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Terror in Nizza: Über Ängste sprechen

Der Terroranschlag in Nizza bestimmt die Nachrichten. Dies ist für Kinder belastend und sie machen sich gerade zur Urlaubszeit Sorgen. Wir empfehlen Eltern in einem ruhigen Gespräch auf die Fragen und Ängste ihres Kindes einzugehen und altersgerechte Informationsangebote zu nutzen.

Screenshot tagesschau.de / (c) AFP

Die Berichte über den Anschlag in Nizza können Kinder verstören. Für Eltern ist es schwierig, über Terror zu sprechen, gerade weil viele Details noch unbekannt sind, die Anzahl der Toten so unvorstellbar, die Art der Morde so grausam. Doch erfahren Kinder durch die Medien oder Gespräche unweigerlich von den Ereignissen. Es ist wichtig, dass Eltern sie nicht damit alleine lassen.

Denn viele Kinder sorgen sich, dass solche Attentate auch in Deutschland oder im Urlaub passieren können, und haben nun Angst zu verreisen. Vielleicht haben Kinder auch einen besonderen Bezug zu Frankreich oder Nizza, weil die Familie dort vor Kurzem war oder Bekannte und Freunde dort leben. Dann ist die Sorge natürlich groß, ob es allen gut geht.

Passende Erklärungen finden

In jedem Fall ist es wichtig, auf die jeweilige emotionale Lage, das Interesse und das Verständnis des Kindes einzugehen und passende Erklärungen zu finden. Beginnt man mit den Fragen, überrennt man das Kind nicht mit Dingen, die es gar nicht beschäftigen. Je nachdem, wie alt Kinder sind, interessieren sie oft ganz unterschiedliche Aspekte der Ereignisse.

 

Weil Vorschulkinder Fantasie und Realität noch nicht immer gut trennen können, reagieren sie meist emotionaler als ältere Kinder, weil sie rasch große und teilweise irrationale Ängste entwickeln, dass ihnen oder ihren Eltern etwas Ähnliches passieren könnte. In diesem Alter fürchten sich Kinder vor allem davor, ihre Eltern zu verlieren oder von ihnen getrennt zu werden. Willkürliche Gewaltakte geben ihnen das Gefühl, dass die Welt unsicher ist, dass jederzeit etwas passieren kann. Für sie ist es wichtig zu wissen, dass die Eltern alles tun, um es zu schützen und sicher zu sein.

Schulkinder hingegen verstehen bereits, dass terroristische Anschläge sehr selten passieren, dass die Regierung versucht, so etwas zu verhindern, zum Beispiel mithilfe von Polizisten. Moralische Fragen von Schuld und Strafe stehen bei ihnen oft im Mittelpunkt. Sie fragen nach, wie es wäre, wenn so etwas hier in Deutschland passieren würde, und wollen Verantwortlichkeiten geklärt wissen. Oft fühlen sich Kinder in diesem Alter auch gut, wenn sie in irgendeiner Form helfen können, über Spenden zum Beispiel. Eltern können betonen, dass solche Anschläge relativ unwahrscheinlich sind und viel für die Terrorabwehr getan wird. Sie können ihre Kinder dazu anregen, ihre Gefühle in einem Bild oder einer Geschichte auszudrücken oder Fragen an Redaktionen von Kindernachrichten zu schicken.

 

Teenager tendieren dazu, die Ereignisse auf ihr eigenes Leben umzumünzen. Sie fühlen sich manchmal betrogen, weil sie spüren, dass jede Art von Sicherheit nur eine vorläufige ist, dass niemand sie garantieren kann. In diesem Alter kommen auch größere ethische und politische Fragen auf. In der Pubertät liegt der Fokus oft auf Gruppenzugehörigkeiten statt auf dem Individuum – hier kann man gute Diskussionen über Vorurteile und Entscheidungsfreiheit anstoßen. Viele Teenager beteiligen sich auch an Solidaritätsbekundungen über soziale Netzwerke.

 

Kindgerechte Angebote nutzen

Besonders jüngere Kinder bis etwa zehn Jahren sind noch nicht in der Lage, Nachrichten für Erwachsene zu verstehen und zu verarbeiten. Kindgerechte Erklärungen bieten Kindernachrichten wie logo! und neuneinhalb, der Kinderradiokanal oder Infoseiten wie kindernetz.de/minitz, news4kids.de, sowieso.de und hanisauland.de. Eltern und Kinder können auch Beratungsangebote wie nummergegenkummer.de nutzen.

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