Glücksspiel in Games hat keinen Einfluss auf die Altersfreigabe

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Glücksspiel ist in Deutschland ab 18 Jahren erlaubt. Trotzdem sind viele Spiele, die sogenanntes „simuliertes Glücksspiel“ enthalten für Kinder und Jugendliche freigegeben. Die USK erklärt, wie es dazu kommt. Plattformbetreiber fordern mehr Transparenz zur Gewinnwahrscheinlichkeit.

Raum voller bunten Spieleautomaten
Benoit Dare / Unsplash

Virtuelle Glücksspielelemente wie Lootboxen sind immer öfter Bestandteil von Games. Diese stehen oft in der Kritik und  werden von ExpertInnen als Einstiegsdroge für reales Glücksspiel gehandelt. Die USK (Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle) hat nun eine Erklärung veröffentlicht. Darin erklärt die Prüfstelle, warum virtuelle Glücksspiele nicht ähnlich streng bewertet werden wie reales Glücksspiel, wenn digitale Games zur Jugendfreigabe geprüft werden.

USK zeigt sich machtlos

Der Begriff Glücksspiel ist juristisch festgelegt. Ein Glücksspiel liegt vor, wenn in einem Spiel für den Erwerb von Gewinnchancen ein Entgelt verlangt wird und die Entscheidung über den Gewinn vom Zufall abhängt. Anfragen, die die USK zu Glücksspiel in Games erreichen, drehen sich nach eigener Angabe jedoch stehts um simuliertes Glückspiel –  also solches, bei dem kein echtes Geld verspielt oder gewonnen werden kann. Simuliertes Glücksspiel bietet lediglich die Möglichkeit, Spielwährung und Ähnliches zu gewinnen und ist deshalb kein jugendschutzrechtliches Kriterium. Daher wird es von der USK bei der Alterseinstufung von Spielen nicht berücksichtigt. 

Mehr Transparenz zu Gewinnwahrscheinlichkeiten

Als Antwort auf immer lauter werdende Kritik gegen Lootboxen und Co. hat die Entertainment Software Association (ESA) kürzlich bekannt gegeben, Richtlinien einzuführen, die für mehr Transparenz sorgen sollen. Microsoft, Nintendo und Sony erklärten, Entwickler zukünftig dazu zu verpflichten, genauere Informationen zu Gewinnwahrscheinlichkeiten anzugeben. So könnten VerbraucherInnen besser einschätzen, ob sich das investierte Geld für sie lohnt.

Kinder über Risiken aufklären

Damit Kinder nicht in die Kostenfalle tappen und das Prinzip „Glücksspiel“ zu durchschauen lernen, klären Eltern sie am besten vorab darüber auf. Denn auch bei simuliertem Glücksspiel in Games können die SpielerInnen echtes Geld zum Beispiel für Lootboxen einsetzen. Am besten funktioniert es, wenn Eltern und Kinder ein neues Spiel zu Beginn gemeinsam spielen, damit die Erwachsenen sich selbst ein Bild davon machen und die versteckten Risiken und Kostenfallen entdecken können. So können sie ihr Kind bei den ersten Spielrunden auf Fallstricke wie Lootboxen aufmerksam machen, die Hintergründe erläutern und sie für Folgekosten sensibilisieren.