Twitch wird ein soziales Netzwerk

Die Video-Plattform für Gamer, Twitch, entwickelt sich zum sozialen Netzwerk für Spieler. Chats bei Spielen sind praktisch, aber unmoderiert. Wichtig, dass Eltern ihrem Kind einige Tipps vermitteln.

Twitch/IRL
Twitch/IRL

Die Online-Plattform für Videos im Games-Bereich erweitert ihr Angebot außerhalb der Let's Plays und entwickelt sich zu einem sozialen Netzwerk. Bei „IRL“ (für „In Real Life“) bekommen die Nutzer einen Einblick in das Leben der Gamer, die über Livestreams, die man auch von YouNow kennt, Spiele vorführen und kommentieren.

Livestreaming als Risiko

Twitch will damit die Interaktion zwischen Nutzern und Let’s Playern erhöhen und so YouTube und dessen Plattform YouTube Gaming Konkurrenz machen. Im Laufe des Jahres sollen Nutzer über „native mobile streaming“ sich auch beim mobilen spielen live aufnehmen und mit anderen teilen können. Auch dies bieten längst Dienste wie Facebook, Instagram oder Twitter an. Gerade das Livestreaming und parallele Chats birgt jedoch für Heranwachsende Risiken und ist daher für sie nicht zu empfehlen.

Versteckte Werbung kaum erkennbar

Die neuen Konzepte haben zum Ziel, die zum großen Teil jugendlichen Nutzer weiter an sich zu binden und Unternehmen die Möglichkeit zu geben, für Produkte auch außerhalb der Spieleindustrie zu werben. So sollen Werbekampagnen stärker auf Nutzer zugeschnitten und durch das Sponsoring der Let’s Player unterstützt werden. Diese Form des Influencer Marketings und Product Placement ist gerade für Heranwachsende schwer als Werbung zu erkennen. Diese Bildstrecke erklärt das Phänomen anhand bekannter Kanäle. Wie Eltern ihren Kindern helfen, Werbung zu erkennen, lesen Sie hier.

Filter sollen Hate Speech bereinigen

Wer einmal im Twitch-Forum unterwegs war, weiß: eine derbe und beleidigende Sprache gehört bei vielen Gamern dazu. Twitch möchte mit dem Tool „AutoMod“ dagegen vorgehen und mithilfe eines Filters Hate Speech, Fäkalsprache und Schimpfwörter automatisch bereinigen. Ob die Funktion hält, was sie verspricht, ist noch nicht absehbar. Zudem ist eine deutsche Version zunächst noch in Prüfung.

Angebot prüfen, gemeinsam anmelden und Regeln vereinbaren

Umso wichtiger, dass Eltern sich das Angebot anschauen, um einzuschätzen, ob ihr Kind mit diesen Risiken umgehen kann, in jedem Fall die Anmeldung zusammen vornehmen, grundlegende Chat-Regeln vereinbaren und über Phänomene wie Hate Speech aufklären.

  • Respektvoll sein. Hinter jedem Nutzer stehen echte Menschen - ein höflicher Umgang gilt auch in Chats.
  • Persönliches schützen. Wichtig ist, dass Kinder und Jugendliche nur unpersönliche Chatnamen verwenden. In Communitys ist auf die Herausgabe persönlicher Fotos zu verzichten.
  • Misstrauisch bei fremden Kontakten sein. Man kann nie wissen, wer sich auch hinter harmlos klingenden Benutzernamen verbirgt. Auch bei scheinbar bekannten Chatpartnern weiß man nie, ob es sich um diese Person handelt oder ob noch jemand mitliest und Informationen weitergibt.
  • Unangenehme Dialoge sofort beenden. Den Chat verlassen sowie keinesfalls den Chat in privaten Räumen oder über andere Anbieter fortzusetzen oder „reale“ Treffen vereinbaren.
  • Störer blockieren und melden. Viele Dienste bieten die Möglichkeit dazu, damit Nachrichten von bestimmten Nutzern automatisch blockiert werden. In schweren Fällen kann man diese auch dem Betreiber melden, damit sie gesperrt werden.
  • Beweise sichern. Belästigungen sollte man umgehend per Screenshot sichern und dem Betreiber, Beschwerde­stellen wie jugendschutz.net, internet-beschwerdestelle.de, dem Zentrum für Kinderschutz im Netz (www.i-kiz.de) oder bei schwereren Fällen auch der Polizei melden.

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