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Messenger-Apps im Test

Die Stiftung Warentest hat neun Messenger-Apps für iOS und Android untersucht. Nur drei Anbieter schneiden im Umgang mit persönlichen Daten gut ab.

© magann / Fotolia

WhatsApp ist bei Jugendlichen, aber auch Erwachsenen die mit Abstand beliebteste Kommunikations-App. Sie ist auch die komfortabelste, aber bei weitem nicht die sicherste, wie die Stiftung Warentest zeigt.

Die Tester haben Funktionalität, Handhabung und Datensicherheit von neun Messenger-Apps für iOS und Android geprüft. Sie untersuchten unter anderem, ob der jeweilige Messenger eine Ende-zu-Ende-Verschlüsslung der verschickten Nachrichten bietet, welche Daten beim Einrichten abgefragt werden, und ob die Anwendung automatisch das Adressbuch des Smartphones ausliest. Geprüft wurde auch, welche Informationen an andere Anwender weitergereicht werden - zum Beispiel, dass der Nutzer eine Nachricht bereits gelesen hat oder dass er gerade eine Antwort tippt, und ob sich dies abschalten lässt.

Testsieg für Hoccer

Facebook Messenger (für iOS und Android, Note 3,3) schneidet besonders schelcht ab, da er keine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bietet. Somit kann der Anbieter alle Nachrichten mitlesen. Die Anzeige des Onlinestatus und die Lesebestätigung lassen sich zudem nicht abschalten. Zudem besteht bei der Registrierung die umstrittene Klarnamen-Pflicht, wie auch bei Facebook selbst.

WhatsApp (für iOS und Android, Note 3,0) punktet im Test mit der besten Handhabung, keine andere App macht es Nutzern so leicht, Texte, Bilder, Audioaufnahmen, Videos oder Gruppen-Nachrichten zu versenden. Doch stufen die Prüfer den Umgang mit dem Datenschutz nur als "ausreichend" ein. Unter anderem liegt dies daran, dass WhatsApp automatisch die Telefonbücher der Nutzer über seine Server abgleicht. Außerdem fehlt eine bestätigte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung.

Line (Note 2,3) schnitt hingegen gut ab, obwohl der japanische Messenger keine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bietet. Er ist aber leicht zu handhaben, punktet mit Extras wie Nachrichten mit begrenzter Lesezeit und ist auch am PC nutzbar.

Threema (für iOS und Android, Note 2,0) verschlüsselt sicher, gleicht das Telefonbuch nur auf Wunsch ab und eine Angabe der Mobilfunknummer ist freiwillig. Threema kann auf mehreren Geräten gleichzeitig genutzt werden und die Handhabung der App ist fast so gut wie bei WhatsApp.

Hoccer (für iOS und Android, Note 1,9), die noch kaum bekannte deutsche Alternative, lässt sich ohne Angabe von Name, Rufnummer oder Mail-Adresse nutzen. Inhalte werden durchweg verschlüsselt verschickt und nach der Übertragung sofort wieder von den Hoccer-Servern gelöscht, die laut FAQ ausschließlich in Deutschland stehen. Es gilt deutsches Datenschutzrecht. Um Hoccer zu nutzen, genügt es, einen Nutzernamen einzutragen, es gibt keinen Abgleich mit dem Adressbuch. Danach kann der Nutzer Freunde per SMS, E-Mail oder QR-Code einladen. Doch der Messenger kann bisher nicht auf verschiedenen Geräten genutzt werden und der Umzug eines Profils ist relativ umständlich. Das größte Manko ist, dass der Dienst derzeit noch kaum verbreitet ist. Er ist daher vor allem für Nutzer geeignet, die sich auf Gruppen beschränken möchten, zu denen sie selbst einladen oder eingeladen werden.

Weitere Information finden sich im Testbericht, den es für 2 Euro zum Download gibt.

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