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Musik-Playlist für den Sommer: Auf legale Angebote achten

Gerade zur Urlaubszeit laden viele Kinder Musik. Eine Alternative sind Streaming-Angebote, wie das nun gestartete Apple Music. Wir empfehlen Eltern, diese genau zu prüfen und mit ihrem Kind einzurichten.

© Tamas Zsebok / Fotolia

Die neusten Songs sind im Internet nur ein paar Klicks entfernt. Auch viele Kinder nutzen Streaming- und Downloadportale sowie Tauschbörsen für ihre Sommer-Playlist. Es ist wichtig, dass Eltern über Urheberrechte aufklären und sich anschauen, woher ihr Kind die Musik bezieht. Anmeldungen und Downloads sind bei Kindern bis zwölf Jahren Elternsache.

Angebote prüfen

Der Trend geht mittlerweile zum Streaming von Musik: das spart Datenvolumen, das Angebot ist von diversen Geräten aus zugänglich und die Nutzung per Stream ist urheberrechtlich weniger problematisch. Jedoch ist zu bedenken, dass Anbieter sich das Nutzungsverhalten merken und daraus Profile erstellen, was den Datenschutz schmälert.

Bekannte Angebote sind "Spotify", "Deezer", "Rdio" und "Google Music". Apple zieht nun mit seinem Angebot "Apple Music" nach. Bei Apple Music können Nutzer das Angebot drei Monate kostenlos testen, danach sind 10 Euro fällig, für den Familien-Account 15 Euro, den bis zu sechs Mitglieder gemeinsam nutzen könnnen. Über die Familienfreigabe von Apple können Mitglieder auch gleichzeitig auf Inhalte zugreifen. Dies funktioniert, indem alle Geräte an die iCloud angeschlossen ist. Apple registriert darüber, wer welche Musik hört und gleicht dies mit der bestehenden Musikdatenbank auf itunes ab. Die Nutzer geben damit noch mehr von sich preis.

Die Streamingportale verlangen meist eine monatliche Gebühr zwischen 5 und 15 Euro und bieten dafür Zugriff auf Millionen Songs, gegen eine Extragebühr auch im Offline-Modus für unterwegs sowie für Familie und Freunde, die sich einen Account teilen. Manche Portale bieten auch kostenlose Zugänge an, dafür aber in minderer Soundqualität und mit Werbeeinblendungen zwischen den Songs. Ein Prinzip, nach dem auch viele Videoportale wie "Youtube" funktionieren. Um die Kosten im Blick zu halten, können Eltern ihrem Kind Guthabenkarten schenken oder ihm ein Taschengeldkonto einrichten.

Kostenlose Alternativen

Kostenlose Alternativen sind Musikcommunitys wie "SoundCloud", wo Produzenten eigene Musik umsonst anbieten. Bei Portalen wie „Spotify“ können Nutzer ein Abonnement abschließen oder Titel kostenlos, aber dafür meist mit Werbeeinblendungen, streamen. Doch sind diese Angebote laut eigenen AGB erst ab 18 Jahren, bei Zustimmung der Eltern ab 13 bzw. 14 Jahren, zugelassen. Auch das Mitschneiden von Streams über Konverter ist erlaubt: Diese wandeln Musik etwa in MP3-Dateien um. Das ist unbedenklich, wenn es nur für den eigenen Gebrauch bestimmt ist und die Datei mit einer so genannten Creative-Commons-Lizenz gekennzeichnet ist. Am besten schauen sich Eltern diese Angebote mit ihrem Kind an, prüfen, ob es passt und nehmen zusammen die Anmeldung vor.

Kindgerechte Alternativen

Zu bedenken ist aber, dass viele Angebote laut eigenen AGBs erst ab 18 Jahren, bei Zustimmung der Eltern ab 13 bzw. 14 Jahren, zugelassen. Eltern können jüngeren Kindern altersgerechte Seiten empfehlen, bei denen sie nicht nur Musik hören, sondern auch selbst produzieren können, wie audiyou.de  oder klingklangland.com. Die Möglichkeiten sind vielfältig: Mit einfachen Programmen entstehen so leicht eigene Texte, Bilder, Clips oder Musikstücke. Konkrete Angebote finden Sie in unserer Bilderstrecke. Natürlich sollten Eltern auch hier darauf achten, dass Kinder sensibel mit diesen Inhalten umgehen und nur mit engsten Freunden teilen. 

