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Newtopia-Panne: Was ist schon echt?

Berichte über heimliche Absprachen bei "Newtopia", zeigen, dass Zuschauer bewusst getäuscht werden. Gerade Kinder durchschauen diese Inszenierung oft nicht, weshalb Reality TV nicht für sie geeignet ist.

Gepriesen wird "Newtopia" als "größtes TV-Experiment aller Zeiten". Dabei bauen 15 Teilnehmer eine eigene Gesellschaft auf, wie Sender und Produktionsfirma glauben machen wollen. Was sie dabei nicht sagen, ist dass sie die Handlung dabei durchaus mitbestimmen und lenken. Das zeigte spätestens die Szene, bei der eine Producerin mit viel Bier und warmen Worten den Teilnehmern neue Ideen vorgibt. Damit soll das Format spannend und die Quote konstant bleiben. Eine verzerrte Realität, die viele Heranwachsende so kaum durchschauen können. Deshalb sind Reality TV-Sendungen für Kinder bis zwölf Jahren generell nicht geeignet. Hier sollten Eltern auch konsequent sein und ihre Haltung entsprechend begründen.

Formate locken mit falschen Versprechen junge Zuschauer

"Durch den immensen Medienrummel und das Versprechen eines großen Abenteuers für die Pioniere werden auch junge Zuschauer neugierig gemacht. Doch beim TV-Experiment handelt es sich schlichtweg um eine Variation der Reality-Show Big Brother. Und wie beim großen Bruder geht es auch hier nicht um Erkenntnisgewinn, sondern um die Zurschaustellung des Verhaltens der Kandidaten in einer Ausnahmesituation. Das Ziel: den Voyeurismus des Publikums bedienen und so die Einschaltquote in die Höhe treiben", heißt es auf der Seite von Flimmo, dem Programmratgeber für Eltern.

Falsche Rollenbilder

Bei Scripted Reality werden Klischees von Sexualität, Partnerschaft und sozialen Positionen zugunsten der Story inszeniert und als wahr dargestellt. Gerade Kinder und Jugendliche orientieren sich stark an TV-Vorbildern und können vorgelebte Rollenbilder leicht übernehmen.

Nachwuchs aufklären

Formate wie Newtopia nutzen meist das Internet und soziale Netzwerke, um über Live-Streams und in Profilen der gecasteten Laiendarsteller deren Geschichten weiter zu erzählen und künstlich zu steigern. Diese Vermarktung macht die Formate zum Top-Thema auf dem Schulhof und weckt jugendliche Neugier.

Am besten versuchen Eltern, bei älteren Kindern und Jugendlichen deren Interesse zu verstehen, indem sie eine Folge mitschauen und anschließend über inszenierte Situationen, gezieltes Casting und Stilmittel wie Schnitte sprechen. So können sie ihr Kind zu einer differenzierten Haltung animieren.

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