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Vier- und Fünfjährige schauen täglich fast eine Stunde fern

Fernsehen, Radio und Bücher sind die beliebtesten Medien von Kindern zwischen zwei und fünf Jahren. Dies belegt die Studie miniKIM, mit der der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest in Kooperation mit dem SWR erstmals Basisdaten zur Mediennutzung von Kleinkindern veröffentlicht. SCHAU HIN! fasst die Ergebnisse kurz zusammen.

© Wavebreakmedia / iStock
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Während die Haushalte, in denen Zwei- bis Fünfjährige leben, über einige Mediengeräte besitzen, sind diese selbst im Kinderzimmer zu finden: Fast alle Familien besitzen (mindestens) einen Fernseher, ein Handy bzw. Smartphone und ein Radio. In etwa neun von zehn Haushalten gibt es einen Computer bzw. Laptop, einen Internetzugang und einen CD-Player. Etwa zwei Fünftel besitzen eine Spielkonsole. Bei den Kindern selbst sind vor allem Kassettenrekorder und CD-Player zu finden: etwa jedes vierte Kind zwischen zwei und fünf Jahren besitzt ein solches Gerät.

Abwechslungsreiche Freizeitgestaltung

Kleinkinder nutzen ihre Freizeit besonders gerne zum Spielen - drinnen und draußen, zur Beschäftigung mit Büchern (87 %), für kreative Tätigkeiten wie Malen, Basteln und Zeichnen (81 %), aber auch zum Fernsehen (77 %). Von den Zwei- bis Dreijährigen beschäftigt sich jedes zweite Kind (fast) jeden Tag mit Büchern, bei den Vier- bis Fünfjährigen ist es etwa jedes Dritte. Die Nutzungsdauer liegt bei einer halben Stunde. Beim Fernsehen nimmt die Nutzung bei älteren Kinder stark zu: Während bei den Zwei- bis Dreijährigen etwa ein Drittel der Kinder jeden oder fast jeden Tag und im Schnitt 30 Minuten fernsehen, sind es bei den Vier- bis Fünfjährigen nahezu zwei Drittel und mit 55 Minuten bereits doppelt so lange.

„KiKA“ besonders beliebt

Kinder sehen meist zielgerichtet fern: Fast drei von vier Kinder schalten in der Regel nur zu bestimmten Sendungen ein. Jüngere Kinder sehen gerne „Unser Sandmännchen“, „Die Sendung mit der Maus“, „KiKANiNCHEN“ oder die „Sesamstraße“. Als Lieblingssender nennen über zwei Drittel den Kinderkanal „KiKA“ von ARD und ZDF. Nach Angaben der Haupterzieher haben 14 Prozent der Kinder, die zumindest selten fernsehen, schon einmal im Fernsehen etwas gesehen, das ihnen Angst gemacht hat. Elf Prozent haben Inhalte gesehen, die für Kinder ungeeignet waren und sieben Prozent wurden mit Dingen konfrontiert, die ihnen unangenehm waren.

Computer und Games spielen (noch) kaum eine Rolle

Die Nutzung von Spielkonsolen, Computer und Internet ist in der Altersgruppe zwei bis fünf relativ selten. Mehr als vier von fünf Kindern haben keinerlei Erfahrungen mit diesen Medien gesammelt. Neun von zehn Haupterziehern sind der Meinung, dass das Internet für Kinder gefährlich sei. Drei Viertel sind der Meinung, dass Kinder nur im Netz unterwegs sein sollten, wenn auf dem Computer eine entsprechende Filtersoftware installiert ist. Nur jeder zehnte Elternteil würde dem Kind erlauben, das Internet ohne Aufsicht zu nutzen. Bei der Vermittlung von Computerkenntnissen sehen sich die Eltern in gleichem Maße gefordert wie die Schule.

Familien nutzen Medien oft gemeinsam

Kleinkinder nutzen Bücher besonders oft gemeinsam mit den Eltern (58 %). Auch Radio (46 %), Fernsehen (44 %) und Filme/DVDs (33 %) nutzen sie häufig zusammen mit den Eltern. Für die Haupterzieher von Vorschulkindern hat das Thema „Kinder und Medien“ eine mittlere Priorität. Unter 24 vorgegebenen Themenfeldern belegt es den neunten Rang. Fast drei von vier der Eltern schätzen ihren Kenntnis des Themas als sehr gut oder gut ein. Trotz des hohen Informationsstandes wünschen sich 14 Prozent der Eltern sehr gerne, 54 Prozent gerne weiteren Rat zu diesem Thema. Bei der Suche danach sind andere Eltern (59 %) und die Erziehenden im Kindergarten (42 %) die wichtigsten Ansprechpartner.

Eltern aktiv im Netz

86 Prozent der Haupterzieher nutzen zu Hause zumindest selten das Internet. Die Hälfte von ihnen ist bei einem sozialen Netzwerk wie Facebook oder wer-kennt-wen angemeldet. Dort gibt ein Drittel auch Informationen über das Kind preis – meist in Form von Fotos oder Posts zu alltäglichen Begebenheiten. Doch immerhin 91 Prozent machen diese Informationen nur für „Freunde“ sichtbar.

Früh informieren und gemeinsam erleben

Die Ergebnisse der Untersuchung belegen, dass Medien bereits im Leben von Vorschulkindern eine wichtige Rolle spielen. Wenn auch Handy und Internet (noch) kaum eine Relevanz haben, so machen Zwei- bis Fünfjährige schon erste Erfahrungen mit Büchern, Hörmedien und dem Fernsehen. SCHAU HIN! rät, dass Eltern ihre Kinder von Beginn an bei der Mediennutzung begleiten und sich frühzeitig mit dem Thema Medienerziehung beschäftigen, um eine Basis für die Medienkompetenz ihres Kindes zu schaffen. Der Medienratgeber für Familien empfiehlt aber auch, dass Kinder erst mit drei Jahren an Filme und Fernsehen oder andere Mediengeräte herangeführt werden, da Kinder davor erst einmal ausreichend damit beschäftigt sind, die reale Welt kennenzulernen. Weiterführende Informationen dazu finden Erziehende bei den Goldenen Regeln.
Der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest ist eine Kooperation der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK) und der Landeszentrale für Medien und Kommunikation Rheinland-Pfalz (LMK). Die Durchführung der Studie erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Südwestrundfunk (SWR). Die komplette KIM-Studie erhalten Eltern und andere Interessierte hier.

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