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Mission Prävention: Kindersicherheit für digitale Geräte

Wie Kinderschutz auf digitalen Geräten wie Smartphones oder Tablets immer und überall gelingen kann. Ein Gastbeitrag von Marco Peters, IT-Experte, zweifacher Vater und Autor von "iPad, iPhone & Co kindersicher. Endlich einfach sorglos daddeln und surfen"

Technische Kontrolle vs. elterliches Vertrauen

Die verschiedenen Betriebssysteme der großen Hersteller sind in ihren Möglichkeiten sehr unterschiedlich aufgestellt, wenn es um die lückenlose Gewährleistung von Schutz und Sicherheit im Kinderumgang geht. Je kleiner die Kinder, desto besser greift die komplette Internetsperre als sicherste Variante für digitale Geräte.

Kinder brauchen eigene Accounts mit Einstellungen, die mitwachsen

Je älter und neugieriger die Kinder werden, desto schwieriger wird es, allein mit der Sperrung des Internets einen vollständigen Kinderschutz zu gewährleisten. Grundsätzlich ist zu raten, jedem Kind einen eigenen Account einzurichten, eine Art Kinder-Account mit begrenzten Möglichkeiten. Mittels dieses Accounts kann ein Tagespensum mit einer zuvor vereinbarten Nutzungsdauer festgelegt und je nach Betriebssystem eingestellt werden. Der Account der erwachsenen Familienmitglieder, also auch von älteren Geschwistern, sollte immer mit einem Passwort geschützt sein, um den Zugriff durch kleine Kinder zu vermeiden.

Hier erfahren Sie mehr zu Sicherheitseinstellungen für Betriebssysteme, Jugendschutzsoftware, Sicherheitseinstellungen für mobile Geräte und Jugendschutz-Apps 

Neue Regeln ab dem Grundschulalter

In wieweit sich Kontrolle und Vertrauen die Waage halten, entscheidet grundsätzlich das Alter des Kindes. Je älter die Kinder werden, desto mehr läuft es zwangsläufig in Richtung der Vertrauenssache. Das technische Wissen und der Einfallsreichtum, um Regeln und Grenzen zu durchbrechen, wachsen mit jedem weiteren Lebensjahr.

Mit steigendem Alter geht Vertrauen vor Kontrolle

Ab dem 12. Lebensjahr, also dem Eintritt in die Oberschule, sind die meisten Kids bereits auf dem Stand, Blockierungen und Filterungen aufzulösen oder zu umgehen. Hier hilft nur der rechtzeitige Einsatz von Gesprächen, klarer Kommunikation und ebenso gezielten Regeln notwendig. Um Regeln und den Umgang konsequent zu gestalten, bietet sich hierfür hervorragend ein sogenannter Medienvertrag an. Ein kostenloser Download ist beispielsweise unter www.mediennutzungsvertrag.de möglich. Sollte eine Abmachung des Vertrages, etwa das Nutzungsverbot während dem Schulunterricht, gebrochen werden, kann dies nachvollzogen werden und zu anderen Konsequenzen führen, die im Vertrag festgehalten sind.

Parental Control App: Nützlich oder nutzlos?

Die Auswahl ist enorm, die Nutzbarkeit ernüchternd: Speziell konzipierte Kindersicherheit-Apps rund um elterliche Kontrolle versprechen viel, halten in der Praxis allerdings wenig davon ein. Die Schwierigkeit liegt bereits darin, eine App zu entwickeln, die in ihrer Bandbreite an Leistungen mit allen Betriebssystemen kompatibel ist. An diesem Punkt scheitern in der Gesamtbeurteilung aktuell alle verfügbaren Apps, da sie nur mit gewissen Betriebssystemen funktionieren und dies auch meist nicht im vollen Leistungsumfang, der angepriesen wird. Jährliche Nutzungsgebühren im mitunter höheren zweistelligen Bereich binden den User zusätzlich an eine lange Laufzeit.

Viele Apps bieten große Versprechen, aber geringen Nutzen

Hier wird nicht genug Aufklärung von den App-Anbietern geboten, die Unwissenheit der Nutzer entsprechend ausgenutzt. Die Empfehlung ist es daher, die Fortschritte der heimischen Betriebshersteller zu verfolgen und hier neue Entwicklungen für sich zu testen. Herstellerunabhängige Produkte sind immer wage, können schnell bei neuen Versionen der Betriebssysteme inkompatibel sein und bieten selten kompetente Hilfe wie einen technischen Support oder Garantie.

Prävention ist alles: Je früher, desto besser

Es ist in der Aufstellung der Kindersicherheit von digitalen Geräten wichtig, dass sowohl Kontrolle als auch Vertrauen wiederzufinden sind. Je früher die offene Kommunikation und Prävention mittels beschränkten Handlungsspielraums eingeführt werden, desto kontrollierter und verständlicher ist der Umgang für die Kinder und Erwachsenen zugleich. Mehr erfahren Sie auch unter www.digital-kindersicher.de.

Marco Peters (37) ist IT-Experte und selbst Vater von zwei Söhnen. Er hat sich dem Thema Kindersicherheit ausführlich gewidmet und dabei der Frage angenommen, wie viel technische Kontrolle bzw. elterliches Vertrauen bei der Medienerziehung nötig ist. Entstanden ist ein praxisorientierter Elternratgeber „iPAD, iPHONE & CO KINDERSICHER“, ein 48-seitiges Taschenbuch mit hilfreichen Tipps und Tricks, wie Eltern künftig jede Sicherheitslücke zu schließen wissen. 

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