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Statussymbol Smartphone: Wenn Werbung Wünsche weckt

Kommen neue Mediengeräte auf den Markt und werden massiv beworben, wächst auch bei vielen Kindern der Wunsch danach. Eltern sensibilisieren ihr Kind am besten dafür, dass es dem Druck von Schulhof und Werbung widersteht und nicht das neueste Marken-Gerät haben muss.

Screenshot Apple

Für viele Kinder und Jugendliche gelten Mediengeräte bekannter Marken auch als Prestigeobjekt. Unternehmen wie Apple heizen diesen Hype durch aufwendig inszenierte Produktpräsentationen sowie groß angelegte Werbekampagnen zusätzlich an. Der Wunsch nach neuen Markengeräten wie dem iPhone7 oder der Playstation 4 Pro, die beide pünktlich zum Weihnachtsgeschäft erscheinen sollen, liegt oft darin begründet, dass Kinder ihren Eltern nacheifern und sich Anerkennung bei Gleichaltrigen versprechen. Ob das alte Gerät noch funktioniert oder sie die technischen Neuerungen überhaupt benötigen, ist da meist nebensächlich.

Ob das alte Gerät noch funktioniert oder sie die technischen Neuerungen überhaupt benötigen, ist da meist nebensächlich.

Markenwahn reflektieren

Gerade Kinder und Jugendliche brauchen nicht das neueste Marken-Gerät. Hier können Eltern ihr Kind fragen, warum es dies unbedingt möchte und darauf hinweisen, dass ein teures Smartphone aus ihnen keinen besseren Menschen macht. Wie bei Markenklamotten sind dies nur Statussymbole, die bei echten Freunden keine Rolle spielen sollten.

Dabei können Eltern auch Markenwahn und die Wirkung von Werbung kritisch reflektieren. Objektiv vergleichen Eltern können dabei auch durch Produkttests vergleichen, welche Preise für welche Funktionen angemessen sind und Alternativen empfehlen. Denn wichtiger als ein klangvoller Markenname ist ein Gerät, dass es zu den Bedürfnissen des Kindes passt und womit es auch gut umgehen kann.

Funktionen gemeinsam erproben

Smartphones sind erst ab elf bis zwölf Jahren zu empfehlen, wenn Kinder bereits gut mit den Funktionen vertraut sind. Diese können sie zuvor am Familien-Tablet oder Smartphone der Eltern gemeinsam testen. Dabei können Eltern mit ihrem Kind besprechen, wie es das Smartphone sicher einstellt und verantwortungsvoll nutzt.

Dazu gehört, Sicherheitseinstellungen aufzurufen und zu ändern, zu wissen, wann GPS, W-LAN und Bluetooth besser ausgeschaltet bleiben, eine Antivirenschutz-App zu nutzen und Anwendungen auf Datenschutzrisiken einzuschätzen, ein sicheres Passwort zu erstellen und dieses regelmäßig zu ändern, sorgsam mit eigenen privaten Daten und denen von anderen umzugehen und anfallende Kosten etwa bei In-App-Käufen zu durchschauen.

An Kosten beteiligen

Zudem ist wichtig, ein Bewusstsein für die damit verbundenen Kosten zu schaffen. Dies gelingt, indem der Nachwuchs sich an der Finanzierung zumindest beteiligt. Dies gilt für die Anschaffung wie auch laufende Kosten, etwa für den Handyvertrag. So merken Kinder, dass elektronische Geräte und gerade Markengeräte im Verhältnis zu ihrem Taschengeld einen hohen Preis haben und wie lange es dauern kann, diesen Betrag zu ersparen oder zu verdienen.

Gut schützen

Entscheiden sich Eltern mit ihrem Kind für ein teures Gerät, sollte dies auch entsprechend geschützt sein, etwa über Bumper und kratzfeste Folien. In manchen Fällen ist auch eine Versicherung ratsam oder eine App, die das Auffinden des Smartphones bei Verlust erleichtert.

Weitere Informationen

Neben dem gemeinsamen Erwerb ist auch wichtig, dass Eltern die Geräte mit ihrem Kind einrichten. Hier gilt es, Sicherheitseinstellungen zu aktivieren und Jugendschutz-Apps zu installieren. Weitere Informationen erhalten Eltern und Erziehende in der aktuellen Broschüre "Mobile Geräte" zum Herunterladen und Bestellen. Zudem bieten wir ein Extrathema zum kindgerechten Umgang mit Werbung an.

„Alle haben es, nur ich nicht!“

...darauf reagieren Eltern empfindlich. Sie hören ihn oft, gerade wenn es um neueste Mediengeräte geht. Wichtig, dass Eltern ihren eigenen Weg gehen und ihrem Kind beibringen, sich nicht von Werbung und Marken blenden zu lassen, meint Gerlinde Unverzagt in ihrer Kolumne zum Thema.

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