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Neue Bestimmungen zum Datenschutz bei Facebook

Die neuen Datenschutzeinstellungen für Jugendliche bei Facebook sind alarmierend. SCHAU HIN! rät Eltern, diese genau zu prüfen, ihre Kinder für Gefahren und mögliche Sicherheitslücken zu sensibilisieren und Alternativen anzubieten.

© kmiragaya / Fotolia
© kmiragaya / Fotolia

Persönliche Nachrichten austauschen, Fotos hochladen und erfahren was Freunde und Bekannte gerade machen - soziale Netzwerke üben einen besonderen Reiz auf Jugendliche aus. Das beliebteste Netzwerk Facebook ändert nun die Einstellungen zur Privatsphäre für Jugendliche zwischen 13 und 17 Jahren: Ihre geteilten Daten wie Texte, Fotos und Videos können mit wenigen Klicks allen Nutzern zugänglich gemacht werden. Bislang war dies nur für "Freunde von Freunden" möglich. Damit können sie auch Freundschaftsanfragen und Nachrichten von fremden Personen erhalten.

Datenschutzregeln genau prüfen

„Aufgrund des laxen Umgangs mit dem Daten- und Jugendschutz ist von einer Nutzung von Facebook durch Minderjährige abzuraten“, empfiehlt Kristin Langer, Mediencoach von SCHAU HIN!. Erlauben Eltern dennoch die Nutzung von Facebook ist es besonders wichtig, dass sie zusammen mit ihrem Kind das Profil einrichten und dabei genau auf die Sicherheits- und Privatsphäre-Einstellungen achten. Kinder sollten ihr tatsächliches Alter angeben, da in den Profilen Minderjähriger andere Voreinstellungen gelten. So ist in den Privatsphäreeinstellungen aktiviert, dass eigene Inhalte nur mit  "Freunden" geteilt werden. Doch bieten auch diese Funktionen keinen ausreichenden Datenschutz.

Nutzer können nur wenige Einschränkungen zur Verwendung der eigenen Daten vornehmen, die sie jedoch unbedingt nutzen sollten: So können Sie einstellen, dass sie Beiträge, in denen sie markiert sind, vor Veröffentlichung überprüfen, das Publikum für ältere Beiträge in der Chronik beschränken. Zudem können sie festlegen, dass nur "Freunde" oder "Freunde von Freunde" nach ihnen suchen oder sie kontaktieren dürfen. Auch können sie unter dem Punkt Werbeanzeigen verhindern, dass Facebook anderen eigene Interaktionen mit Werbung anzeigt, wenn sie die Option „Niemand“ auswählen.

Generell ist wichtig, dass Kinder keine privaten Details preisgegeben und Daten nur „Freunden“ zugänglich machen, die sie auch persönlich kennen. Auch bei einzelnen Beiträgen können Nutzer einstellen, wer diese sehen kann. Wichtig ist, dass Eltern ihre Kinder ebenfalls dafür sensibilisieren, wen sie in ihre Kontaktliste aufnehmen, denn diese „Freunde“ haben automatisch Zugang zu Informationen, die sie online stellen. Um ungebetene Gäste zu vermeiden, sollten Nutzer eigene Veranstaltungen „nur für eingeladene Gäste“ sichtbar machen. Da sich die Einstellungen immer wieder ändern, ist es ratsam, dass Eltern und ihre Kinder diese immer wieder kontrollieren.

Kindgerechte und sichere Netzwerke wählen

SCHAU HIN! empfiehlt stattdessen, dass Eltern zusammen mit ihrem Kind ein soziales Netzwerk aussuchen, das auch deren Alter, Interessen und erhöhtem Schutzbedürfnis entspricht. Kindgerechte soziale Netzwerke sind leicht zu bedienen, altersgerecht gestaltet und von Moderatoren begleitet, die notfalls in die Diskussion eingreifen können. Die Anmeldung erfordert die Erlaubnis der Eltern und verzichtet weitgehend auf die Abfrage sensibler Daten. Eine pädagogische Beurteilung der aktuellen sozialen Netzwerke finden Eltern im Netzwerkatlas.

Webtipps für Kinder, Jugendliche und Eltern

Kindgerechte und sichere soziale Netzwerke sind beispielsweise www.seitenstark.de, www.tivitreff.de, www.helles-koepfchen.de/forum, www.kindernetz.de/netztreff, www.kidsville.de (alle ab 8 Jahren) oder www.mein-kika.de (ab 10 Jahren). Weitere Infomationen finden Sie auch in den Goldenen Regeln. Zusätzliche Tipps erhalten Eltern auf dem Portal „Klicksafe“, das Hilfe zum Schutz der Privatsphäre sowie einen Leitfaden für Nutzer unter 18 Jahren bietet. Empfehlenswert ist zudem der Ratgeber „Facebook und andere Netzwerke“ von Kinderbuchautor Thomas Feibel. Welchen Stellenwert Facebook & Co. im Leben Jugendlicher einnehmen, zeigt die Studie „Teilen, vernetzen, liken. Jugend zwischen Eigensinn und Anpassung im Social Web“ des JFF – Instituts für Medienpädagogik, die im Auftrag der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) erstellt wurde.

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