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So erkennen Eltern gute Hörbücher

Kinder lieben Geschichten – Hörbücher gehören zu den Einstiegsmedien für Jungen und Mädchen. Sie sind auch dann verfügbar, wenn Eltern die Zeit zum Vorlesen fehlt. Doch der Markt ist groß – und nicht alles ist geeignet.

© Pixabay/ Irfancanon
© Pixabay/ Irfancanon

„Kinder können in Geschichten oder Szenen, die sie inhaltlich bewegen, immer wieder hineinhören“, sagt Helga Kleinen, vom AUDITORIX-Projektbüro. Bei dem Hörbildungsangebot mit Internetpräsenz für Kinder, Lehrkräfte und Pädagogen handelt es sich um ein Gemeinschaftsprojekt der Initiative Hören e.V. sowie der Landesanstalt für Medien NRW. „Die Wiederholung gibt den Kindern ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit. Viele Mädchen und Jungen ziehen sich gerne zum Hören in ihr Zimmer zurück“, erklärt Kleinen. Allerdings: „Dabei verlieren die Erwachsenen manchmal die Kontrolle darüber, was sich die Kinder anhören und wie lange.“

Wie bei anderen Medien ist es auch bei Hörbüchern wichtig, auf kindgerechte und altersgemäße Produkte zu achten, denn Hörspiele können Kinder auch emotional überfordern, verängstigen oder erschrecken. „Gut ist es, sich über die Produktionen zu informieren und auch mal reinzuhören. Bei Hörbüchern gilt es wie bei anderen Medien auch: wenn das Kind sich zu sehr abkapselt und sich keine Zeit mehr nimmt, Freunde zu treffen oder auch mal draußen zu spielen, dann sollte man als Eltern intervenieren.“

Für ein gutes Hörbuch gibt es im Wesentlichen fünf Kriterien:

  1. Geschichte: Nachvollziehbarkeit ist Trumpf. Sobald sich kleine Zuhörer in die Rolle einer Hauptfigur versetzen können, folgen sie dem Geschehen oft gebannt.
  2. Stimmen: Passt die Stimme zur Rolle? Dieses Kriterium gilt natürlich bei erwachsenen Hörern ebenso. Klafft eine zu große Lücke zwischen gehörter Stimme und dem Bild, das sich der Zuhörer macht, wird die Darstellung unglaubwürdig.
  3. Unterscheidbarkeit: Gerade kleine Kinder sind mit der Unterscheidung verschiedener Stimmen oft überfordert. Zu große Ähnlichkeiten, aber auch prinzipiell zu viele verschiedene Charaktere und Rollen machen es für sie schwer, ein Hörspiel zu verfolgen.
  4. Klarheit: Kinder mögen eindeutige Strukturen. Für ein Hörbuch heißt das: Keine kunstvollen Klang- oder Wortcollagen, sondern ein akustisch leicht verfolgbares Geschehen.
  5. Spannung: Damit ist nicht zwingend eine Krimi- oder Gruselatmosphäre gemeint – oft im Gegenteil. Aber ein roter Faden, der den Hörer durch die Geschichte führt, ist unerlässlich.

Einmal im Jahr hört sich die AUDITORIX-Fachjury durch die besten Neuproduktionen des Kinderhörbuchmarktes. Die qualitativ hochwertigsten Kinderhörbücher werden dann im Herbst mit dem Gütesiegel ausgezeichnet. Alle gesiegelten Produktionen werden auf der AUDITORIX-Website mit Inhaltsangaben, Jurybegründungen – auch in einer kindgerechten Fassung – und kleinen Hörproben präsentiert. Die Verleihung des AUDITORIX-Hörbuchsiegels 2017 findet am 3. November 2017 im Funkhaus des Westdeutschen Rundfunks (WDR) in Köln statt

SCHAU HIN! hat ein umfangreiches Interview mit Helga Kleinen von AUDITORIX rund um Themen wie Hörkompetenz, Hörbücher und Podcasts geführt.

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