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Messenger zusammen prüfen und einrichten

Vor 20 Jahren wurde die erste SMS in Deutschland verschickt. Doch längst versendet man Nachrichten über Messenger wie WhatsApp. Mit diesen 5 Tipps chatten Kinder sicher mobil.

Mädchen mit Smartphone auf Couch
© Tobias Schult / SCHAU HIN!

Vor 20 Jahren wurden die ersten SMS in Deutschland verschickt. Bis 2012 stieg das Volumen auf knapp 60 Milliarden Nachrichten. Mittlerweile übernehmen mobile Messenger wie „WhatsApp“ immer mehr diese Funktion. Doch bergen diese praktischen Apps auch Risiken für den Daten- und Jugendschutz.

Sie greifen meist auf Kontaktdaten zu und übermitteln diese an den Betreiber. Zudem können andere Nutzer auf die Profildaten wie Name, Status und Fotos zugreifen, sehen, wann andere zuletzt online waren und ob sie gerade aktiv sind oder durch Weiterleiten an persönliche Informationen gelangen. Kinder sind zudem kaum vor Werbung, Gewalt oder Pornografie sowie Zugriffe durch Fremde geschützt. Eltern erklären ihrem Kind am besten, wie sensibel persönliche Daten gerade in der mobilen Kommunikation sind, und überlegen gemeinsam, wie es seine Privatsphäre schützen kann.

1. App vor Installation prüfen

Zwar sind beliebte Dienste wie "WhatsApp", "Snapchat" oder "Instagram" laut Geschäftsbedingungen erst ab 13 Jahren erlaubt, doch in den App-Shops oft anders ausgewiesen, "WhatsApp" und "Messenger" etwa ohne Altersbeschränkung bzw. 4+. Gerade bei Smartphone-Einsteigern ist das Installieren der Apps Elternsache. Eltern können dafür auch den Zugang zum App-Shop einschränken und mit einem Passwort sichern. Vor der Installation können sich Eltern auf Beratungsseiten informieren, was bei den einzelnen Apps zu beachten ist. Orientierung bieten auch Tests, die Anbieterbeschreibung oder Nutzerkommentare. Wichtig ist auch auf die Zugriffsrechte zu achten. Diese werden direkt vor dem Download im App-Shop angezeigt.

2. Einstellungen aktivieren

Nach dem Download sind unbedingt die Optionen zum Schutz der Privatsphäre zu kontrollieren. Diese sind oft vorhanden, aber nicht immer vorab aktiviert. So ist die Kontaktaufnahme durch Fremde zu unterbinden und auszustellen, dass andere sehen können, ob man gerade online ist und Nachrichten gelesen hat.

Privatshpäre

Bei WhatsApp kann man in den Einstellungen unter dem Menüpunkt "Account" und dem Reiter "Datenschutz" anwählen, wer sehen kann, wann man zuletzt online war, wer das Profilbild und wer den Status sehen kann. Hierzu zählen "Zuletzt online", also der sogenannte Zeitstempel, das "Profilbild" und der "Status". Als Optionen stehen jeweils "Jeder", "Meine Kontakte" und "Niemand" zur Auswahl. Wir empfehlen, die Option "Meine Kontakte" oder "Niemand" einzustellen. Zudem sollte man weiter unten die Lesebestätigung deaktivieren, damit eben andere nicht mehr sehen, ob man eine Nachricht gesehen hat. Das gilt auch für einen selbst, mindert aber den Stress beim Chatten.

