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Studie: Mehr als 100.000 Teenager süchtig nach Social Media

WhatsApp, Instagram und Snapchat können süchtig machen - das ist zumindest das Ergebnis einer neuen Forsa-Studie im Auftrag der Krankenkasse DAK. 2,6 Prozent erfüllen demnach die Kriterien. Das Suchtrisiko wurde erstmals in einer repräsentativen Untersuchung mit dem Deutschen Zentrum für Suchtfragen am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) analysiert.

© iStock/DAK-Gesundheit

Laut Studie verbringen Jungen und Mädchen zwischen zwölf und 17 Jahren durchschnittlich rund zweieinhalb Stunden täglich mit sozialen Medien. Durch die intensive Nutzung entstehen gesundheitliche Probleme. Es gebe laut der Studie sogar einen Zusammenhang zwischen Social-Media-Sucht und Depressionen. Die sozialen Probleme sind vielfältig: zu wenig Schlaf, Realitätsflucht und Streit mit den Eltern.

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, erklärt: "Soziale Medien sind aus unserem Alltag nicht mehr weg zu denken. Die Studie bestätigt jedoch, was wir schon lange ahnten: Ein Zuviel an Smartphone und Co. schaden der Gesundheit und dem Familienleben. Damit es uns gut geht, brauchen wir eine vernünftige Online-offline-Balance. Wer nur im Netz Kontakte hat, der dürfte im realen Leben ziemlich einsam sein."

Für die DAK-Studie "WhatsApp, Instagram und Co. - so süchtig macht Social Media" hat das Forsa-Institut 1.001 Kinder und Jugendliche im Alter von zwölf bis 17 Jahren befragt. Erstmals wurde mit dieser Analyse die Häufigkeit einer Social-Media-Abhängigkeit in einer für Deutschland repräsentativen Stichprobe untersucht. Grundlage sind wissenschaftliche Kriterien aus den Niederlanden (Social Media Disorder Scale). Werden mindestens fünf von neun Standardfragen mit "ja" beantwortet, liegt laut Fragebogen eine Social-Media-Abhängigkeit vor. Kernergebnis der Studie: 2,6 Prozent der Befragten sind bereits süchtig nach Social Media - Mädchen mit 3,4 Prozent etwas häufiger als Jungen (1,9 Prozent). Auf alle 12- bis 17-Jährigen in Deutschland hochgerechnet entspricht dieser Prozentsatz etwa 100.000 Betroffenen.

Erkenntnisse der Studie:

  • Jeder dritte Befragte nutzt soziale Medien, um nicht an unangenehme Dinge denken zu müssen. Bei den Mädchen trifft dies sogar auf vier von zehn Befragten zu.
  • Knapp ein Viertel der Befragten bekommt wegen der Nutzung sozialer Medien manchmal, häufig oder sogar sehr häufig zu wenig Schlaf.
  • 22 Prozent streiten manchmal, häufig oder sehr häufig mit den Eltern über die Nutzung sozialer Medien - öfter betroffen sind die 12- bis 13-Jährigen (32 Prozent).
  • 14 Prozent gaben an, soziale Medien oft heimlich zu nutzen. Ebenso viele können die Nutzung nicht stoppen, obwohl andere ihnen sagten, dass sie dies dringend tun müssen.
  • 13 Prozent sind unglücklich, wenn sie keine sozialen Medien nutzen können.
  • Acht Prozent der Befragten sind mit allen Freunden ausschließlich über soziale Medien in Kontakt.
  • Fünf Prozent der Befragten haben regelmäßig kein Interesse mehr an Hobbys oder anderen Beschäftigungen, weil sie lieber Social Media nutzen.

Um die Suchtgefahr der sozialen Medien einzudämmen, plädiert Suchtexperte Professor Dr. Rainer Thomasius für Aufklärung und einen verstärkten Jugendschutz. „Eltern, Lehrer und Erzieher brauchen Unterstützung, damit sie Kinder auf ihrem Weg zu medienkompetenten Anwendern begleiten", sagt Thomasius. „Außerdem muss der Jugendschutz durch strenge Regeln für die Anbieter sozialer Medien gestärkt werden. Auch technische Lösungen zur Selbstbeschränkung sind sinnvolle Instrumente, um das Konsumverhalten besser zu kontrollieren."

Die gesamte Pressemitteilung zur Studie finden Sie hier.

Wie Sie Ihren Kindern einen vernünftigen Umgang mit den Sozialen Netzwerken vermitteln können, erklärt SCHAU HIN! hier.

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