Snap Map - die bedenkliche neue Funktion von Snapchat

Snapchat ist mit rund neun Millionen Nutzern in Deutschland zu einer der beliebtesten Apps auch unter Kindern und Jugendlichen geworden. Nun hat der Social Media-Anbieter sein Repertoire um eine weitere Funktion erweitert: die Snap Map.

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Was kann die Snap Map?

Snap Map ermöglicht den Snapchat-Nutzern, den aktuellen Standort ihrer Kontakte auf einer Karte zu sehen und den eigenen zu teilen. Die Funktion ist schnell in wenigen Schritten aktiviert. Ein Wischen und ein Klick genügen, um das neue Feature zu aktivieren. Nun muss der Nutzer angeben, mit wem sein Standort geteilt werden soll. Es kann gewählt werden zwischen allen oder ausgewählten Freunden und dem Geistmodus. Wenn dieser aktiviert ist, wird der eigene Standort nicht geteilt – die Standorte seiner Kontakte sieht der Nutzer trotzdem.
Auf einer Umgebungskarte sind die Freunde als Avatare an ihrer letzten gemeldeten Position zu sehen. Der Nutzer sieht auch, wann die Snap Map den Standort erfasst hat. Denn der Standort aktualisiert sich solange, wie die App geöffnet ist. Wird Snapchat geschlossen, erscheint eine Zeitangabe mit der seitdem vergangenen Zeit. Dem Nutzer muss bewusst sein, dass sein Standort bei jedem erneuten Öffnen der App auf der Karte erscheint, ob er sie selbst nutzt oder nicht.

Snap Map und Datenschutz

Für diese neue Funktion steht der Social Media-Anbieter nun in der Kritik. Denn datenschutzrechtlich ist das Feature durchaus bedenklich. Es ermöglicht nicht nur, relativ genau den aktuellen Standort einer Person zu ermitteln. Es lassen sich durch Beobachtung der Bewegungs- und Aufenthaltsmuster auch Rückschlüsse auf Wohnort, Schul- oder Arbeitsplatz und regelmäßig genutzte Wegstrecken ziehen. Da in den Sozialen Medien längst nicht mehr alle Kontakte wirkliche Freunde der Nutzer sind, können so sensible persönliche Daten mit entfernten Bekannten oder Fremden geteilt werden – nicht selten haben Kinder und Jugendliche mehrere hundert Kontakte auf Plattformen wie Snapchat.

Was können Eltern tun?

Um die Persönlichkeits- und Datenschutzrechte seines Kindes zu schützen, ist es für Eltern wichtig, die jungen Nutzer über die möglichen Folgen aufzuklären, die ein unbedachter Umgang mit der neuen Funktion haben kann. Am besten richten die Eltern die Snap Map zusammen mit dem Kind ein und besprechen, welcher Sichtbarkeitsmodus am sinnvollsten ist. Bestenfalls wird der Standort nicht oder nur mit ausgewählten Verwandten und Freunden geteilt, vor allem, wenn die Kontaktliste des Kindes über diesen Personenkreis hinausgeht.
Begleiten Eltern ihre Kinder auch in dieser neuen Funktion des sozialen Netzwerks, können sie helfen, ihnen sicheres chatten und snappen zu ermöglichen.

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