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"Wenn unser Sohn könnte, würde er 24/7"

Mobile Medien spielen bei Familien eine immer wichtigere Rolle. Welche Herausforderungen sehen Familien, wo wünschen sie sich Unterstützung? Das beschreibt die neue Studie "Mobile Medien in der Familie" des JFF-Instituts, die Autorin Susanne Eggert in diesem Gastbeitrag vorstellt.

© corepics / Fotolia

Spielen in virtuellen Welten, mit Freundinnen und Freunden chatten, nachschauen, ob die aktuellen YouTube-Stars etwas Neues gemacht haben … das Internet hält unzählige interessante Angebote für Kinder und Jugendliche bereit. Und mit der starken Verbreitung mobiler Medien in den letzten Jahren ist auch der Zugang zu diesen Angeboten sehr viel einfacher geworden. Gleichzeitig sind damit aber auch neue Herausforderungen für die elterliche Medienerziehung verbunden.

Spätestens beim Übertritt auf eine weiterführende Schule wird in vielen Familien darüber nachgedacht, ob es nicht langsam an der Zeit wäre, dass die Tochter oder der Sohn ein No linkhandler TypoScript configuration found for key tx_news_news.. bekommt. Vielen Eltern erscheint dies sinnvoll – die Kinder sind nun häufiger allein unterwegs und müssen längere Wege zurücklegen, da ist es den Eltern wichtig, sie im Zweifelsfall erreichen zu können und auch selbst erreichbar zu sein.

Viele Eltern fürchten, ohne Smartphone könnte ihr Kind den Anschluss verlieren.

Für die Kinder ist dies aber nicht der Hauptgrund für ein eigenes Smartphone. Sie brauchen es vor allem zum Spielen und um über Messenger, allen voran WhatsApp, und soziale Netzwerke mit Gleichaltrigen in Kontakt zu sein. Ohne Smartphone, so auch die Sorge vieler Eltern, könnten sie den Anschluss an die Freundes- oder Klassengruppe verlieren und zu Außenseitern werden. Dazu kommt, dass für schulische Aufgaben zunehmend auch im Internet recherchiert werden muss, auch Organisatorisches, etwa wenn Vertretungspläne online bereitgestellt sind.

„…wenn unser Sohn könnte, würde er seven twenty-four…“  

Die größte Herausforderung aus Sicht der Eltern ist es, dafür zu sorgen, dass ihre Kinder die mobilen Medien in einem zeitlich sinnvollen Rahmen nutzen. Weitere Schwierigkeiten sehen Eltern darin, ihre Kinder vor Konflikten und Mobbing in sozialen Netzwerken zu schützen und sie zu einem verantwortungsbewussten Umgang mit den eigenen persönlichen Daten wie auch mit jenen anderer zu erziehen.

Viele Eltern fühlen sich damit überfordert, ihre Kinder zu einem souveränen und selbstbestimmten Umgang mit den mobilen Medien zu erziehen.

Viele Eltern verbinden mit der unbegrenzten Nutzung die Sorge, dass die virtuelle Welt zu viel Gewicht bekommt und ihre Kinder den Bezug zur realen Welt verlieren. Sie befürchten schlechtere schulische Leistungen, den Verlust von Kontakten zu Freundinnen und Freunden und letztendlich die Gefahr einer Abhängigkeit oder Sucht. Allerdings fällt es ihnen schwer, klare Abmachungen für die Nutzung der mobilen Medien zu treffen. Sie stellen fest, dass ihnen dafür die eigene Erfahrung fehlt, es aber auch keine allgemeingültigen Anhaltspunkte gibt und deshalb jede Familie ihre eigenen Regeln aufstellt – dabei aber immer mit anderen Familien konkurriert.

„…dass man selber damit nicht aufgewachsen ist…“  

Viele Eltern fühlen sich damit überfordert, ihre Kinder zu einem souveränen und selbstbestimmten Umgang mit den mobilen Medien zu erziehen. Sie stellen fest, dass ihnen selbst notwendige Kenntnisse und Erfahrungen im Umgang mit den mobilen Medien fehlen und wünschen sich deshalb Unterstützung unterschiedlicher Art:

  • An erster Stelle steht dabei der Wunsch nach einer aktiven Auseinandersetzung mit den mobilen Medien in der Schule.
  • Von Expertinnen und Experten erwarten sie eine klare, kritische Haltung sowie konkrete Anregungen und Hinweise, die sich im Familienalltag umsetzen lassen.
  • Informationsmaterialien müssen gut aufbereitet sein, einen schnellen Überblick liefern und anschauliche Beispiele enthalten und
  • Eltern wünschen sich handhabbare technische Schutzvorkehrungen.

Ausführliche Informationen zur Studie, die auch die Sicht von Fachkräften der Erziehungsberatung enthält, stehen unter jff.de/studie_mofam zum Download zur Verfügung.

Dr. Susanne Eggert ist seit 1998 wissenschaftliche Angestellte am JFF. Bis 2015 war sie verantwortliche Redakteurin der medienpädagogischen Fachzeitschrift merz - medien + erziehung. Der Fokus ihrer Forschung liegt auf Familie und Medien, Migration und Medien sowie der Medienaneignung Heranwachsender.

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