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„To the Bone“ – umstrittener neuer Film auf Netflix

In ihrer neusten Produktion greift die Streamingplattform Netflix erneut ein brisantes Thema auf. Der am vergangenen Freitag erschienene Film „To the Bone“ thematisiert Essstörungen und war schon vor seiner Veröffentlichung umstritten.

© Screenshot Netflix
© Screenshot Netflix

Erst im Frühjahr 2017 löste die Netflix-Serie „Tote Mädchen lügen nicht“ heftige und gegensätzliche Reaktionen hervor. Während besorgte Eltern, Pädagogen und Ärzte die Serie scharf kritisierten, gehört sie zu den größten Erfolgen von Netflix in Deutschland. Die Serie thematisiert den Suizid einer High-School-Schülerin und ist auch deshalb umstritten, weil die Entscheidung der jungen Frau, sich das Leben zu nehmen, rückblickend romantisiert wirkt.

„To the Bone“ folgt der 20-jährigen Ellen, die mit Magersucht kämpft und nach mehreren gescheiterten Therapien in eine Wohngemeinschaft mit sechs anderen jungen Menschen mit Essstörungen zieht. Doch Ellen steht auch diesem Heilungsversuch skeptisch gegenüber und ihre schwierigen Familienverhältnisse tragen ihren Teil dazu bei. Themen wie medialer Körperkult oder ungeeignete Vorbilder aus Online-Communities werden zwar angesprochen, aber oft nur oberflächlich thematisiert.

Magersucht ist nicht harmlos

Kritiker werfen dem Film vor, Anorexie zu trivialisieren und mit einem gewissen Glamour zu versehen, da die Hauptfigur Ellen mit ihrer rebellischen, schlagfertigen Art Vorbild für junge Menschen sein kann. Auch das hoffnungsfrohe Ende des Films ist Anlass zu Kritik, da er die möglichen schwerwiegenden Folgen einer Magersucht beschönigt.

SCHAU HIN! empfiehlt, Stereotype, Körperkulte und mediale Vorbilder in der Familie zu besprechen. Durch Teilhabe können Eltern erkennen, ob ihr Kind sich an kritischen Schönheitsidealen orientiert oder in riskanten Cyber-Communities aufhält, und sie auf mögliche Folgen hinweisen oder Alternativen anbieten. Generell ist es wichtig, Kinder besonders im Übergang zur Pubertät in ihrem Selbstvertrauen zu stärken und negative Bemerkungen zu vermeiden, die das gesunde Selbstbild gefährden könnten.

Weitere Beratung und Aufklärung bieten seriöse Portale wie www.hungrig-online.de. Hier können sich Betroffene und Angehörige anonym über Essstörungen austauschen und nach Hilfe suchen; etwa  in moderierten Mailinglisten, einem Chat und einem Diskussionsforum. Weitere Angebote sind www.anad.de, eine Beratungsstelle, die auch ambulante Gesprächsgruppen bietet und an therapeutische Einrichtungen vermittelt, www.magersucht.de, www.EssFrust.de oder die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) unter www.bzga-essstoerungen.de.

Weitere Informationen zum Thema bieten jugendschutz.net sowie das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Ratgeber "Gegen Verherrlichung von Essstörungen im Internet". 

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