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Shoppen, zocken, rocken

Millionen Jugendlicher verfolgen ihre Stars auf YouTube, Tausende Kids posten selbst Live-Videos auf YouNow. Was steckt hinter dieser Jugendmedienkultur und wie lässt sich das Thema kreativ und kritisch bearbeiten? Das diskutierte die Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur (GMK).

© GMK

Ob als Y-Titty, Le Floid, Gronkh oder BibisBeautyPalace: Jugendliche und junge Erwachsene präsentieren sich in Videos auf YouTube, pflegen eigene Kanäle und Fangemeinden. Mit Humor und Ironie äußern sie ihre Meinungen zu Politik oder Alltäglichem, kommentieren als Let's Player ihre Gaming-Spielzüge oder präsentieren ihre Schminktipps und Einkäufe. Die erfolgreichsten YouTuber und ihre Agenturen verdienen kräftig daran. Dabei sind weder Kommerzialisierung noch Inszenierung für Kinder und Jugendliche leicht zu durchschauen. Manche imititieren eher ihre Stars und präsentieren sich selbst auf Youtube oder Livestreaming-Kanälen wie YouNow.

Partzipation oder Kommerz?

Die Veranstaltung der GMK am 5. Mai in der Stadtbibliothek Bielefeld beleuchtete das Thema aus medienpädagogischer Sicht und suchte Antworten zu folgenden Fragen: Handelt es sich um eine neue Art der Partizipation? Wie nehmen Kinder und Jugendliche die Angebote wahr? Wie werden Kommerz, Partizipation und Selbstdarstellung verknüpft? Welche kommerziellen Aspekte spielen eine Rolle? Was müssen aktive VideobloggerInnen beachten? Wie können Eltern und Fachkräfte mit dem Thema umgehen? Wie kann das Thema in der Jugendmedienarbeit kreativ und kritisch bearbeitet werden?

Markus Gerstmann vom Servicebüro Jugendinformation Bremen bot einen Einstieg in das Thema. Prof. Dr. Claudia Wegener, Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF, hat YouTuber und jugendliche Fans befragt und betrachtete das jugendkulturelle Phänomen aus wissenschaftlicher Perspektive.

Methoden für Medienpädagogik und Jugendmedienschutz

Ein Praxis-Workshop vermittelte Methoden, um das Thema in der medienpädagogischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen zu bearbeiten, zum Beispiel:

  • ein Bingo zu Youtube
  • selbst Videos drehen, z.B. Tutorials oder Ironisierung von Hauls und Unboxing Videos
  • Youtuber vorstellen, vergleichen oder bewerten, z.B. in einer Klassenhitliste
  • Ästhetik/Machart/Genreaspekte thematisieren

Ein weiterer Workshop beschäftigte sich mit Ansätzen des präventiven Jugendmedienschutzes

  • Dran bleiben! Faszination verstehen, Perspektive wechseln
  • Verantwortungsvolle Nutzung! Medienkompetenz, Informationelle Selbstbestimmung
  • Bewusst auswählen! Testen, bewerten, austauschen
  • Technik zu eigen machen! technischen Schutz verwenden, soweit möglich
  • Alltagstaugliche Regelungen finden! Vorbild sein, aushandeln, Selbstverantwortung stärken

Weitere Infos finden Sie auf www.gmk-net.de.

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