Vermischtes

Jugendstudie „Generation What?“: Junge Leute haben kaum Vertrauen in Medien

An der europäischen Jugendstudie haben sich fast eine Million junger Menschen zwischen 18 und 34 Jahren aus 35 Ländern Europas beteiligt. Viele Jugendliche misstrauen Medien, möchten sie im Alltag aber nicht missen.

Generation What?
Generation What?

Laut Abschlussbericht haben 82 Prozent der jungen Menschen in Europa kein Vertrauen in die Politik (45 Prozent haben „überhaupt keines“ und 37 Prozent haben „eher keines“). In Deutschland sind es 23 Prozent, die überhaupt kein Vertrauen in die Politik haben. Offenbar fühlen sich die bildungsferneren Schichten stärker von der Politik im Stich gelassen: Während europaweit 50 Prozent der Befragten mit niedrigem Bildungsniveau der Politik völlig misstrauen, sind es bei den Hochgebildeten 41 Prozent. Auch das Alter spielt eine Rolle: Bei den 18- und 19-Jährigen sind es 37 Prozent, die der Politik völlig misstrauen, bei den 30- bis 34-Jährigen die Hälfte. Nicht nur die Politik hat einen schweren Stand bei der jungen Generation – auch das Vertrauen in Medien ist nur gering ausgeprägt.

Nur die Hälfte ist ohne Internet glücklich

Trotz Skepsis gegenüber den Medien kann sich die Hälfte der befragten Jugendlichen in Deutschland kein Leben ohne Internet vorstellen, bei Jugendlichen von 16 bis 17 Jahren sind es nur 44 Prozent, bei jungen Menschen von 18 bis 25 Jahren 49 Prozent. Doch deutlich weniger könnten ohne Bücher (30%) oder Musik (12%) leben. Immerhin 62 Prozent geben an, auch ohne Handy glücklich zu sein; bei den Jugendlichen zwischen 16 und 17 sind es nur 55 Prozent. Der Fernseher dagegen scheint ziemlich verzichtbar: 80 Prozent könnten auch gut ohne leben.

Hier finden Sie die interaktiven Ergebnisse zum Thema "Sucht" auf einen Blick.

Hier finden Sie Tipps zum Medienfasten sowie einen Clip von Fabian Siegismund zum Thema.

Junge Generation will sich aktiv einbringen

In der jungen Generation gibt es ein Interesse an Partizipation – zum Beispiel in einer politischen Institution: Neun Prozent aller jungen Europäer geben an, hier bereits positive Erfahrungen gemacht zu haben. Für 31 Prozent ist institutionalisiertes politisches Engagement zwar Neuland, aber durchaus eine Überlegung wert. Unter den deutschen Befragten ist der Anteil derer am niedrigsten, die politisches Engagement grundsätzlich für sich ausschließen (32 versus 52 Prozent europaweit).

Positiver Blick in die Zukunft

Die jungen Europäer wurden gefragt, ob sie sehr pessimistisch, eher pessimistisch, eher optimistisch oder sehr optimistisch an die Zukunft denken. Jeweils nur etwas weniger als zehn Prozent sind laut der Umfrage völlig optimistisch oder völlig pessimistisch. In der Tendenz ist ein etwas größerer Anteil optimistisch als pessimistisch (55 Prozent versus 43 Prozent).

Zur Umfrage

Die Umfrage umfasst 149 Fragen von Politik über Religion bis hin zu Sexualität und Lebensglück und gilt als größte vergleichende Studie dieser Art. Für Deutschland waren die öffentlich-rechtlichen Sender Bayerischer Rundfunk, SWR und das ZDF federführend. Auch nach der Veröffentlichung der Endergebnisse können junge Menschen zwischen 18 und 34 Jahren auf www.generation-what.de noch bis Mitte April 2017 an der Umfrage teilnehmen und selbst ein Bild ihrer Generation zeichnen.

Veröffentlicht am