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Medienzeit steigert das Wohlbefinden

Forscher in Großbritannien wollen herausgefunden haben, dass das Wohlbefinden mit der Dauer der Mediennutzung zunimmt, bis zu einem bestimmten Zeitpunkt.

© fotolia/corepics
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Viele Eltern versuchen täglich ihre Kinder zu einem maßvollen Medienkonsum anzuhalten. In Großbritannien wurde nun eine Studie veröffentlicht, die zu mehr Gelassenheit rät.

Andrew Przybylski von der Universität Oxford und Netta Weinstein von der Universität Cardiff haben herausgefunden, dass das Wohlbefinden Jugendlicher steigt, je mehr Zeit sie vor einem Bildschirm verbringen. Zumindest bis zu einem bestimmten Punkt. Erst wenn sie diese Zeitspanne überschritten haben, nehme das Wohlbefinden der Jugendlichen ab.

Wohlfühlzeit variiert nach Gerät und Wochentag

Wann dieser Zeitpunkt erreicht sei, hängt den Forschern zufolge zum einen von der Art des Bildschirms ab, zum anderen davon, ob es sich um einen Werktag oder ums Wochenende handele. An Werktagen ist der Wohlfühlhöhepunkt bei Videospielen nach einer Stunde und 40 Minuten erreicht, beim Smartphone nach einer Stunde und 57 Minuten, beim Filmschauen nach drei Stunden und 41 Minuten und beim Computer erst nach vier Stunden und 17 Minuten. An Wochenenden kippe das Wohlbefinden jeweils später.

Heranwachsende brauchen Orientierung

Kinder brauchen auch klare Regeln bei der Mediennutzung. Wir empfehlen folgende Richtwerte

  • bis 5 Jahre: bis eine halbe Stunde am Tag
  • 6-9 Jahre: bis zu einer Stunde am Tag
  • ab 10 Jahre: rd. 9 Stunden pro Woche

Als eine andere Orientierung gilt ein Limit der Medienzeit von 10 Minuten pro Lebensjahr am Tag oder 1 Stunde pro Lebensjahr in der Woche. Für Kinder ab 10 Jahren bietet sich das Wochenkontingent an, das sich Kinder ähnlich wie beim Taschengeld zunehmend selbstständig einteilen können.

Wichtig ist Handy & Co. bei Treffen, beim Essen, bei den Hausaufgaben und vor dem Schlafengehen beiseite zu legen, um Respekt zu zeigen, sich zu konzentrieren und zur Ruhe zu kommen. Forscher haben heruasgefunden, dass das gleißende Licht der Bildschirme das Hormon Melatonin unterdrücken kann, das die Schlaf- und Wachphasen regelt. Ein bis zwei Stunden vor dem Schlafengehen sollte man die Geräte daher am besten aus der Hand legen.

Erziehungsempfehlung nicht zu strikt auslegen

Auf die Stoppuhr können Eltern verzichten. Auch nach Überschreitung der Wohlfühlzeit gebe es nur einen schwachen negativen Effekt auf das Befinden der Jugendlichen. Im Vergleich dazu sei die positive Auswirkung von Frühstück oder regelmäßigem Schlaf auf das Wohlbefinden dreimal so stark. Die moderate Nutzung digitaler Technik, so die Forscher, sei demnach kein Risiko für Jugendliche – selbst bei übermäßiger Nutzung sei es überschaubar.

Für ihre Untersuchung haben Przybylski und Weinstein auf die nationale Schülerdatenbank des britischen Bildungsministeriums zurückgegriffen. Dafür haben sie Daten von mehr als 120.000 Jugendlichen im Alter von 15 Jahren ausgewertet. Die Daten basieren auf Eigenangaben der Teenager zu ihrem Wohlbefinden.

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