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Kritische Entwicklung: Diskussion um Smartphone-Nutzung von Kindern

Aktionäre haben Apple aufgefordert, mehr für den Schutz von Kindern zu tun. Es gebe eindeutige Tendenzen, dass die Nutzung mobiler Geräte junge Menschen negativ beeinflusse. Entsprechend seien mehr Kontrollmöglichkeiten für Eltern notwendig, heißt es in einem offenen Brief.

Kind beugt sich über Tablet
© Pixabay

Der offene Brief ist von zwei Großaktionären, dem Hedgefonds JANA Partners und dem Lehrer-Pensionsfonds CalSTRS, verfasst worden und drückt die Sorgen aus, dass Smartphones und Tablets nicht nur zu einem suchtähnlichen Verhalten führen, sondern dieses auch noch die Konzentrationsfähigkeit negativ beeinflusse. Sie sehen Apple angesichts der starken Marktposition in der Pflicht, enstprechende Studien zu veranlassen und die Betriebssoftware der Geräte entsprechend der Ergebnisse anzupassen.

Dabei geht es den Aktionären nicht nur um das Wohl der Kinder. Tatsächlich habe man die Sorge, dass die Heranwahsenden langfristig nicht für anspruchsvolle Jobs in Frage kommen - da sie sich schlicht nicht mehr mit komplexen Fragestellungen beschäftigen können.

Lehrer sehen Folgen der Smartphone-Nutzung

Der Brief zitiert eine Umfrage unter 2300 Lehrern, die attestieren, dass Schüler merklich unaufmerksamer und konzentrationsschwächer geworden sind, seit das Smartphone vor 10 Jahren den Massenmarkt eroberte. Apple hat sich inzwischen geäußert, dass es bereits viele Einstellungsmöglichkeiten gebe und man sich intensiv mit Kinderschutz und den Folgen der Nutzung entsprechender Geräte beschäftige.

Mit Kindern auf Zeiten für Mediennutzung einigen

SCHAU HIN! empfiehlt Eltern, grundsätzlich die Mediennutzung ihrer Kinder genau zu verfolgen. Es ist wichtig, sich gemeinsam auf verbindliche Mediennutzungszeiten zu einigen. Wenn es klare Regeln gibt, können sich Eltern auf diese berufen. Gleichzeitig ist es wichtig, dass sie sich intensiv mit den Sicherheitseinstellungen der Smartphones und Tablets beschäftigen - unabhängig vom Hersteller. Denn es gibt effektive Optionen für mehr Jugendschutz, die die Nutzung sicherer machen, wie das Sperren der Nutzung oder des Downloads bestimmter Apps.

Häufiger Medeinkonsum muss nicht gleich Sucht sein

Grundsätzlich sollte nicht immer gleich von Mediensucht gesprochen werden. Entgegen des verbreiteten Alarmismus ist der Anteil Jugendlicher mit exzessiver Mediennutzung relativ klein und die Phase oft vorübergehend. Von Mediensucht zu sprechen, ist grundsätzlich schwierig, denn die Sucht nach Medien ist noch nicht offiziell als Erkrankung anerkannt. Exzessive Mediennutzung lässt sich nicht allein an der verbrachten Zeit messen. Ausschlaggebend ist vor allem, inwieweit es durch die Nutzung zu gesundheitlichen, leistungsbezogenen, sozialen oder emotionalen Problemen kommt, wie etwa eine extreme gedankliche Fixierung oder depressive Reaktionen bei längerer Abstinenz.

Klicksafe.de hat eine Broschüre zum Thema Medienabhängigkeit erstellt, unter anderem mit einer Checkliste für Warnhinweise. Sie finden Sie hier.

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