1. Home
  2. News
  3. Studie: Persönliches lieber offline
Surfen

Studie: Persönliches lieber offline

Die Studie „Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in der digitalen Welt“ stellte Nutzern zwischen neun und 25 Jahren Fragen nach Mediennutzung, Privatsphäre und Identität, zum Tauschen und Teilen sowie zu Vertrauen und Sicherheit. SCHAU HIN! fasst die Ergebnisse kurz zusammen

© Wrangler / Fotolia

Die Jugend sieht das Internet als unabdingbar und alltäglich an. 98 Prozent der Jugendlichen und jungen Erwachsenen von 14 bis 24 Jahren sind online, auch bei Kindern sind es bereits 86 Prozent. Mehr als 80 Prozent halten es für unmöglich, komplett offline zu leben. Das sind deutlich mehr als in anderen Altersgruppen. Kinder und Jugendlichen sind vorwiegend mit einem Smartphone online, vor allem um sich mit Freunden auszutauschen. Grenzen zwischen On- und Offline verschwimmen. Surfregeln haben die Befragten bis ca. 14 Jahren zu beachten, danach bestimmen die meisten Jugendlichen selbst, wann und wie oft sie online sind. Kinder wenden sich in erster Linie an ihre Eltern, wenn es um das Thema Internet geht. Jugendliche hingegen vertrauen lieber auf Ratschläge von Gleichaltrigen.

Sieben Surfwelten

Die Studie identifiziert sieben verschiedene Internet-Milieus, die sich entlang der Lebenswelten, Zugangsweisen zum Netz und Einstellungen zu Vertrauen und Sicherheit im Internet unterscheiden. Souveräne und Pragmatische sehen sich als Teil einer digitalisierten Zukunft. Für Verantwortungsbedachte und Skeptiker liegt dies zum Teil durchaus im Bereich des Möglichen. Unbekümmerte sehendie Bedeutung des Internets für die eigene private und berufliche Zukunft eher untergeordnet. Unbekümmerte begegnen möglichen Risiken im Internet mit ausgeprägter Sorglosigkeit. Pragmatische und Souveräne nutzen ein breiteres Spektrum an Sicherheitsmaßnahmen. Vorsichtige und Verunsicherte nutzen auchauf Grund einer ausgeprägten Risikowahrnehmung häufig zurückhaltend.

Aus Datenschutz wird Imageschutz

Überraschend ist die Einschätzung zum Datenschutz. So zeigen sie sich einerseits recht offen mit persönlichen Angaben etwa zu Hobby und Interessen, sind aber besonders vorsichtig, bei Beiträgen, die sie in ein schlechtes Licht rücken könnten. Hier verschiebt sich der Datenschutz zu einem Imageschutz. Entsprechend ist für rund ein Drittel der Befragten Mobbing das größte Risiko bei der Internetnutzung. Die Befragten unterscheiden sehr deutlich zwischen Online-Bekannten und engen Freunden. Persönliche Themen besprechen sie in der Regel auch weiter offline. Für ein gutes Drittel der Jugendlichen und jungen Erwachsenen hat sich das Sicherheitsgefühl seit den Veröffentlichungen zu Geheimdiensttätigkeiten im digitalen Raum verschlechtert. Ihre Online-Aktivitäten oder die online verbrachte Zeit einzuschränken, sehen sie jedoch nicht als Option. Im Legalitätsempfinden der Befragten erscheint vor allem erlaubt, was alle machen. Es bestehen zwar durchaus Zweifel an der Legalität einiger Aktionen wie dem Hoch- oder Herunterladen von Inhalten, diese werden aber durch die gängige Praxis überlagert.

Die Studie des Deutschen Instituts für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI) entstand in Zusammenarbeit mit dem Heidelberger SINUS-Institut. Weitere Informationen und den Text der Studie erhalten Eltern hier.

Veröffentlicht am