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Klarnamen-Pflicht bei Facebook: Private Daten schützen

Datenschützer in Deutschland setzen sich gegen die Klarnamen-Pflicht auf Facebook ein. Wir raten Eltern, Anmeldungen zusammen mit ihrem Kind vorzunehmen, auf private Daten so gut es geht zu verzichten und die Einstellungen für Sicherheit und Privatsphäre möglichst strikt anzuwählen.

© picture alliance / JOKER

Der Hamburgische Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar geht wegen der Klarnamen-Pflicht gegen Facebook vor. Konkret geht es um eine Nutzerin, die unter Pseudonym angemeldet war. Facebook hat ihren Account gesperrt, einen amtlichen Ausweis gefordert sowie das Profil auf den echten Namen umgestellt. Caspar forderte Facebook auf, das Profil freizuschalten, da es laut deutschem Telemediengesetz möglich ist, Dienste auch anonym oder unter Pseudonym zu benutzen.

Mit Klarnamen und Profilbild gibt der Nutzer sensible Daten preis, die für alle anderen öffentlich sichtbar sind. Für Facebook erleichtern Klarnamen die Marketing- und Werbezwecke, aber auch das Sperren von Profilen. Zudem können andere Nutzer die Profile von Freunden leichter suchen, aber auch die Angaben dafür nutzen, an weitere Daten zu kommen und diese für Werbung, Betrug, Identitätsdiebstahl sowie Belästigungen nutzen. Das ist gerade bei Minderjährigen problematisch.

Profil gemeinsam einrichten

Aufgrund des laxen Umgangs mit dem Daten- und Jugendschutz ist Facebook für Kinder und Jugendliche eher ungeeignet. Zudem liegt das Mindestalter für die Registrierung laut eigenen AGB bei 13 Jahren. Erlauben Eltern ihrem Kind die Nutzung ist es ratsam, dass sie mit ihm das Profil einrichten und dabei genau auf die Sicherheits- und Privatsphäre-Einstellungen achten. So können sie einstellen, dass nur „Freunde“ das Profil ihres Kindes sehen oder ihr Kind kontaktieren können sowie Beiträge, in denen es markiert wird, vorher geprüft werden. Zudem empfiehlt es sich, das Profil aus Sicht anderer Nutzer anzuschauen. Anleitungen bietet SCHAU HIN! in den Sicherheitseinstellungen. Da sich die Einstellungen immer wieder ändern, ist es ratsam, dass Eltern diese regelmäßig kontrollieren.

Voreinstellungen für Minderjährige nutzen

Wichtig ist, sich mit dem richtigen Alter anzumelden, da die Einstellungen für Minderjährige strikter als bei erwachsenen Nutzern voreingerichtet sind.

Keine privaten Daten angeben

Am besten besprechen Eltern mit ihrem Kind, dass es online möglichst keine privaten Daten wie Name, Adresse, Telefon- und Handynummer oder Standort preisgibt, das Profil oder einzelne Beiträge nur „Freunden“ zugänglich macht und genau prüft, wen es als „Freund“ aufnimmt. Nutzer können laut AGB von Facebook in ihrem Profil auch einen Spitznamen verwenden, wenn dieser eine Variante des amtlichen Namens darstellt, z.B. Steffi statt Stefanie. Zudem kann man auch bei Facebook eine Übersicht geteilter Informationen wie Chronik-Inhalte, Nachrichten und Chatunterhaltungen herunterladen. Dazu kann man in den Einstellungen "Lade eine Kopie deiner Facebook-Daten herunter" anwählen und dann auf "Mein Archiv aufbauen" klicken.

Daten entfernen

Wenn man das Netzwerk nicht mehr nutzen möchte, sollte man seine Mitgliedschaft beenden und die dauerhafte Löschung des Profils beantragen, statt das Konto nur zu deaktivieren. Dann sollten laut Facebook nach spätestens 90 Tagen die Daten von allen Servern verschwunden sein.

Kindgerechte und sichere Netzwerke wählen

SCHAU HIN! empfiehlt, dass Eltern zusammen mit ihrem Kind ein soziales Netzwerk aussuchen, das auch dessen Alter, Interessen und Schutzbedürfnis entspricht. Kindgerechte Communitys sind leicht zu bedienen, altersgerecht gestaltet und von Moderatoren begleitet, die notfalls in die Diskussion eingreifen können. Die Anmeldung erfordert die Erlaubnis der Eltern und verzichtet weitgehend auf sensible Daten wie etwa den Klarnamen. Beispiele sind tivitreff.de, knipsclub.de, juki.de (alle ab 8 Jahren) oder mein-kika.de (ab 10 Jahren). Diese und weitere Angebote sind im Netzwerkatlas zu finden. Zudem verzichten auch andere Netzwerke für Jugendliche und Erwachsene wie "Ello" auf die Klarnamenpflicht.

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