier Fünftel der festgestellten jugendgefährdenden und Inhalte fanden sich auf ausländischen Servern. Das Risiko mit beeinträchtigenden Inhalten konfrontiert zu werden, besteht für Kinder und Jugendliche unter anderem auf illegalen Downloadportalen, aber auch Plattformen wie iTunes oder Google Play. In drei von vier Fällen entfernten die Betreiber die Inhalte nach der Kontaktaufnahmen durch jugendschutz.net. Als effektivste Methode erwies sich dabei der direkte Kontakt mit den Anbietern, oder, wenn sich Verantwortliche nicht identifizieren ließen, mit den Webhostern, die die Inhalte von ihren Servern löschten.

Starker Anstieg der Verstöße in sozialen Netzwerken

Besonders die Anzahl der überprüften Einträge in sozialen Netzwerken wie Facebook, Google+ und Twitter hat 2012 mit über 36.000 Inhalten stark zugenommen. Stattdessen ging die Sichtung klassischer Websites mit rund 16.600 Seiten 2012 um ein Fünftel zurück. Diese Zahlen veranschaulichen die wachsende Dominanz sozialer Netzwerke, deren Nutzung besonders bei Jugendlichen beliebt ist. Facebook und Google+ bieten jedoch bisher keinen ausreichenden Schutz für Kinder, beanstanden die Autoren in ihrem Jahresbericht. So werde beispielsweise das Mindestalter der Nutzer nicht ausreichend geprüft.

Die häufigsten Verstöße waren 2012 die Darstellung des sexuellen Missbrauchs von Kindern sowie sonstige Pornografie, die jeweils ein Drittel der Verstöße ausmachten. Bei 14 Prozent der bearbeiteten Fälle handelte es sich um rechtsextreme Propaganda. Schwere Verstöße wie Hasspropaganda, Kinderpornografie und extreme Gewalt wurden vor allem auf ausländischen Plattformen verzeichnet.

Jugendschutz.net ist Kooperationspartner von SCHAU HIN! und wurde 1997 als länderübergreifende Stelle für Jugendschutz im Internet gegründet. Nutzer können unter hotline@jugendschutz.net jugendgefährdende Webangebote melden, die dann geprüft werden.

Den Jahresbericht 2012 von jugenschutz.net finden Sie hier.

SCHAU HIN! bietet Eltern Tipps zum kindgerechten Umgang mit dem Internet und sozialen Netzwerken.

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