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Medienerziehung gemeinsam regeln

Studien zeigen, dass Väter und Mütter bei der Medienerziehung oft unterschiedliche Ansätze verfolgen. Für Kinder ist es wichtig, dass Regeln verbindlich sind und von der ganzen Familie gelebt werden.

© Andrey Popov / Fotolia

Studien zeigen, dass das Thema „Medien“ zu Konflikten in Familien führen kann. Dies liegt auch daran, dass Mütter und Väter unterschiedliche Ansichten haben, was Vereinbarungen zur Mediennutzung betrifft. Mütter sehen sich oft als restriktiver, während sich Väter oft für medienkompetenter und -affiner halten.

Mütter haben häufig die Funktion des Haupterziehers und sind wichtigster Ansprechpartner bei vielen Medienthemen, während Väter dies meist für „Internet und Computer“ und Medientechnik sind. Nach eigener Ansicht kennen sich Kinder jedoch bei Computerspielen, Fernsehprogrammen und -sendungen und auch beim Thema Handy innerhalb der Familie am besten aus.

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Sich auf verbindliche Regeln einigen

Im Alltag umgingen Väter bisweilen mit den Kindern die medienbezogenen Regeln, etwa was und wie lange gespielt wird, was Streitigkeiten zwischen den Eltern provoziert. Kinder brauchen klare Regeln, auch bei der Medienerziehung. Deshalb sollten Mütter und Väter auch hier an einem Strang ziehen und sich, am besten zusammen mit dem Kind, auf gemeinsame Regeln verständigen, die möglichst für alle in der Familie gelten. Dies gilt gerade auch für Eltern, die getrennt oder geschieden sind. So weiß das Kind, das Regeln immer gelten, bei Mama und bei Papa, oder auch bei Großeltern und Freunden. Auf mediennutzungsvertrag.de finden Eltern Vorlagen zur Erstellung individueller Vereinbarungen.

Medienregeln vorleben

Medienkompetenz von Kindern wird nicht nur durch Worte und Regeln, sondern durch eigenes Verhalten und eigene Haltungen beeinflusst. Wichtig ist, dass sich Väter und Mütter sich ihrer Vorbildrolle und ihrem Einfluss auch in der Medienerziehung bewusst sind, ihre Mediennutzung reflektieren und mit gutem Beispiel vorangehen, sich über aktuelle Entwicklungen informieren, um ihr Kind kompetent begleiten zu können. Gemeinsame Regeln sollten nicht nur gut begründet, sondern möglichst für alle in der Familie gelten, damit Kinder diese nachvollziehen können.

Eigenes Medienverhalten reflektieren

Am besten beobachten sich Eltern selbst, wie oft sie welche Medien wozu nutzen. Gehen sie beim Essen oder bei Gesprächen ans Handy? Läuft der Fernseher bei anderen Freizeitaktivitäten? Sind Computer oder mobile Geräte ständig auf Empfang? Wird jedes Familienerlebnis gleich auf Facebook gepostet? Haben Eltern selbst ein Profil in sozialen Netzwerken ist es hilfreich, die Einstellungen zu überprüfen und genau darauf zu achten, welche Inhalte sie mit wem teilen, vor allem was Informationen oder Bilder zum Kind betrifft. Mit einem Onlinetest können Eltern in zehn Fragen ihr eigenes Medienverhalten reflektieren.

Medien gemeinsam entdecken – unabhängig vom Geschlecht     

Die gemeinsame Mediennutzung von Eltern und Kindern ist oft auch vom Geschlecht beeinflusst. So spielen Väter laut Studien eher öfter mit ihrem Sohn Computerspiele und schauen Filme, die oft auch Gewalt enthalten können, während Mütter tendenziell ihre Vorlieben für Fernsehen (z. B. Castingshows) und romantische Filme meist mit ihren Töchtern teilen.

Um Rollenmustern entgegenzuwirken, können Mütter auch mal das neue Computerspiel testen und Väter mal eine Folge der Lieblings-Soap anschauen. Dies zeigt Kindern auch, dass bestimmte Medien nicht per se einem Geschlecht eher liegen. So erhalten Eltern einen möglichst umfassenden Einblick in die Medienvorlieben ihrer Kinder und können dazu im Gespräch bleiben.

Geschlechterklischees in den Medien besprechen

Auch in den Medien selbst werden oft Klischees und tradierte Geschlechterrollen transportiert, ob bei „Germanys next Topmodel“, in Computerspielen mit supermännlichen Avataren oder auf Instagram. Dies können Eltern anhand konkreter Beispiele mit ihrem Kind diskutieren. Ein guter Anlass für Eltern bietet auch der YouTube-Kanal „Lu Likes“, auf dem die Schauspielerin Lara-Maria Wichels die teils oberflächliche Medienwelt thematisiert.

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