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Sinus-Studie 2016: Jugendliche digital gesättigt

Jugendliche "gehen" nicht online, sie sind es - immer. Die Sinus-Studie 2016 spricht von einer "digitalen Sättigung". Mehr Digitalisierung können sich die 14- bis 17-Jährigen kaum vorstellen. Weniger allerdings auch nicht, die Nutzung von Netzwerken und Messengern ist für sie unabdingbar.

© William87 / Fotolia

Digitaler Höhepunkt erreicht

Aus Perspektive der Jugendlichen ist der Höhepunkt der digitalen Durchdringung des eigenen Alltags
erreicht. Die bislang als jugendtypisch eingeordnete, bedingungslose Faszination ist geschwunden. Jugendliche kennen die Risiken (z.B. Überwachung, unkontrollierte Datennutzung) und möchten digitale Medien nicht nur nutzen, sondern auch verstehen. Deshalb wünschen sie sich von der Schule weniger gefahren-zentrierten Unterricht und mehr Hilfestellungen, wie sie sich sicher und trotzdem frei im Netz bewegen können.

Jugendliche möchten digitale Medien nicht nur nutzen, sondern auch verstehen.

Wunsch nach Entschleunigung

Digitale Kompetenzen sind in den Lebenswelten immer noch unterschiedlich ausgeprägt. Doch gerade sie sind zunehmend relevant für soziale Teilhabe und berufliche Zukunft. Der „richtige“ Umgang mit digitalen Medien wird vor allem in den bildungsnahen Lebenswelten als anspruchsvolle Aufgabe gesehen, erstmals werden Wünsche nach Entschleunigung geäußert.

Neuer Handy-Knigge

Konflikte mit den Eltern gibt es in puncto Mediennutzung kaum mehr, denn auch die hängen dauernd am Smartphone. Dass Offline-Kontakte unter der massiven Smartphone-Nutzung leiden, beklagen auch die Jugendlichen. Zudem haben sich neue Benimmregeln herausgebildet, zum Beispiel gilt es als aufdringlich, einfach mal anzurufen. Jugendliche bevorzugen schriftliche Nachrichten - zumindest, um einen Anruf anzukündigen.

Es gilt als aufdringlich, einfach mal anzurufen. Jugendliche bevorzugen schriftliche Nachrichten.

Hilfe beim Datenschutz erwünscht

Mehr Hilfestellung würden sich die Jugendlichen beim Datenschutz wünschen. Sie sehen hier einerseits den Staat in der Pflicht, würden aber außerdem gerne in der Schule lernen, wie sie selbst ihre Privatsphäre richtig schützen können. Allerdings glauben sie nicht, dass ihre Lehrer die Kompetenzen dafür haben.

Jugendliche wünschen sich Datenschutz als Unterrichtsthema, halten ihre Lehrer aber kaum für kompetent dafür.

Das Sinus-Institut hat für die vorliegende Studie 72 Tiefeninterviews mit Jugendlichen zwischen 14 und 17 Jahren geführt. Repräsentativ sind die Ergebnisse daher nicht. Da die Befragten anhand ihrer Zugehörigkeit zu zuvor definierten Milieus ausgewählt wurden, sprechen sie durchaus für ihre Generation. Mehr zur Studie unter www.wie-ticken-jugendliche.de.

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