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WM: Abends fernsehen sollte für Kinder Ausnahme bleiben

Die Fußballweltmeisterschaft begeistert Kinder wie Erwachsene gleichermaßen, bietet Gesprächsstoff und ist ein guter Anlass, um im Kreis der ganzen Familie das sportliche Ereignis zum Familienerlebnis zu machen. Aufgrund der Zeitverschiebung werden viele Spiele aber erst am späten Abend übertragen. Bei einem späten Spielbeginn können Eltern einmal ein Auge zudrücken. Wichtig ist aber, dass es bei einer absoluten Ausnahme bleibt und Kinder sich dessen bewusst sind.

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Spätes Fernsehen geht zu Lasten der Konzentration

Nächtliche Ruhepausen, die fest eingehalten werden, sind für Kinder jeden Alters wichtig. Fernsehen vor dem Zubettgehen kann sie am Einschlafen hindern, da sie noch emotional aufgewühlt sind, gerade wenn sie ein besonders spannendes Spiel gesehen haben. Bei der Entscheidung, ob ein Kind das Spiel sehen darf, spielt eine große Rolle, was am nächsten Tag ansteht, etwa eine Klassenarbeit. Außerdem sollten auch während der WM Fernsehzeiten für Kinder festgelegt werden. Dafür bietet sich bei Kindern ab zehn Jahren an, ein Wochenkontingent von etwa neun Stunden festzulegen, welches sich die Kinder selbst einteilen können. Ist das Budget verbraucht, bleibt in den nächsten Tagen der Fernseher aus. Damit lernen Kinder, Medien bewusst zu nutzen.

Wichtig ist, dass Eltern langfristig gemeinsam mit ihrem Kind planen, welche Spiele sie anschauen dürfen, die Wünsche der Kinder einbeziehen und Kompromisse suchen. So kann man vereinbaren, dass sie Spiele abends nur sehen dürfen, wenn die Lieblings-Mannschaft dabei ist. Am besten sprechen sich Eltern mit Lehrern und anderen Eltern im Klassenverbund ab, damit auf ähnliche Weise verfahren wird. Das erleichtert dann auch die persönliche Entscheidung. Bei Spielbeginn am späten Abend ist die Frage, wie die Zeit bis dahin gefüllt wird. Sie mit dem Fernsehprogramm zu verbringen ist keine gute Idee, weil am Abend häufig Sendungen laufen, die nicht kindgerecht sind. Hier bieten sich etwa gemeinsame Spiele an. Im Alter zwischen neun und 11 Jahren können Kinder als Ausnahme auch ein spätes Spiel anschauen. Ist die Übertragung zu spät für das Kind, sind Eltern gefordert, konsequent zu bleiben und den Kindern zu erklären, dass Schlafmangel zu schlechter Laune führt und die Schule am nächsten Tag noch anstrengender macht. Stattdessen kann die ganze Familie das Spiel in der Aufzeichnung ansehen. Wollen Eltern oder jugendliche Geschwister nicht auf die Spannung einer spätabendlichen Live-Übertragung verzichten, versteht es sich von selbst, dass sie dies den Jüngeren nicht unter die Nase reiben.

Ausgleich schaffen

Ein Fußballspiel kann sehr emotional sein. Auch Kinder fiebern bei Fußballspielen oft intensiv mit. Vor allem Grundschulkinder und Jüngere könnten sich noch nicht so von der Situation distanzieren und reagieren daher mitunter sehr emotional. Es ist wichtig, dass man in der Familie diese Gefühle auch ausleben darf. Erwachsene sollten sich dennoch ihrer Vorbildfunktion bewusst sein und etwa auf die Wortwahl achten, wenn sie ihre Wut zum Ausdruck bringen. Niederlagen beziehen die kleinen Fans auf sich. Da fließen dann auch mal Tränen. Eltern bieten ihrem Kind am besten den nötigen Ausgleich dafür, durch Gespräche oder ein gemeinsames Fußballspiel.

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