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Online lernen: Mit Spaß, aber sicher!

So selbstverständlich wie unsere Kinder Lesen, Schreiben und Rechnen lernen, müssen sie heute trainieren, selbstbewusst und sicher mit digitalen Medien umzugehen. Denn nur weil sie mit Smartphones, Tablets und Internet aufwachsen, bedeutet das nicht, dass sie digitale Medien auch kompetent nutzen können. Leider wird diese Medienkompetenz in der Schule immer noch zu selten vermittelt. Deshalb sind auch die Eltern gefragt, ihren Nachwuchs an digitale Medien heranzuführen und mit ihm die neuen Möglichkeiten zu erschließen. Der Aufwand lohnt sich: Das Lernen mit digitalen Medien wirkt auf Kinder und Jugendliche besonders motivierend - ein Gastbeitrag von Daniel Bialecki.

Daniel Bialecki/scoyo
Daniel Bialecki/scoyo

Eine FACT-Umfrage im Auftrag von scoyo verdeutlicht: 45 Prozent der befragten Fünf- bis 13-Jährigen lernen am liebsten mit PC, Tablet oder Smartphone. Jeder Dritte war der Meinung, mehr Spaß am Unterricht zu haben, wenn er mehr Aufgaben am Computer lösen könnte. Nicht selten erreichen Schülerinnen und Schüler auch bessere Leistungen, wenn sie mit dem Computer arbeiten. Schon 2006 zeigte eine OECD-Studie, dass diejenigen, die zuhause am PC arbeiteten, bessere Ergebnisse in Mathematik erzielten.

Trotzdem sind viele Eltern skeptisch und verunsichert. Sie fragen sich, wie und wann sie ihre Kinder an digitale Medien heranführen sollen, welche Angebote sich eignen und wie viel Zeit ihre Tochter oder ihr Sohn in welchem Alter vor dem Bildschirm verbringen darf. Wie so oft gibt es aber auch in der Medienerziehung leider kein Schema F, sondern nur Erfahrungs- und Durchschnittswerte. Am Ende kommt es auf die individuellen Fähigkeiten, Interessen und Voraussetzungen jedes Kindes an.

Gemeinsam in die Mediennutzung einsteigen

Damit Ihr Kind einen sicheren Umgang mit digitalen Medien lernt, sollten Sie es von Anfang an dabei begleiten. Erklären Sie ihm die wichtigsten Begriffe wie Browser oder Google. Dann können Sie sich Schritt für Schritt mit den vielfältigen Möglichkeiten im Netz vertraut machen. Wenn Ihr Kind digitale Medien bereits eigenständig nutzt, sollten Sie sich regelmäßig mit ihm darüber austauschen, wofür es die Medien nutzt und wie viel Zeit es damit verbringt. Dann überblicken Sie einfacher, mit welchen Spielen, Lernangeboten oder Netzwerken sich Ihr Nachwuchs beschäftigt, und können im Zweifelsfall (aufklärend) eingreifen. Vergessen Sie nicht: Sie sind Vorbild Nummer 1 für Ihre Kinder. Wenn Sie ständig Handy oder Laptop in der Hand haben, versteht Ihr Kind nicht, warum es das Gerät weglegen soll.

Alter und Zeit: individuelle Vereinbarungen treffen

Die Fragen nach dem „Ab wann“ und „Wie viel“ lassen sich leider nicht pauschal beantworten. Kinder entwickeln Fähigkeiten in ihrem individuellen Tempo und nutzen Medien für ganz unterschiedliche Dinge. Am Anfang sollten Sie ein Zeitkontingent vorgeben. Wenn Ihr Kind die Medien eigenständiger nutzt, können Sie gemeinsam Zeiten aushandeln, zum Beispiel ein Tages- oder Wochenpensum. Unterscheiden Sie dabei zwischen "Daddeln" und Tätigkeiten wie Lernen, Recherchieren und Programmieren.

Sicherheit im Blick

Mit speziellen Programmen können Eltern einschränken, in welchem Umfang ihre Kinder das Internet nutzen können. Das funktioniert zum Beispiel mit einem Filter von JusProg oder der Telekom. Auch spezielle Kinderseiten wie blinde-kuh.de oder fragfinn.de führen junge Nutzer ausschließlich zu kindgerechten Webseiten. Die wachsame Begleitung durch die Eltern können diese Filter allerdings nicht ersetzen.

Bei Lernprogrammen auf Qualitätssiegel achten

Gütesiegel von unabhängigen Experten und Institutionen wie das TÜV-Zertifikat, der Bildungsmedienpreis digita oder das Comenius EduMedia-Siegel weisen seriöse und nutzerfreundliche Online-Lernangebote aus. Wer sich konkret für ein anmeldepflichtiges Angebot interessiert, sollte das Kleingedruckte lesen und Vertragslaufzeiten und Kündigungsfristen prüfen. Hier einige Fragen, die bei der Entscheidung helfen:

  • Lässt sich erkennen, wer hinter dem Angebot steht?
  • Waren Pädagogen oder Psychologen an der Entwicklung beteiligt?
  • Ist das Lernprogramm kindgerecht gestaltet?

Weitere Informationen und Qualitätskriterien finden Interessierte im Eltern-Ratgeber „Lernen im Internet“. Allen Eltern, die sich einen Überblick verschaffen wollen, wie fit ihr Kind im Umgang mit digitalen Medien ist, bietet der scoyo-Typentest eine erste Orientierung. Er wurde auf Basis wissenschaftlicher Studien und mit Unterstützung einer Medienpädagogin erstellt.

Daniel Bialecki ist Geschäftsführer der Online-Lernplattform scoyo. Der dreifache Familienvater unterstützt die Organisation "Save the Children" als Onlinebeirat. Zudem arbeitete er beim Nationalen IT-Gipfel 2012 an einer Empfehlung für die Bundesregierung zum Thema "Digitalisierung von Bildungsstrukturen" mit.

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