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TV Tipp: Themenabend Cybergrooming im Ersten

© Ingo Bartussek / Fotolia

Heute Abend findet der ARD Themenabend zum Thema Cybergrooming statt. Um 20:15 Uhr wird der Fernsehfilm „Das weiße Kaninchen“ gezeigt, dass am Beispiel der 13-Jährigen Sara (Lena Urzendowsky) Cybergrooming thematisiert.  Der Film behandelt das Spiel mit falschen Identitäten, Missbrauch von Vertrauen und die Risiken anonymisierter Kommunikation im Internet.
Anschließend, um 21:45 Uhr, wird das Thema in der Talkrunde bei Maischberger weiter behandelt. Die Sendung steht unter dem Thema „Tatort Internet: Ein Spielplatz für Sexualverbrecher?“. Dazu werden ein Kriminologe, eine Jugendschutzexpertin sowie ein Erpressungsopfer und eine Mutter, deren Tochter seit einem Cybergrooming-Vorfall vor drei Jahren als vermisst gemeldet ist, von ihren Erfahrungen und Einschätzungen berichten.

Was ist Cybergrooming?

Cybergrooming (englisch: anbahnen, vorbereiten) meint das gezielte Ansprechen Minderjähriger über das Internet mit dem Ziel, sexuelle Kontakte anzubahnen. Dabei werden Kinder oft anonym belästigt und zu Nacktaufnahmen oder Treffen aufgefordert. Dabei gehen die Täter sehr strategisch vor, versuchen das Vertrauen der Opfer zu gewinnen und sie schließlich in eine Abhängigkeit zu bringen.
In Chats oder sozialen Netzwerken versuchen die Täter Kontakt zu potenziellen Opfern aufzubauen. Oft handelt es sich, im Verhältnis zu den Opfern, um signifikant ältere Personen. Agieren sie nicht anonym, versuchen sie durch falsche Bilder und Telefonate ihre junge, vorgetäuschte Identität zu bestätigen. Dies ist für die jungen Opfer oft schwer oder gar nicht nachvollziehbar.

Weitere Informationen zu dem Thema Cybergrooming finden Sie hier.

Wie ist die Rechtslage?

In Deutschland ist Cybergrooming seit dem 1. April 2004 bei unter 14-jährigen Personen laut § 176 Absatz 4 StGB verboten: "(4) Mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren wird bestraft,wer [...]

3. auf ein Kind mittels Schriften (§ 11 Absatz 3) oder mittels Informations- und Kommunikationstechnologie einwirkt, um a) das Kind zu sexuellen Handlungen zu bringen, die es an oder vor dem Täter oder einer dritten Person vornehmen oder von dem Täter oder einer dritten Person an sich vornehmen lassen soll, oder b) um eine Tat nach § 184b Absatz 1 Nummer 3 oder nach § 184b Absatz 3 zu begehen, oder

4. auf ein Kind durch Vorzeigen pornographischer Abbildungen oder Darstellungen, durch Abspielen von Tonträgern pornographischen Inhalts, durch zugänglich machen pornographischer Inhalte mittels Informations- und Kommunikationstechnologie oder durch entsprechende Reden einwirkt.  

Wie minimiere ich das Risiko?

Begleiten Eltern das Onlineverhalten ihres Kindes von Anfang an aufmerksam, ist das eine gute Basis für gegenseitiges Verständnis und Vertrauen. Denn so, wie sie in der realen Welt die Interessen, Erlebnisse, Freunde und Treffpunkte ihres Kindes kennen, sollte das auch für jene im Netz gelten. Denn Filter und Verbote allein können kein Kind schützen, sie steigern im Gegenteil oft den Reiz. Vereinbaren Sie mit ihrem Kind Sicherheitsregeln und halten Sie es dazu an vor allem bei Kontakt mit Unbekannten, aber auch bekannten Personen kritisch und misstrauisch zu sein.

 

 

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