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Neue Untersuchung zeigt: Verstehen ist besser als Verbieten

Gemeinsam Medien erleben und nah an den Bedürfnissen der Kinder bleiben - dies sind zentrale Empfehlungen der Studie "Zwischen Anspruch und Alltagsbewältigung: Medienerziehung in der Familie" der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM). SCHAU HIN! fasst die Ergebnisse kurz zusammen.

© Fancy Images / Fotosearch

Mit dem steigenden Angebot und vielfältigen Möglichkeiten spielen Medien eine immer größere Rolle im Familienalltag und stellen Eltern vor neue Herausforderungen. Die Studie hat untersucht, welche Faktoren die Medienerziehung in Familien beeinflussen, wo Eltern Unterstützung benötigen und welche Impulse die Medienpädagogik geben kann. Von entscheidender Bedeutung ist dabei, wie Eltern den Einfluss der Medien auf ihre Kinder bewerten und wie sicher Erwachsene selbst im Umgang sind.

Die Schere geht auseinander

Die selbst empfundene Kompetenz nimmt zum Ende der Grundschulzeit deutlich ab und variiert dabei je nach Medienart. Während sich Eltern in Fragen zum Fernsehen noch vergleichsweise sicher fühlen, sind sie im Umgang mit dem Internet und sozialen Netzwerken eher beunruhigt. Viele Eltern geben an, dass sie sich mit den von den Kindern genutzten Angeboten wenig auskennen. Dennoch nutzten sie nur in geringem Maße technische Sicherheitseinstellungen. Computerspielen seien vor allem bei Jungs im Grundschulalter ein typischer Konfliktherd, gerade zwischen Müttern und Söhnen, aber auch zwischen den Eltern, da Väter sich durchaus aufgeschlossen im Umgang mit Games zeigten.

Großer Bedarf an alltagstauglicher Beratung

Wie die Studie auch belegt, hat über die Hälfte der Eltern das Bedürfnis nach Informationen zur Medienerziehung, suche allerdings nur selten selbst danach. Solche Informationen sollten möglichst glaubwürdig und alltagstauglich sein sowie konkrete inhaltliche Hilfestellungen beinhalten.Die Herangehensweisen der Eltern unterschieden sich teilweise erheblich, was entweder auf die Familiensituation oder die eigene Medienkompetenz zurückzuführen sei, so ein weiteres Ergebnis der Studie. Dabei war auffällig, dass vor allem kontrollierende und reglementierende Ansätze schnell an ihre Grenzen stoßen und einen eigenständigen Umgang der Kinder mit Medien meist nur unzureichend fördern. Im Gegensatz dazu steht für die Forscherinnen ein aktiver, teilhabender Ansatz der Eltern. Dieser setze aber auch ein gutes Verständnis für Medien und einen sicheren Umgang mit Medienangeboten voraus.

Im Rahmen der Studie haben sich Forscherinnen und Forscher unter Leitung von Dr. Ulrike Wagner (JFF - Institut für Medienpädagogik) und Dr. Claudia Lampert (Hans-Bredow-Institut) mehr als 450 Erziehende mit Kindern im Alter von fünf bis zwölf Jahren zu ihrer Medienerziehung befragt und 48 qualitative Familienstudien durchgeführt.

Eine Kurzfassung der Studie findet sich hier.

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