Blockieren

Bei dem Erhalt einer Nachricht von einer unbekannten Nummer, erscheinen im Chatfenster die Schaltflächen "hinzufügen" und "Blockieren". Klickt man auf "Blockieren", erhält man keine Nachrichten mehr von dem unbekannten Kontakt. Ab der Verison 2.12.22 soll man über diese Funktion auch Spam melden können. Die Möglichkeit, eine Nummer bereits im Vorfeld zu blockieren, besteht nicht. Wurde ein Kontakt blockiert, erhält man von diesem via WhatsApp keine Nachrichten mehr, auch ist es dann nicht länger möglich, der blockierten Person Nachrichten zu schicken. Darüber hinaus kann die blockierte Person nicht einsehen, wann man "zuletzt online..." war oder ob man gerade "online" ist. Ebenso wenig werden Änderungen an dem eigenen Profil angezeigt. Gibt man einen Kontakt wieder frei, empfängt man keine Nachrichten, die dieser in der Zeit seiner Blockade gesendet hat.

Es gibt jedoch zwei wichtige Dinge, die man nicht durch das Blockieren verhindern kann: Der Status ist weiterhin für die blockierte Person sichtbar, sofern die eigene Nummer unter ihren WhatsApp-Favoriten auftaucht. Durch das Blockieren entfernt man den Kontakt weder von seiner WhatsApp Liste, noch entfernt man die eigene Nummer von dessen Liste. Um einen Kontakt aus der eigenen WhatsApp Liste zu löschen, muss man diesen aus dem Adressbuch löschen.

Zudem sind die Sicherheitseinstellungen am Gerät zu aktivieren und Ortungsdienste auszustellen. Kostenlose Jugendschutz-Apps wie die „Surfgarten-App“ der Deutschen Telekom schützen zudem vor unerwünschten Webinhalten. Wichtig: Technische Hilfsmittel ergänzen eine aktive Medienerziehung, ersetzen sie aber nicht.

3. Daten schützen

Statusanzeige und Profilbild sind so auszuwählen, dass sie möglichst wenig über die eigene Person verraten, oder verzichten ganz darauf. Zudem sollten diese Informationen nur Freunden angezeigt werden. Gerade die Handynummer nur an Leute geben, die man kennt und denen man vertraut. Mehr dazu in unserem Extrathema Datenschutz.

4. Nutzungszeiten vereinbaren

Am besten vermitteln Eltern ihrem Kind, dass es nicht ständig erreichbar sein und auf jede Nachricht sofort antworten muss. Nachrichtensignale sind lieber auszuschalten oder lautlos zu stellen. Gerade beim Essen oder bei den Hausaufgaben hilft eine Handypause. Forscher haben außerdem herausgefunden, dass das gleißende Licht der Bildschirme das Hormon Melatonin unterdrücken kann, das die Schlaf- und Wachphasen regelt. Ein bis zwei Stunden vor dem Schlafengehen ist das Handy daher am besten ganz aus der Hand zu legen. Mehr dazu in unserem Extrathema Medienzeiten.

5. Inhalte oder Störer melden

Kinder reagieren lieber nicht auf Nachrichten von unbekannten Kontakten und blockieren den Absender. Eltern sollten mit ihrem Kind vereinbaren, dass es keine unpassende Texten, Bildern oder Clips verschickt und sich mitteilt, wenn es unangenehme Nachrichten erhält, ohne ein Chat- oder Handyverbot fürchten zu müssen. Eltern können diese Inhalte per Screenshot sichern und dem Betreiber, Beschwerdestellen oder bei schwereren Fällen auch der Polizei melden.

Weitere Informationen

Mobile Messenger sind vor allem bei Jugendlichen sehr beliebt: Wie die JIM-Studie 2015 zeigt, haben 90 Prozent der jugendlichen Handy-Besitzer in Deutschland "WhatsApp" auf ihrem Handy installiert.

Weitere Informationen erhalten Eltern in einem Schwerpunkt zum Thema im Bereich "Mobile Geräte". Tipps zu Apps bietet auch www.handysektor.de. Beratung und die Möglichkeit, Verstöße zu melden, erhalten Kinder und Eltern unter www.i-kiz.de, www.jugendschutz.net, www.internet-beschwerdestelle.de, www.polizei-beratung.de sowie bei www.nummergegenkummer.de.

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