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Urteil: Vater muss WhatsApp von den Smartphones seiner Töchter löschen

Ein Vater muss künftig bei der Smartphone-Nutzung seiner beiden Töchter genauer hinsehen: Ein Gerichtsbeschluss verpflichtet den Mann, dafür zu sorgen, dass sie WhatsApp deinstallieren.

mariesacha/fotolia

Um seine beiden minderjährigen Töchter künftig besser vor Cybergrooming zu schützen, ist ein Vater zu präventiver Mithilfe verdonnert worden. Das Amtsgericht im hessischen Bad Hersfeld verurteilte ihn, Apps wie WhatsApp von den Geräten zu entfernen, um seine Kinder vor Sex-Nachrichten zu schützen.

Hintergrund des Gerichtsbeschlusses ist ein Verdacht der sexuellen Belästigung: Im Mai wurde bei der Polizei gegen einen ehemaligen Schulfreund des Vaters Anzeige erstattet. Der Mann soll über mehrere Monate WhatsApp-Nachrichten dazu benutzt haben, mit den beiden Schwestern zu kommunizieren und sie zu belästigen. Es handelt sich dabei um einen separaten, noch laufenden Fall, in dem die Staatsanwaltschaft Fulda ermittelt.

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Monatliche Gespräche angemahnt

Im noch nicht rechtskräftigen Beschluss des Amtsgerichts Bad Hersfeld heißt es: "Dem Kindesvater wird aufgegeben, die Messenger-App WhatsApp von den Smart-Geräten der Kinder zu entfernen." Jedes der Kinder dürfe auch nur über ein internetfähiges Gerät verfügen. Eines der Mädchen ist zehn, das andere 15 Jahre alt. Der Messengerdienst WhatsApp ist laut AGB erst ab 16 Jahren zugelassen.

Der geschiedene Vater muss mit seinen Töchtern außerdem monatlich ein Gespräch über die Nutzung der Handys führen und alle drei Monate prüfen, welche Apps darauf installiert sind - und ob es Ungereimtheiten gibt. Das muss der Vater auch bei dem Gericht nachweisen.

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