 

Auf Risiken hinweisen

Wichtig ist, Kindern deutlich zu machen, dass Tauschbörsen meist illegal sind. Zum einen weil keine Lizenz für die Nutzung vorliegt. Zum anderen weil Nutzer die Titel nicht nur herunterladen, sondern auch anderen bereitstellen. Beim Streamen werden Songs nur zwischengespeichert. Doch können ungeachtet der Nutzungsart bei unseriösen Angeboten ungeeignete Inhalte, Kosten- und Datenfallen sowie Viren drohen. Anhaltspunkte für eine Bewertung bietet ein Blick in das Impressum und auf die Domainendung. Oft sind bedenkliche Seiten in Ländern wie Tonga (.to) registriert, die Urheberrechte missachten.

Regeln vereinbaren

Auf diese Risiken können Eltern im Gespräch mit ihrem Kind hinweisen, Regeln beschließen und diese in einer Internetvereinbarung festhalten. Vorlagen finden sie auf mediennutzungsvertrag.de oder surfen-ohne-risiko.net/netzregeln. Jugendliche können sich auch bei speziell für sie geschriebenen Ratgeberseiten wie auf watchyourweb.de (seit Dezember 2015 nicht aktualisiert) selbst informieren.  

Geräte und Angebote sichern

Bei jüngeren Kindern bis zwölf Jahren ist es ratsam, dass Eltern über Jugendschutzprogramme oder Einstellungen im Betriebssystem Anmeldungen und Downloads unterbinden, SCHAU HIN! bietet dazu Anleitungen auf schau-hin.info/sicherheit. Auch manche Angebote wie der „iTunes-Store“ oder „Google Play Music“ bieten die Möglichkeit, in den Einstellungen den Zugang einzuschränken. Um Kosten zu begrenzen, können Eltern ihrem jüngeren Kind ein Guthaben über Geschenkkarten bereitstellen. Diese können sie zusammen einlösen und ihrem Kind die Funktionen erklären.

An Verbraucherzentrale wenden

Die Verbraucherzentrale vor Ort weiß bei konkreten rechtlichen Problemen Rat. Informieren können sich Eltern auch über irights.info.

5 Tipps zum Urheberrecht

1. Angebote prüfen

2. Auf Risiken hinweisen

3. Regeln vereinbaren

4. Geräte und Angebote sichern

5. Bei Problemen an Verbraucherzentrale wenden

Bild- und Videoportale für Kinder

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Auf Risiken hinweisen

Wichtig ist, Kindern deutlich zu machen, dass Tauschbörsen meist illegal sind. Zum einen weil keine Lizenz für die Nutzung vorliegt. Zum anderen weil Nutzer die Titel nicht nur herunterladen, sondern auch anderen zur bereitstellen. Beim Streamen werden sie nur zwischengespeichert. Doch können ungeachtet der Nutzungsart bei unseriösen Angeboten ungeeignete Inhalte, Kosten- und Datenfallen sowie Viren drohen. Anhaltspunkte bietet ein Blick in das Impressum und auf die Domainendung. Oft sind bedenkliche Seiten in Ländern wie Tonga (.to) registriert, die Urheberrechte missachten.

Regeln vereinbaren

Auf diese Risiken können Eltern im Gespräch mit ihrem Kind hinweisen, Regeln beschließen und diese in einer Internetvereinbarung festhalten. Vorlagen finden sie auf mediennutzungsvertrag.de. Jugendliche können sich auch bei speziell für sie geschriebenen Ratgeberseiten wie auf watchyourweb.de

Filter nutzen

Bei jüngeren Kindern bis zwölf Jahren ist es ratsam, dass Eltern über einen geschützten Surfräumen bei Kindern bzw. Jugenschutzfiltern bei Jugendlichen den Zugang im Internet zu beschränken und Sicherheitseinstellungen zu nutzen. Angebote wie der "iTunes-Store" oder "Google Play Music" bieten die Möglichkeit, Kinder eigene Zugänge wie eine Apple-ID für Kinder einzurichten und hierbei den Zugang einzuschränken, auch über eine so genannte "Kindersicherung" der Geräte. Diese Systeme ersetzen jedoch keine aktive Medienerziehung durch die Eltern. Gerade ältere Jugendliche fühlen sich dadurch bevormundet und können diese Sperren umgehen. Zudem funktionieren beispielsweise vom Browser unabhängige Tauschprogramme in der Regel weiter.

An Verbraucherzentrale wenden

Die Verbraucherzentrale vor Ort weiß bei konkreten rechtlichen Problemen Rat. Informieren können sich Eltern auch über surfer-haben-rechte.de von der Verbraucherzentrale Bundesverband.

5 Tipps im Überblick

1. Auf Risiken hinweisen
2. Regeln vereinbaren
3. Geräte und Angebote sichern
4. Alternativen prüfen
5. Bei rechtlichen Problemen an die Verbraucherzentrale wenden

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