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Mit Kindern über Nachrichten sprechen

Die Meldung über den Flugzeugabsturz in Südfrankreich verstört auch viele Kinder und Jugendliche. Am besten sprechen Eltern mit ihnen darüber und nutzen altersgerechte Informationen.

Germanwings auf Facebook

Eltern horchen bei ihren Kindern am besten vorsichtig nach, wenn schlimme Nachrichten sie beschäftigen. Als Türöffner für ein Gespräch kann eine einfache Frage dienen wie: "Hast du von dem Flugzeugabsturz gehört?". Gut ist auch, direkt zu sagen, was man selbst darüber denkt: "Das macht mich traurig." Denn Kinder brauchen Anhaltspunkte, um etwas einordnen zu können. Manchmal sprechen sie etwas auch nur deshalb nicht aus, weil sie nicht sicher sind, ob es richtig ist, was sie denken.

Gefühlen Ausdruck verleihen

Eltern vermitteln kleinen Kindern am besten eine Sicherheit, indem sie es umarmen. Wichtig ist auch, dem Kind Gelegenheiten zu geben, Fragen zu stellen, anstatt gleich die ganze Situation erklären zu wollen. Denn Eltern wissen sonst gar nicht, was genau das Kind beschäftigt. Hilfreich kann auch sein, die Gefühle in einem Bild oder einem Brief zu verarbeiten. Ältere Kinder können auch im Internet und in sozialen Netzwerken etwa über Posts unter dem Hashtag #4U9525 oder #indeepsorrow ihr Beileid aussprechen oder ihr Profilbild mit einem Trauerflor versehen, so wie die meisten Fluglinien ihr Profilbild auf schwarz-weiß geändert haben.

Unglück in Relation setzen

Vielleicht macht dem Kind auch Angst, dass es selbst bald für den Urlaub in einen Flieger steigen wird. Denn Kinder beziehen das, was sie sehen in den Nachrichten, immer sehr auf den eigenen Lebensalltag. Besonders schwierig ist daher auch, wenn Kinder als Opfer einer Katastrophe thematisiert werden, wie etwa bei den 16 Schülern aus Haltern in Nordrhein-Westfalen, die unter den Opfern sind. Hier hilft aufzuzeigen, wie viele Menschen sich um die Sicherheit eines Fluges kümmern. Bei Kindern ab Ende des Grundschulalters funktioniert es auch, das Unglück in Relation zu setzen: Wie viele Flüge gibt es eigentlich jeden Tag, wie oft geht etwas schief?

Nicht unnötig verunsichern

Eltern von Kindern, die durch die Katastrophe ohnehin stark verunsichert sind, sollten nicht selbst die Unglücksursache ansprechen. Fragen Kinder selbst danach können Eltern versuchen ihnen nahezubringen, dass es Menschen gibt, die psychische Probleme haben, also sehr krank sind. In ihrer verzweifelten Situation nehmen sie in Kauf, auch anderen Menschen zu schaden. Dabei sollen Eltern aber betonen, dass es sich um eine absolute Ausnahme handelt und Piloten großes Interesse daran haben, ihre Fluggäste und die Besatzung sicher ans Ziel zu bringen, um ihr Kind nicht unnötig zu verängstigen.

Kindernachrichten für Jüngere geeigneter

Vorsicht ist bei Bildern aus den Nachrichten geboten. Kinder unter zehn können sich von heftigen Darstellungen nicht distanzieren. Deshalb sollten sie auch nicht im Raum sein, wenn Erwachsenennachrichten im Fernsehen laufen. Besser ist, sich gemeinsam Kindernachrichten oder spezielle Kinderseiten im Internet anzuschauen. Kindgerechte Erklärungen bieten Kindernachrichten wie "logo", das in einem Beitrag die Frage beantwortet "Ist Fliegen sicher?", "neuneinhalb", "Minitz", "Kinderradiokanal" oder Informationsseiten wie "Hanisauland".

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