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Junge Filmemacher geehrt

Beim 29. Bundes.Film.Festival wurden die besten Beiträge der Wettbewerbe "Deutscher Jugendvideopreis" und "Video der Generationen" ausgezeichnet. Wir geben einen Überblick.

Den Regen im Blick - Simon Schneckenburger

Insgesamt 28 Preise wurden am Samstagabend in den Mainzer Kammerspielen vergeben. Die zu den Wettbewerben eingereichten Filme bilden jedes Jahr eine große Bandbreite jugendkultureller und gesellschaftspolitischer Themen ab. So resümierte auch Manuela Schwesig, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, in ihrem Grußwort: „Filme sind Spiegel unserer Gesellschaft und geben Impulse für politische Diskussionen und politisches Handeln. Ein Festival wie dieses ist der ideale Ort, um die Möglichkeiten und die Kraft des Films zu erleben.“

Neben den Jurypreisen waren auch die Festivalgäste aufgerufen, ihren Favoriten aus allen Filmbeiträgen des Veranstaltungswochenendes zu wählen und einen Publikumspreis zu vergeben. Insgesamt wurden beim Bundes.Festival.Film. Preise und Auszeichnungen im Gesamtwert von 20.000 Euro vergeben. Die Bundeswettbewerbe werden vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gefördert. Veranstalter ist das Deutsche Kinder- und Jugendfilmzentrum (KJF).

"Ich glaub', es hackt!"

„Ich glaub', es hackt!“ sagt man und meint „Es reicht jetzt!“. Aber viel vehementer markiert der Spruch doch eine Grenze, die überschritten, ein Tabu, das gebrochen worden ist. Wo setzen junge Menschen ihre Grenzen, was stinkt ihnen und was sind dabei ihre Wertmaßstäbe? Filme zu diesen Fragen stehen im Mittelpunkt des Jahresthemas des Deutschen Jugendvideopreises. Doch nicht nur im Wahnsinn des Real Life, auch in den virtuellen Welten wird gehackt: Welchen Stellenwert haben persönliche Daten in unserer digitalen Welt? Verlieren wir die Kontrolle über unser Leben, oder ist das alles nur halb so wild? Gefragt sind hier filmische Umsetzungen über Datenklau, Überwachung oder Privatsphäre in einer vernetzten Welt.

Hauptpreisträger

Altersgruppe bis 10 Jahre

Pedros Abenteuerreise
Delfingruppe des ev. Kinderhauses Neuhausen, München, Bayern, 6 Jahre | 2.27 Minuten

„…und so lebten sie glücklich bis an ihr Lebensende.“ Nein! Irgendwann haben die Prinzessinnen genug und reißen aus ihren Märchenbüchern aus. Die Menschenwelt ist viel spannender. Und wer braucht schon einen Prinzen?

Altersgruppe 11 bis 15 Jahre

Amazing Stamps
Rasmus Dankert & Simon Kleefuß, Rheinbach, Nordrhein- Westfalen, 13 Jahre | 10.21 Minuten

Immer dieses Flüstern! Es ist zum Wahnsinnigwerden! Briefmarken können doch gar nicht sprechen! Und dann ist da noch diese seltsame Melodie!

Altersgruppe 16 bis 20 Jahre

2117
Pascal Rosengardt, Düsseldorf, Nordrhein-Westfalen, 18 Jahre, 5.52 Minuten

In der Zukunft können wir dank modernster Technik sein, wer wir wollen. Wir können aus unserem tristen Leben ausbrechen. Wie schön doch virtuelle Welten sind! Zumindest auf den ersten Blick.

Altersgruppe 21 bis 25 Jahre

Den Regen im Blick
Simon Schneckenburger, Freiburg im Breisgau, Baden- Württemberg, 25 Jahre | 27.55 Minuten

Still geht Felix durch sein Leben. Er weiß nicht, wo er hingehört, hat Schwierigkeiten, Kontakte zu schließen. Stets legen ihm seine Gefühle und Gedanken Steine in den Weg. Und immer regnet es.

