1. Home
  2. News
  3. Snapchat jetzt mit Gedächtnis

Snapchat jetzt mit Gedächtnis

Snapchat hat eine neue Funktion: Memories. Damit kann man Fotos und Clips abspeichern, ordnen, neu bearbeiten und teilen. Das ändert das Format der App grundlegend.

Was ist neu?

Mit Memories kann man Storys aus alten Aufnahmen neu zusammenstellen und dazu auch Fotos und Videos aus dem Foto-Album der Kamera nutzen.

1. Um einen Snap zu speichern, muss man auf den Speichern-Button klicken.

2. Mit einem Swipe nach oben ist man in der Memories-Sektion. Dort sieht man die gespeicherten Fotos und Videos.

3. Dort kann man die Snaps bearbeiten, zu neuen "Geschichten" zusammenfügen und auch Geofilter nachträglich hinzufügen. Diese Aufnahmen werden dann mit einem weißen Rahmen und der Aufnahmezeit veröffentlicht. Da man damit viel preisgibt, ist dies nicht zu empfehlen.

4. Mit der neuen Funktion "My Eyes Only" kann man bestimmte Snaps mit einem Passwort sichern. Dies ist unbedingt zu empfehlen, um persönliche Bilder vor neugierigen Blicken zu schützen.

Die neuen Funktionen hat Snapchat in diesem Video vorgestellt.

Mehr zum Thema

Was bedeutet das?

Mit den neuen Funktionen versucht Snapchat, dass Nutzer möglichst viele Bilder und Ereignisse dokumentieren, ähnlich wie bei der Chronik von Facebook oder den Alben auf Instagram. Snapchat trennt sich damit endgültig von einem seiner Markenzeichen, dem Verschwinden von Fotos und Videos nach zehn Sekunden. Dies bedeutet jedoch weitere Risiken für den Jugend- und Datenschutz. So können unpassende Aufnahme noch leichter kursieren. Zumal die Daten auf Servern in den USA liegen, in denen laxere Datenschutzbestimmungen gelten. Zudem hatte die App bereits oft mit Sicherheitslücken und Leaks zu kämpfen, bei denen Nutzerdaten ins Internet gelangten.

Schon vorher haben Nutzer ihre Snaps heruntergeladen und auf Instagram oder Facebook gepostet, weil es bei Snapchat so einfach ist, Fotos und Videos mit Filtern, Text und Emojis zu versehen. Jetzt könnten sich einige Nutzer entscheiden, ihre digitalen Erinnerungen komplett in Snapchat zu speichern. Mit diesen zusätzlichen Funktionen sollen Nutzer noch mehr Zeit in der App verbringen, was die Werbeerträge und den Marktwert von Snapchat steigert.

Was können Eltern tun?

Installation von Apps besprechen und einschränken

Bei der Installation von Apps sind immer auch die Altersangaben zu beachten und die Angebote genau zu prüften, gerade auch die AGB und Datenschutzbestimmungen. Grundsätzlich ist dies Aufgabe der Eltern. Denn Kinder sehen meist in erster Linie den praktischen Nutzen einer App und können kaum deren Folgen abschätzen. Wichtig ist deshalb auch, dass Eltern mobile Geräte wie Smartphones oder Tablets sichern, indem sie Sicherheitseinstellungen aktivieren und den Zugang zum eigenen Konto im App-Shop schützen sowie Jugendschutz-Apps installieren.

Einstellungen nutzen

Eltern können mit ihrem Kind vereinbaren, dass es über vorhandene Einstellung seine Privatsphäre schützt. So kann man anwählen, dass andere einen nicht über die Handynummer finden können, dass nur „Mein Freunde“ einem „Snaps“ zusenden dürfen und auch nur diese eigene „Geschichten“ sehen können. Zudem ist auf Geofilter zu verzichten, da Snapchat diese Snaps für öffentliche Geschichten nutzen kann. Am besten schaltet man generell die Standortbestimmung am Gerät aus.

Mit der neuen „Memories“- Funktion kann man unter „My Eyes Only“ Aufnahmen mit einem Passwort sichern. Dies ist unbedingt zu empfehlen, um Bilder vor neugierigen Blicken zu schützen. Zudem werden über „In-App-Käufe“ Zusatzkosten für bestimmte Filter oder das Wiederanschauen von Snaps („Replay“) fällig. Auch hier stellt man „In-App-Käufe“ am besten direkt am Gerät aus.

Nutzer blockieren und melden

Die App "Snapchat" eignet sich vor allem für lustige Schnappschüsse und Selfies, kann aber auch dazu genutzt werden, erotische Inhalte auszutauschen, was als "Sexting" bekannt ist. Werden Kinder damit konfrontiert, ist der Absender zu blockieren, indem man auf den Nutzernamen klickt und „Kontakt blockieren“ wählt. Zudem kann man über „Support“ und „Safety und Abuse“ Spam („Report Spam“) oder Belästigungen („Report a Safety or Abuse Issue“) melden. Strafrechtlich relevante Inhalte wie Hetze oder illegale Pornografie ist unbedingt den Eltern zu zeigen und per Screenshot Meldestellen wie jugendschutz.net zu melden. Auf keinen Fall sollte man unpassende Bilder an andere weiterleiten.

Veröffentlicht am