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Kinder und ihre Medienhelden: "Ich will sein wie Thomas Müller"

Gerade zur Fußball-EM in Frankreich sind die Spieler der Nationalmannschaft in allen Medien und dienen vielen Heranwachsenden als Idol. SCHAU HIN! empfiehlt Ihnen, Ihre Kinder für einen bewussten und realistischen Umgang mit Medienidolen zu ermuntern.

© lassedesignen / Fotolia

Kinder und Jugendliche orientieren sich oft an Vorbildern aus den Medien. Zur EM-Zeit sind gerade die Spieler der deutschen Nationalmannschaft wie Thomas Müller, Mario Götze und Mesut Özil ständig präsent und im Fernsehen, im Internet, auf Fanseiten in sozialen Netzwerken und in der Presse zu sehen. Es gibt sie auf Plakaten, als Aufsteller und Sammelbild oder in Computerspielen.

Kinder brauchen reale und altersgerechte Vorbilder

Kinder brauchen positive und altersgerechte Orientierungshilfen beim Heranwachsen und Erlernen sozialer Kompetenzen. Idole aus der Sport- und Medienwelt helfen den Kindern mit Stärke, Fantasie und Humor beim Großwerden, sollten aber nicht die wichtigsten Bezugspunkte sein. Eltern können oft viel über ihr Kind erfahren, wenn sie darauf achten, welche Idole bei ihrem Kind gerade angesagt sind und warum. Wichtig ist, dass es auch reale Vorbilder hat.

Sportidole auch hinterfragen

Gerade sportbegeisterte Kinder sind zur Fußball-EM motiviert, sich intensiver mit dem Geschehen auseinanderzusetzen und freuen sich, dass sie mitreden können. Sie fiebern mit ihren Vorbildern mit und vergleichen dies mit eigenen Erfahrungen. So lernen Kinder, sich Gedanken über Anforderungen und Bewertungen in sportlichen Wettkämpfen zu machen, sie sehen, wie sich etwa Trainer oder Mannschaftskameraden verhalten und können dies mit eigenen Wünschen abgleichen.

Eltern können sie dabei unterstützen, indem sie mit ihnen über Vorbilder und deren Image in den Medien sprechen und sie auch dazu animieren, ihre Inszenierung und Vermarktung kritisch zu betrachten. Wichtige Denkanstöße sind, sich in die Sport- und Medienhelden hineinzuversetzen: Welche Anforderung bedeutet das für die Sportler, was erwarten die Zuschauer? Welche Rolle spielen dabei die Medien und wie präsentieren sie Helden und Verlierer? Fußballstars sind sehr beliebt und verdienen sehr viel Geld, tragen aber aufgrund der hohen öffentlichen Erwartung auch eine große Verantwortung und sind einem starken Druck ausgesetzt.

Ansporn oder Überforderung?

Die Orientierung an Idolen kann sich positiv auf die Entwicklung von Heranwachsen auswirken, indem sie lernen, dass man durch eigene Leistung etwas erreichen kann. Wichtig ist nur, dass sie sich von ihnen nicht einschüchtern lassen oder ihrem Vorbild zu sehr nacheifern, etwa was das Äußere betrifft, wenn sie unbedingt die gleiche Frisur oder die gleiche Markenkleidung tragen möchten. Orientieren sich Jugendliche aber an stereotypen Personen, die sich auffällig inszenieren, kann sie das in ihrer Selbstfindungsphase unter Druck setzen.

Die Wahl des Vorbilds hängt stark vom jeweiligen Alter der Kinder, ihren Vorlieben, ihrem Umfeld und nicht zuletzt vom Zeitgeist ab. Medienhelden sind besonders für Kinder interessant, wenn diese auch bei ihren Freunden beliebt sind und man sich etwas von ihnen abschauen kann oder bewundert, ob charakterlich oder für ihren Ruhm und Erfolg. Gerade jüngere Kinder im Vor- und Grundschulalter brauchen Unterstützung dabei: Sie bevorzugen meist fiktive Figuren, etwa Superhelden wie Spiderman oder Märchenfiguren wie Prinzessin Lillifee, erleben ihre Helden häufig als Freunde und können oft nur schwer zwischen Fiktion und Realität unterscheiden. Erst ab etwa zehn Jahren beginnen sie sich an realen Menschen in den Medien zu orientieren. Mädchen schwärmen meist eher für Musik- und Film-Stars wie Justin Bieber, Jungen haben häufig Sportidole.

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