Jahresthema „Ich glaub‘ es hackt!“

MITFAHRER
Andreas Kessler, Stephan Kämpf & Daniela Schramm-Moura, Ludwigsburg, Baden-Württemberg, 25 Jahre | 7.35 Minuten

Janine und Tom können es kaum erwarten, endlich in den Urlaub aufzubrechen. Sobald der Mitfahrer da ist, kann es losgehen. Aber der verursacht unerwartete Probleme.

Animationspreis

Requiem
Sophie Rekasowski, Kimberly Nyaaba, Tobias Sautter, Mareike Gödert, Alyssa Cooper, Bietigheim-Bissingen, Baden-Württemberg, 22-23 Jahre | 2.26 Minuten

Die Seele eines Steinbocks beginnt zu wandern. Der Anfang einer mystischen Reise durch eine Höhle, auf der Suche nach der letzten Ruhestätte.

Besondere Anerkennung

Calvin Fragmenti
Manuel Ostwald & Philipp Westerfeld, Stuttgart, Baden-Württemberg, 22-24 Jahre | 60.00 Minuten

Was im vergangenen Sommer passiert ist, soll niemand erfahren. Es ist das große Geheimnis von Calvin und Fabienne. Doch jetzt droht alles ans Licht zu kommen.

"Alles neu"

Beim Bundeswettbewerb „Video der Generationen“ kann man das zeigen, was einen ganz besonders interessiert. Und man kann das darstellen und hinterfragen, was die Generationen verbindet oder auch trennt. Hier können persönliche Sichtweisen, ungewöhnliche Ge­schich­ten und Generationen-Beziehungen präsentiert werden. Mitmachen können alle ab 50 Jahre, Teams mit jungen und älteren Menschen und junge Filmemacher/innen, die sich mit den Lebenswelten alter Menschen beschäftigen. Mit seinem Jahresthema „Alles neu“ lu der Bundeswettbewerb „Video der Generationen“ zur Auseinandersetzung mit Veränderungen, Auf- und Umbrüchen ein.

Preisträger

Wettbewerbsbereich 50plus

Leih mir deine Augen und sprich!
Antje Bechtloff, Dortmund, Nordrhein-Westfalen, 76 Jahre, 25.30 Minuten

Drei blinde Menschen führen ein in ihre Welt. Sie zeigen, wie sie leben, welche Herausforderungen sie bewältigt haben, welche Hobbys sie pflegen und welches Glück die Entwicklung der Technik für sie ist.

Wettbewerbsbereich Generationenübergreifend

Toni & Dorchen
Alexander Schmidt, Nördlingen, Bayern, 11-95 Jahre, 42.01 Minuten

Die beiden 95-jährigen Zwillinge Dorothea Näcke und Antonia Wendt machen nicht nur ihr Altersheim, sondern auch ganz Nördlingen unsicher. Eine erfrischende Dokumentation über zwei tolle Frauen mit Berliner Schnauze.

Jahresthema „Alles neu“

Helldunkel
Jörn Michaely, St. Ingbert, Saarland, 21-67 Jahre, 7.45 Minuten

Was ist Wirklichkeit, was bloße Einbildung? Ein Geräusch aus dem Erdgeschoss des Hauses treibt eine Frau auf den Spuren des Einbrechers durch Licht und Schatten, Erinnern und Vergessen, hell und dunkel – bis zu einer schrecklichen Erkenntnis.

Besondere Anerkennung

Panama
Christian Samajdar, Augsburg, Bayern, 10-50 Jahre, 40.17 Minuten

Die Kinder der Übergangsklasse erzählen im Unterricht von ihren Großeltern. Lediglich der Großvater von Juri lebt in Augsburg in einem Seniorenheim. Aber alle anderen hätten auch gerne einen Opa vor Ort.

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