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Kinder vor Clickbaiting warnen

„Wow, dieser Artikel wird Ihr Leben verändern“ oder „Das musst du sehen“: Mit „Clickbaiting“ ködern Seiten teils irreführend und geschmacklos Klicks. Gerade junge, unerfahrene Nutzer tappen leicht in die Falle. Wir raten Eltern, ihre Kinder auf die Maschen der Betreiber aufmerksam zu machen und sie aufzuklären, wie sie unseriöse von relevanten Informationen im Netz unterscheiden.

Facebook
© [jesadaphorn]/Getty Images

Reißerische Schlagzeilen sowie abstruse und verfälschte Geschichten kennt man besonders aus dem Boulevard. News-Seiten nutzen solche Mittel, um zum Anklicken und Teilen des Artikels über soziale Netzwerke wie Facebook, um die Zugriffe und damit auch die Werbeeinnahmen zu erhöhen. Dies wird "Clickbaiting", also "Klickködern" genannt. Oft tappen gerade junge Nutzer in diese Falle, da sie Informationen im Netz nicht ausreichend prüfen und generell Inhalte eher liken und teilen.

Dies gehört zum Geschäftsprinzip von Seiten wie heftig.co oder buzzfeed.de, das sich auch andere Medien zu eigen machen. Dies zeigen Diskussionen um die Verbreitung einer irreführenden Meldung zum Tod eines „Titanic“-Stars mit einem Bild der beiden Hauptdarsteller, die sich jedoch auf den Komponisten des Soundtracks bezieht. Zudem wurde eine Bild-Collage von deutschen Moderatoren veröffentlicht, von denen einer an Krebs erkrankt ist. Dieser Post stand besonders in der Kritik und wurde mittlerweile entfernt.

Inszenierung geht vor Inhalt

Der Erfolg dieser Seiten ist meist nicht durch den Inhalt, sondern dessen Inszenierung begründet. Besonders beliebt sind reißerische Überschriften. Oft folgt auf einen erzählenden Einstieg, gefolgt von einem Knalleffekt und „Cliffhanger“. Dieses Mittel ist aus dem Fernsehen bekannt und meint, dass die Erzählung im entscheidenden Moment unterbricht. Reizwörter und direkte Aufforderungen steigern die Neugier.

Immer öfter werden Videos geteilt, “die man gesehen haben muss“. Die Clips selbst sind oft weniger spektakulär, als deren Bewerbung verspricht. Betreiber wie BuzzFeed sind vor allem für „Listicles“ bekannt, also Artikel mit Listen zu einem Thema. Sie zeigen über eine konkrete Zahl, dass Nutzer nur wenige Bilder oder Absätze ansehen müssen und versprechen hierfür bahnbrechende Erkenntnisse.

Enttäuschung und Betrug

Doch während sich bei diesen Beispielen noch echte Inhalte hinter den reißerisch formulierten Überschriften verstecken, kopieren auch viele Betrüger diese Vorgehensweise. Die Attacke von einem weißen Hai, ein misshandelter Hund oder der angebliche Tod eines Prominenten. Durch Vorgabe falscher Tatsachen versuchen Betreiber mit angeblichen “Schock-Videos“ Nutzer auf externe Seiten zu locken, E-Mail-Adressen zu sammeln und Abos zu verkaufen. 

Mit Klick auf den Link eines solchen Beitrags gelangt der User meist auf eine Seite, auf der er aufgefordert wird, den Inhalt zu teilen oder zu „liken“ bevor das Video startet. Doch nicht das Video sondern externe Werbe-, Flirt- oder Gameportale stecken hinter diesem Button. Und so abonniert der Nutzer eine externe Seite, deren Inhalt er nicht kennt, und empfiehlt diese unwissentlich seinen Facebookfreunden.

So können Eltern ihr Kind sensibilisieren

Eltern vereinbaren am besten mit ihrem Kind, dass es Webseiten und Links meidet, die mit angeblichen „Schock-Videos“ werben. Auch angebliche Gewinnspiele, die Nutzer mit übertriebenen Headlines oder Zeitdruck auffordern, teilzunehmen, sind nicht seriös. Eltern können ihrem Kind erklären, dass seriöse Anbieter auf solche Überschriften verzichten, dafür aber oft wesentliche Informationen bieten, die auch vertrauenswürdig sind. Erhält es von bestimmten Freunden oder Seiten oft unseriöse Inhalte oder Angebote, kann es deren Benachrichtigungen abstellen oder die (virtuelle) Freundschaft kündigen.

Hat es bereits auf einen dieser Beiträge geklickt, ist zu kontrollieren, ob entsprechende Statusmeldungen auf dem Profil veröffentlicht wurden oder es unbewusst die Seite „geliked“ hat, um dies umgehend rückgängig zu machen. Besonders unseriöse und irreführende Beiträge können auch gemeldet werden.

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